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Bundesverdienstkreuz für Margret Lehnert

Die Ehrenvizepräsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes Margret Lehnert wurde am Mittwochabend in Pfungstadt mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Überreicht wurde die hohe Ehrung im Schalander der Pfungstädter Brauerei vom Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Dirk Metz.


Margret Lehnert mit Staatssekretär Dirk Metz. Foto: Michael Siegel



„Margret Lehnert hat sich mit enormer Leidenschaft für den Sport, für die Athleten und insbesondere für die Frauen engagiert“, würdigte Metz ihre außerordentlichen Verdienste. Vor zahlreichen geladenen Gästen aus der Politik und allen Bereichen des Sports ließ der Staatssekretär in einer sehr persönlichen Ansprache die ehrenamtliche Laufbahn ihre Revue passieren.

Nach ihrer aktiven Karriere in den Wurfdisziplinen begann Margret Lehnert im Alter von 17 Jahren bei ihrem Heimatverein TSV Pfungstadt als „Funktionärin“. Seit mehr als 50 Jahren stellt sie sich für die unterschiedlichsten Aufgaben zur Verfügung. So springt sie bis heute als Kampfrichterin ein, wenn Not am Mann ist. Im Verein war sie als Abteilungsleitern und Trainerin im Einsatz. Parallel dazu verlief ihr Engagement im Turngau sowie in den Gremien des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. So habe Margret Lehnert immer den Kontakt zur Basis behalten und nie deren Bedürfnisse nie aus den Augen verloren.

„Dein Weg führte Dich sehr geradlinig in die Funktionen, die bis dahin stets Männern vorbehalten waren. Nicht, weil Du das unbedingt wolltest, sondern weil die Anderen von Dir überzeugt waren und Dich wollten“, stellte HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke fest. 1989 übernahm Margret Lehnert als erste Frau das Amt des HLV-Jugendwartes und wurde damit das weibliche Präsidiumsmitglied, später die erste Seniorenwartin und erste Vizepräsidentin. Mit großer Sachkenntnis, vor allem aber mit Menschlichkeit und Nähe habe sie schnell Anerkennung und Respekt in der von Männern geprägten Sportwelt gewonnen und so den Weg für viele Frauen, die heute im Verband tätig seien, geebnet. „Du warst die erste Funktionärin zum Anfassen.“


Blick in den voll besetzten Saal mit der HLV-Delegation Enrique Tortell, Thomas Seybold, Anja Wolf-Blanke und Michael Siegel.Foto: Barbara Schlosser


Über viele Jahre engagierte sich Margret Lehnert im Jugendausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und kämpfte die Gleichberechtigung der Sportlerinnen im Wettkampfprogramm, insbesondere für den Stabhochsprung, stark. Als Sprecherin der Landesverbands-Seniorenwarte sowie Stellvertretende Vorsitzende des Bundesfachausschusses Senioren im DLV sorgte sie für die Einführung der ersten Deutschen Hallenmeisterschaften für Senioren.

Für ihre außerordentlichen Verdienste wurden Margret Lehnert zahlreiche Ehrungen zuteil, darunter das DLV-Ehrenschild, der Lu-Röder-Preis des Landessportbundes Hessen sowie die Sportplakette des Landes Hessen. Die höchste Ehrung des HLV, den Ehrenring, erhielt Margret Lehnert 2008. „Jetzt haben wir nichts mehr für Dich“, stellte Wolf-Blanke fest. Deshalb sei man äußerst dankbar, dass nunmehr von höherer Stelle eine Würdigung erfolge und gratuliere im Namen aller hessischen Leichtathleten sehr herzlich zu der im wahrsten Sinne des Wortes verdienten Auszeichnung durch Bundespräsidenten Horst Köhler.

Karina Kessler

 


18.02.2010