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Der Hessische Leichtathletik-Verband trauert um Fritz Steinmetz

In der Nacht zum Montag verstarb in seiner Wahlheimat Kassel im Alter von 91 Jahren der Ehrenringträger des Deutschen und Hessischen Leichtathletik-Verbandes Fritz Steinmetz.


Fritz Steinmetz, geboren am 10. Mai 1917, war der Grand Seigneur der deutschen Leichtathletik. Er lebte für und mit der olympischen Kernsportart wie kaum ein anderer und hat dieser unschätzbare Dienste erwiesen.

Dem gebürtigen Berliner wurden schon zu Lebzeiten viele ehrenvolle Attribute zugeschrieben. „Ein Glücksfall für den DLV“ formulierte der Ehrenpräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Professor Dr. Helmut Digel. „Ein Statistiker von hohem Rang“ sagte der renommierte Sportjournalist Harry Valérien. Sportler nennen ihn „die Seele der Leichtathletik“ oder einfach „Die Stimme“. Und Ekkehard von Mengede, der große alte Mann der Leichtathletikgeschichtsschreibung urteilte: „Gäbe es für den Besten einen Preis, ich würde ihn Fritz Steinmetz verleihen“.

Alle diese Stichworte trafen vorbehaltlos auf Fritz Steinmetz zu. Dennoch kann man mit Worten kaum wiedergeben, was er für die Leichtathletik bis zuletzt geleistet hat. Niemand hat sich mit ihr in allen Facetten so intensiv beschäftigt und auseinandergesetzt wie Fritz Steinmetz. Nahezu sein ganzes Leben hat er hauptberuflich und ehrenamtlich in den Dienst der olympischen Kernsportart gestellt. Als Mann der ersten Stunde war er im Nachkriegsdeutschland am Wiederaufbau der Leichtathletik und ihrer Dachorganisationen maßgeblich beteiligt. Er war Aktiver und Kampfrichter, hat Veranstaltungen organisiert und moderiert, war journalistisch tätig, hat Statistiken zusammengetragen und vieles mehr. Dabei hat Fritz Steinmetz sich stets dem Wandel der Zeit angepasst, neue Ideen entwickelt und nicht locker gelassen bis sie umgesetzt wurden. Noch im letzten Monat beschäftigte er sich intensiv mit der in Planung befindlichen neuen Jugend-Ordnung des Deutschen Leichathletik-Verbandes und diktierte seine Änderungsvorschläge.


Fritz Steinmetz hat die Leichtathletik von allen Seiten kennen gelernt, weil er sie kennen lernen wollte. Sein Interesse und sein Einsatz zeichneten ihn über alle Maßen aus. Er hat ein dreiviertel Jahrhundert wissenshungrig Eindrücke gewonnen und für sich sowie die Nachwelt verarbeitet. Gerade deshalb verfügte er über ein Fachwissen, das seinesgleichen in der Bundesrepublik sucht. Bis heute schwärmen Fachjournalisten von seinem Sachverstand und bedienen sich all zu gern seiner umfangreichen statistischen Werke.

Fritz Steinmetz kannte die Leichtathletik wie kaum ein Zweiter und die Leichtathletik kannte ihn. Alle hohen Auszeichnungen des Deutschen und des Hessischen Leichtathletik-Verbandes wurden ihm zuteil. Seit 1991 hatte man nichts mehr um seine Verdienste zu würdigen - keinen Preis, keine Medaille, keinen Ehrenring, Der Ehrenpräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Theo Rous sagte bei der Feier des 80. Geburtstages von Fritz Steinmetz in Ermangelung weiterer Ehrungsmöglichkeiten: “Die alten Römer haben in einem solchen Fall verkündet: Er hat sich um das Vaterland verdient gemacht. Dem schließe ich mich an: Fritz Steinmetz hat sich um die Leichtathletik verdient gemacht.“

Der Hessische Leichtathletik-Verband trauert um eine der profiliertesten Persönlichkeiten der hessischen und deutschen Leichtathletik und vor allem um einen guten Freund. Er wird nicht nur seinen Sachverstand vermissen, sondern auch sein ausgesprochen freundliches Wesen und seine zurückhaltende Art. Fritz Steinmetz war durch und durch ein im besten Sinne vornehmer Mensch, der mit seiner Hilfsbereitschaft unzählige Freunde gewann.

Der Hessische Leichtathletik-Verband wird Fritz Steinmetz und sein außerordentliches Wirken für die Leichtathletik stets mit großer Dankbarkeit und Anerkennung in Erinnerung behalten.


Anja Wolf-Blanke



Die Stimme – Un Hommage
Ein Leben für die Leichtathletik

 


21.07.2008