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Hessen gewinnt Ländervergleichskampf

Inzwischen ist die Beteiligung hessischer Athleten an Ländervergleichskämpfen der Senioren Dank des
unermüdlichen Einsatzes von Margret Lehnert Tradition geworden. Neu ist aber, dass seit 2009 auch die Männer M70 daran teilnehmen können.

Ausrichter des diesjährigen Ländervergleichskampfs war am 19. Sept. 2009 der Landesverband Thüringen; die Organisation lag erstmalig in den Händen des Mühlhausener Sportvereins SV1899. Es nahmen teil die Mannschaften aus Bayern, Hessen, Thüringen und Württemberg in den Klassen M50/55, M60/65, M70/75, F50/55 und F60/65; Sachsen hatte abgesagt. Früher nahm auch der Schweizer Verband teil.
Bislang bestand die vorherrschende Meinung, dass die leistungsstarken Athleten persönlich vom Landesverband zum Wettkampf eingeladen werden; vielen war nicht bekannt, dass jeder sein Interesse anmelden kann. Deshalb hatten dieses Jahr fast alle Verbände Probleme, die für die einzelnen Disziplinen erforderliche Anzahl an Athleten zu gewinnen. Es gab verletzungsbedingte Ausfälle. Andere reagierten nicht auf persönliche Einladungen. So standen nicht immer die leistungsstärksten Athleten zur Verfügung. Aufgrund ihrer Geduld und ihres Engagement erreichte Margret Lehnert schließlich doch, dass bei den Hessen alle Einzeldisziplinen mit mindestens zwei Wettkämpfern
besetzt werden konnten. In dieser glücklichen Lage war nicht jeder Verband; die bayerische M70/75 konnte daher nicht einmal eine Staffel stellen. Damit sich mehr Athleten angesprochen fühlen, sollte man zukünftig eine detaillierte Ausschreibung ins Internet stellen und darauf hinweisen, dass nicht nur die persönlich eingeladenen Athleten willkommen sind.

Mit dem Mühlhausener Stadion hat man eine gute Anlage ausgewählt. Die Organisation war trotz einiger zeitlicher Verzögerungen athletenfreundlich. Ebenfalls athletenfreundlich war die Entscheidung, dass die ersten drei gesetzten Wettkämpfer eines Landesverbandes bei jeder Einzeldisziplin drei Versuche und die beiden Besten drei weitere Versuche haben. Zeitverzögerungen lagen aber nicht nur an der bisweilen unglücklichen Ablaufplanung. Der Start der M70/75-Staffeln wurde verschoben, weil ein Sanitäter vorher noch eine Oberschenkelbandage für einen Staffel-
teilnehmer besorgen musste. So blieb es der M70/75er Hessenstaffel erspart, als einzige Staffel starten zu müssen.

Bei optimalen Wettkampfbedingungen gab es viele hervorragende Einzelleistungen und packende Zweikämpfe. Schließlich setzten sich die Wettkämpfer aus Hessen mit dem Gesamtsieg durch. Es wurden die besten 8 Einzel- bzw. Staffelergebnisse in die Wertung einbezogen; der Erste bekam 9 Punkte, der Zweite 7 Punkte usw.

Gesamtergebnis
Hessen 526 Punkte
Württemberg 490 Punkte
Bayern 482 Punkte
Thüringen 118 Punkte

Ergebnis der Klasse M70/75
Württemberg 94 Punkte
Hessen 67 Punkte
Thüringen 37 Punkte
Bayern 33 Punkte

Ergebnis der Klasse M60/65
Bayern 116 Punkte
Württemberg 110 Punkte
Hessen 109 Punkte
Thüringen 30 Punkte

Ergebnis der Klasse M50/55
Hessen 126 Punkte
Württemberg 96 Punkte
Bayern 92 Punkte
Thüringen 55 Punkte

Ergebnis der Klasse W60/65
Bayern 123 Punkte
Hessen 111 Punkte
Württemberg 78 Punkte

Ergebnis der Klasse W50/55
Bayern 118 Punkte
Hessen 113 Punkte
Württemberg 112 Punkte

Im Speisesaal der Mühlhausener Werkstätten ließ man den Wettkampftag bei einem gemeinsamen Abendessen und angenehmem Erinnerungs- und Erfahrungsaustausch ausklingen. Mit Spannung wurde die Siegerehrung erwartet. Es wurden die Punkte der einzelnen Klassen und die Gesamtpunkte des jeweiligen Verbandes verlesen; das Punkteergebnis ist jeweils in einer schönen Urkunde für jeden Landesverband dokumentiert.
Die einzelnen Landesverbände haben jeweils eine herausragende Leistung ausgezeichnet. Stellvertretend für viele andere gute Leistungen entschied sich der HLV für die Würdigung der Leistung ihrer 4x100m Staffel. Andreas Lindemann, Ernst Becker, Thomas Höhner und Hermann Mager liefen in der M50/55 eine super Zeit von 47,91 sec; Württemberg in 48,56 sec.
Gedankt wurde auch dem ausrichtenden Verein und dem Seniorenwart aus Thüringen, Jörg Ziegler, für die Ausrichtung des Verbändekampfes.

Schließlich bedankten sich die Seniorenwarte von Thüringen und Württemberg ganz herzlich bei Margret Lehnert für die gute, harmonische und freundschaftliche Zusammenarbeit während ihrer Zeit als Sprecherin der DLV-Seniorenwarte. Sie war immer Ansprechpartnerin, gleich mit welchen Problemen man auf sie zukam. Als Athleten des HLV fanden wir es gut, dass die Arbeit von Margret Lehnert besonders gewürdigt wurde.

Der Ländervergleichskampf wird in angenehmer Erinnerung bleiben. Mit der Wahl von Mühlhausen als Austragungsort hat man eine gute Entscheidung getroffen. So gab es Gelegenheit neben den sportlichen Aktivitäten eine historisch bemerkenswerte Stadt kennen zu lernen. Wer wusste noch oder schon, dass Mühlhausen eine Freie Reichsstadt war, als Hansestadt dem Städtebund angehört und mit 10.000 Einwohnern im Mittelalter zu den 10 größten Städten ‚Deutschlands’ gehörte. Auf der informativen Rundfahrt mit der Mühlhausener Straßenbahn - eine gummibereifte Lokomotive mit zwei Anhängern - konnte man erfahren, dass zu Zeiten vor der Wende zur Devisenbeschaffung, Pflastersteine aus dem Straßenbelage gelöst und in den Westen verkauft wurden. Damals sei
der Spruch entstanden „Wäre ich nur ein Pflasterstein, dann könnt’ ich bald im Westen sein."

Es ist erfreulich zu erfahren, dass der Ländervergleichskampf auch in Zukunft stattfinden wird:
2010 mit dem Bayerischen LV und 2011 mit dem Hessischen LV als Ausrichter.
Dr. Ernst Zuber
TSG Oberursel 1861/ Hessen

 


07.10.2009