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Hallen-DM: Ariane Friedrich und Martin Günther mit Hochsprung-Gold

Das Beste kam zum Schluss für den Hessischen Leichtathletik-Verband am zweiten Tag der Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe. Ariane Friedrich von der LG Eintracht Frankfurt gewann erwartungsgemäß den Hochsprung-Wettbewerb mit deutscher Jahresbestleistung von 2,02 Meter und holte damit ihren fünften nationalen Titel in Folge. An der neuen persönlichen Hallenbestleistung von 2,06 Meter, gleichzeitig Einstellung der Jahresweltbestleistung von Blanka Vlasic aus Kroatien, scheiterte Ariane Friedrich im ersten Versuch sehr knapp. „Das war eine gelungene Generalprobe für die Hallen-WM in Doha“, sagte die 26-jährige Polizeikommissarin nach ihrem Sieg über die auf zwei Meter verbesserte Meike Kröger von der LG Nord Berlin.


Überraschungssieger im Hochsprung: Martin Günter. Foto: Iris Hensel

Zum Saisonhöhepunkt nach Katar vom 12. bis 14. März fliegt völlig überraschend auch Hochspringer Martin Günther von der LG Eintracht Frankfurt. In einem sensationellen Wettkampf steigerte sich Günther zunächst auf 2,25 Meter, im zweiten Versuch steigerte er sich auf 2,28 Meter, wiederum zwei Versuche benötigte er schließlich für 2,30 Meter. Günther ist damit der zweite 2,30-Springer im HLV nach Gerd Nagel, der diese Höhe erstmals im Jahr 1979 überquert hatte. „Martin ist jetzt in einer anderen Liga angekommen“, freute sich sein Trainer Jörg Graf.
Jede Menge Pech hingegen hatte Till Helmke (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) über 200 Meter. Der BWL-Student wurde nach einem Frühstart disqualifiziert, mit 0,086 Sekunden lag seine Reaktionszeit knapp unterhalb des erlaubten Limits von 0,1 Sekunden.Helmke legte direkt nach dem ersten missglückten Startversuch des zweiten Vorlaufs Einspruch unter Vorbehalt ein, durfte beim zweiten Versuch wieder in die Blöcke gehen und gewann sein Rennen in inoffiziellen 21,26 Sekunden. „Da bin ich mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch gelaufen.“


Claudia Rath, Sechste im Weitsprung. Foto: Iris Hensel

Der Ärger wurde noch größer, nachdem die Friedberger Trainer Sieglinde und Volker Weber versucht hatten, Einsicht in das Fehlstart-Video zu bekommen. Dies zögerte sich nämlich länger hinaus als die maximal für einen Protest zulässigen 30 Minuten, so dass diese Möglichkeit nicht genutzt werden konnte. „Ich bin mir vom Gefühl sicher, dass es kein Fehlstart war“, sagte Helmke.
Wesentlich besser lief es für die deutsche Hallen-Mehrkampfmeisterin Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt) im Weitsprung. Mit persönlicher Hallen-Bestleistung von 6,40 Meter, erzielt im dritten Durchgang, wurde die Erzieherin aus Langendernbach Sechste. Beatrice Marschek vom LAZ Gießen blieb ohne gültigen Versuch. Der Sieg ging mit deutscher Jahresbestleistung an Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid) mit 6,75 Meter.


Antonia Werner, Fünfte im Hürdensprint. Foto: Iris Hensel

Im Rahmen ihrer aktuellen Möglichkeiten blieb Julia Hütter (LAZ Brüchköbel) im Stabhochsprung. 4,25 Meter bedeuteten die Einstellung ihrer Saisonbestleistung und letztlich Rang acht in einem Wettkampf, den an der Spitze Carolin Hingst (USC Mainz) sowie Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken) mit Einstellung des Meisterschaftsrekords von 4,60 Meter dominierten.
In der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Europahalle sorgte Hürdensprinterin Antonia Werner vom TV Flieden für die zweite Überraschung aus hessischer Sicht. Nach 8,35 Sekunden im Vorlauf verbesserte sich der Schützling von Trainer Robert Schieferer im 60-Meter-Hürden-Finale nochmals auf 8,32 Sekunden. Was in einem schnellen Endlauf, den Carolin Nytra (Bremer LT) mit europäischer Jahresbestleistung von 7,89 Sekunden gewann, den fünften Rang bedeutete.


2,06m waren heute noch zu hoch für Ariane. Foto: Iris Hensel

„Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagte die 22-jährige Psychologiestudentin. Angereist nach Baden war sie mit einem Hausrekord von 8,52 Sekunden, und zumindest für die Athletin und ihren Betreuer war die zweimalige Steigerung keine wirkliche Überraschung. „Das hatte sich im Training schon angedeutet“, sagte Antonia Werner. Knapp vier Wochen Wettkampfpause nach den Deutschen Hochschulmeisterschaften hatte sie eingelegt und noch mal in Ruhe trainiert. „Das war ein Risiko, aber Antonia ist belohnt worden“, meinte Schieferer. Im Sommer steht als Zielsetzung nun eine Verbesserung über 100 Meter Hürden (Bestzeit 13,51) an.
Im vorletzten Laufwettbewerb der Männer kam für die 4x200-Meter-Staffel der LG Ovag Friedberg-Fauerbach bereits nach dem verpatzten Wechsel von Startläufer Till Helmke auf Julian Waschbüsch das vorzeitige Aus. Um eine Medaille wollten die Hessen mitlaufen, was angesichts der Meldezeiten realistisch war. Herausgekommen ist speziell für Helmke ein stürmischer Sonntag voller Pech und Pannen.

Uwe Martin

 


28.02.2010