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Treffen der hessischen Universitäten

Alle Institute für Sportwissenschaften der Hessischen Universitäten (Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel) trafen sich in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Schulsport des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) zu einem Informationsaustausch zu den Bedingungen, Strukturen und Inhalten der Leichtathletik-Ausbildung an den verschiedenen Hochschulstandorten. Eingeladen hatte aufgrund der ursprünglichen Initiative des HLV die Justus-Liebig-Universität Gießen in Person von Dr. Volker Döhring.

„An deutschen Universitäten kann man seit einiger Zeit Sport studieren und dabei einer qualifizierten Ausbildung in der Leichtathletik aus dem Weg gehen.“ skizziert Werner Gosewinkel (Universität Marburg) einen auffälligen Trend in der Ausbildung von Sportlehrern nicht nur in Hessen. Wenn man konstatiert, dass nur das im Sportunterricht angeboten wird welches vom Sportlehrer sicher beherrscht wird, muss man sich um die Sportart Leichtathletik Sorgen machen.

Ergänzend stellte die Diskussionsrunde fest, dass immer weniger Ausbildungsstunden Sportstudenten zur Verfügung stehen, dass die Qualifikation der Ausbilder und Dozenten zurück geht, dass Sportarten (also auch die Leichtathletik) aufgelöst werden und durch Bewegungsfelder (ergänzt durch pädagogische Perspektiven) ersetzt werden und damit ein gewisse Willkür in der grundlegenden Ausbildung des Laufen, Springens und Werfens einhergeht. Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Ausbildungsverordnungen der Sportinstitute in Hessen.

Ebenso die Sinnbedeutung der Grundlagensportart Leichtathletik und ihre Diskussion darum, machte diesen Meinungsaustausch auch innerhalb der Sportwissenschaften unumgänglich. Die früher nur an Leistung und Wettkampf orientierten motorischen und pädagogischen Inhalte sind analysierend zu überdenken und sollten durch notwendige ergänzende Perspektiven weiter entwickelt werden. Gerade diese häufig als gegensätzlich verstandenen Positionen um die Leichtathletik, im Brennpunkt von Sportpädagogik und Bewegungserziehung, schaffen Grundlagen für eine notwendige Veränderung in der Aus- und Fortbildung von Sportlehrern und Trainern gleichermaßen.

Dominic Ullrich in einer Doppelfunktion als Mitglied der HLV AG Schulsport sowie im DLV der Bundesfachkommission Aus- und Fortbildung, stellte dem Gremium unterschiedliche bereits bundesweit umgesetzte Modelle von Kooperationsmöglichkeiten der Hochschulen mit den jeweiligen Landesverbänden und dem DLV vor. Dabei fasst Ullrich zusammen: „Zielsetzung des Verbandes (HLV und DLV) sind dabei die Darstellung der Leichtathletik als Basissportart, die Vermittlung sportartübergreifender Impulse durch die Leichtathletik und die Anregung zu einem permanenten Dialog zwischen Hochschulen, Seminaren und den Leichtathletikverbänden, um so die Grundlagensportart Leichtathletik in der Sportlehrerausbildung zu festigen und wieder in ein positiveres Licht zu rücken.“

Im späten Herbst trifft man sich wieder um gemeinsam einen Hochschultag Leichtathletik als Ausbildungsveranstaltung für Sportstudenten aller Hessischen Universitäten anzubieten. Dieser dann schon zweite Schritt aller Beteiligten gibt Grund zu Hoffnungen, dass die Leichtathletik vielleicht doch nicht in der Krise ist.

 


09.07.2009