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Katharina Heinig läuft in Berlin persönliche Halbmarathon-Bestzeit


Katharina Heinig nach 1:18:09 im Ziel. Foto: Iris Hensel


20 Jahre alt ist Katharina Heinig, und wenn man es ganz wörtlich nimmt, hat sie noch einen langen Weg vor sich. Denn die Tochter von Katrin Dörre-Heinig möchte auf jener Strecke ankommen, die ihre Mutter fast zwei Jahrzehnte lang mit überragenden Leistungen absolviert hat. Marathon, der Lauf über 42,195 Kilometer. Jene Distanz, die Lust und Leid zugleich ist. Noch sind die Planungen nicht in trockenen Tüchern, aber nach dem persönlichen Rekord beim Berliner Halbmarathon (1:18:09 Stunden) steht fest: Aufbau und Zielrichtung stimmen, nur wohin dies führt in der Saison 2010, ist offen. Nächste Station der jungen Läuferin von der LG Eintracht Frankfurt sind die deutschen Halbmarathonmeisterschaften am 18. April in Bad Liebenzell, dort will Katharina Heinig zunächst einmal ihren Juniorentitel verteidigen - und dann? Folgt auf den fünften Start über die halbe Distanz bereits im Herbst das Marathondebüt?
(Trainer-)Vater Wolfgang Heinig weiß es noch nicht, neben der Option auf einen „schnellen Halben“ hält er aber auch die Premiere über die klassische Strecke für denkbar. „Wenn Katharina bis dahin die entsprechenden Kilometerumfänge trainiert hat.“ In der Belastungsspitze sind es derzeit etwa 100 Kilometer wöchentlich, 150 Kilometer sollen es werden. Sollte es im Herbst zum Marathondebüt von Katharina Heinig kommen, wird dies jedoch ein Under-Cover-Projekt werden. „Sie wird definitiv nicht in Berlin, Köln oder Frankfurt laufen“, sagt Heinig. Also nicht bei den großen Herbstklassikern. Sondern irgendwo bei einer Veranstaltung, die nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, wo nicht bereits im Vorfeld breitflächig Mutter-Tochter-Vergleiche gezogen werden. Erst laufen, dann reden, lautet das Motto. Dass die nationale Marathonszene ein wenig mediale Belebung gebrauchen könnte, ist dem Schutz der Tochter nachgeordnet. Auf die berühmt-berüchtigte Fußstapfen-Formulierung, wie die Mutter, so die Tochter, wird man sich bei Gelegenheit dennoch einstellen müssen. Wetten, dass?


Katharina Heinig vor dem Start. Foto: Iris Hensel


Dabei hat Katharina Heinig bereits vor einem halben Jahr betont, dass sie ihren eigenen Weg gehen möchte. „Ich möchte mir selbst einen Namen machen.“ Wie schwer dabei die familiäre Hypothek wiegt, weiß sie natürlich. Egal, wann sie erstmals einen Marathon laufen wird. Schließlich war ihre Mutter im Jahr 1988 Olympiadritte, Katrin Dörre-Heinig gewann zudem dreimal in London und in Frankfurt. Wobei ihre Trainingshärte und -konsequenz beispiellos waren. Ihr Marathondebüt feierte sie übrigens 1982 in Karl-Marx-Stadt mit 2:45:54 Stunden, damals war Katrin Dörre 20 Jahre alt. Zweidreiviertel Stunden, diese Zeit erscheint für Katharina Heinig bei konservativ-seriöser Hochrechnung gleichfalls möglich.
Wenn die Vorbereitung passt wie zuletzt beim Halbmarathon in Berlin. Drei Wochen, vom 22. Februar bis 13. März, hatte die Gruppe um den hessischen Landestrainer Heinig in der ostafrikanischen Republik trainiert, dabei waren auch noch jüngere Talente wie Nico Sonnenberg, Gesa Krause und Nicolas Bender. Geholfen bei der Finanzierung hat unter anderem der gute Name von Katrin Dörre-Heinig. „Damit haben wir einen zusätzlichen Sponsor gefunden“, sagt ihr Mann.

Uwe Martin

 


28.03.2010