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HLV- Informationsveranstaltung zu den Veränderungen der Schullandschaft und deren Auswirkungen auf den Vereinssport

„In fünf bis zehn Jahren arbeiten die Schulen in Hessen flächendeckend ganztätig“. Aufgrund dieser Prognose, die sich, wenn sie denn eintrifft, massiv auf die Angebote der Sportvereine auswirken wird, lud der Hessische Leichtathletik-Verband am 14.März zu einer Informationsveranstaltung nach Rosbach ein. Inhalt: Die Veränderungen der Schullandschaft und deren Auswirkungen auf den Vereinssport.
In Zukunft sollten längerfristige Strukturen zwischen Schulen und Sportvereinen aufgebaut werden, „sonst wird es schwierig werden, bei 2.200 Schulen und 7.800 Vereinen in Hessen alle Vereine aufrecht zu erhalten“, machten die HLV-Breitensportwartin Konstanze Neu-Müller und Siegfried Frühauf (HLV-Schulsportbeauftragter) in ihrer Begrüßung klar.
Neues Denken, neue Ideen und neues Handeln sind also gefragt. Deshalb lud der HLV auch zahlreiche Gastredner nach Rosbach ein. Zunächst stellte Katharina Heine vom Deutschen Leichtathletik-Verband das druckfrische Positionspapier des DLV zum Thema Ganztagsschule vor. Darin sieht der Verband in den Ganztagsschulen die Chance, mit einem außerunterrichtlichen Sportangebot auch sportferne oder inaktive Kinder und Jugendliche zu erreichen, die den Weg in einen Leichtathletikverein nicht gefunden hätten. Außerdem machte Heine klar, dass sich der DLV auch intensiv über ein neues Konzept im Bereich der Aus- und Fortbildung Gedanken macht, wo der Schulsport künftig eine große Rolle spielen wird. Die DLV-Referentin forderte auch die Vereine auf, zukünftig auch bildungsorientierte Angebote in der Schule zu machen, da Kinder und Jugendliche immer länger in der Schule verweilen werden und Vereinsangebote seltener wahrnehmen können.
Anschließend referierte Sigi Böckling (Limburger Hockey-Club) über die Kooperation aus Sicht der Schule. Er berichtete über seine Erfahrungen in diesem Bezug aus Sicht des Hockeysports. Klaus Rossberg stellte das Schulsportzentrum Darmstadt (Georg-Büchner-Gymnasium) vor, sowie die Kooperation mit dem ASC Darmstadt und die Zusammenarbeit mit mehreren Vereinen über die Talentfördergruppen.
Hans Röhrig (TS Ober-Roden) berichtete von der seit drei Jahren gut laufenden Zusammenarbeit mit der Grundschule Ober-Roden. Die TS richtete in der Projektwoche der Grundschule das Projekt „Leichtathletik für Kinder“ aus, das gut angenommen wurde. Desweiteren stellt der Verein seit zwei Jahren sein Vereinssportgelände für den Sportunterricht zur Verfügung und führt Bundesjugendspiele durch. Der Verein hat dadurch folgenden Vorteil: „Kinder sind der Abteilung Leichtathletik beigetreten und kommen nun regelmäßig zum Training und besuchen auch Sportfeste. Und wir haben gerade durch die Bundesjugendspiele einen Zuwachs bei den Sportabzeichen“, resümierte Hans Röhrig. Wenn die Kinder in Zukunft aber erst um 15.30 Uhr oder 17.30 Uhr nach Hause kommen und dann noch Hausaufgaben machen müssen, bleibe keine Zeit mehr für den Vereinssport, so Röhrig.
Anschließend stellte der HLV-Schulsportbeauftragte Siegfried Frühauf das Landesprogramm des Kultusministeriums Hessen vor. Demnach werden die Maßnahmen der Talentsuche und Talentförderung auf der Ebene der staatlichen Schulämter von den Schulsportzentren koordiniert und umgesetzt.
Stephan Schulz-Algie stellte im Anschluss daran die Forderungen des Landessportbundes Hessen bzw. der Sportjugend Hessen zum Thema „Schulentwicklung in Hessen“ vor, welche entsprechend an das Ministerium weitergeleitet wurden. Außerdem ging er auf die unterschiedlichsten Gelingensvoraussetzungen für eine Kooperation von Schule und Verein ein.
Zum Abschluss der Informationsveranstaltung fand noch eine offene und konstruktive Diskussion statt, bei der sich die gut 70 Veranstaltungsteilnehmer und Experten austauschen konnten. Dabei wurde deutlich, dass der Bedarf an neuen Ideen im Zuge der Veränderungen der Schullandschaft und vor allem deren Auswirkungen auf den Vereinssport groß ist.

Julia Nestle,
HLV- Pressewartin

 


16.03.2009