Sponsoren HLV Logo

DLV-Fachtagung „Leichtathletik im Ganztag“ in Frankfurt


In der Aula der Carl-von-Weinbergschule wurden zahlreiche Referate gehalten und Diskussionen geführt. (Foto: HLV/Benjamin Heller)

Mehr als 60 Delegierte aus Kultusministerien, Leichtathletik-Landesverbänden, Landessportjugenden sowie aus Schulen und Vereinen trafen sich am vergangenen Freitag in der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt und suchten Lösungen zu den Fragen: Welche Rolle hat die Grundlagensportart Leichtathletik im Rahmen der aktuellen Ganztagsschulentwicklung? Welchen Stellenwert misst der Spitzenverband seinerseits der Entwicklung im Schulsport zu? Und welche Möglichkeiten bietet das Qualifizierungskonzept zur Ganztagsförderung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV)?

Einen Tag referierten und diskutierten hochrangige Referenten während der DLV-Fachtagung „Leichtathletik im Ganztag“. Bereits in der Eröffnungsrede stellte Fred Eberle, Vorsitzender des DLV-Bundesausschuss „Aus-/Fortbildung, Wissenschaft und Trainerschule“ die herausragende Bedeutung des Engagements des DLV im Bereich der Ganztagsförderung heraus. Mit dem Begriff einer künftigen DLV-SchulSportOffensive hat dieses Engagement, unter dem eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zusammengefasst werden, einen konkreten Namen erhalten.


Workshop: Ganztagsförderung als Teil der HLV-Aus- und Fortbildung. (Foto: HLV/Benjamin Heller)


Prof. Dr. Robert Prohl (Goethe-Universität Frankfurt) stellte in seinem Impulsreferat die Idee des Sportunterrichts von morgen und damit einhergehend die Stufen ästhetischer Erfahrungspotenziale der Leichtathletik vor, denn „Sport ist primär ein Feld ästhetischen Handelns“.

Seinen Vortrag beendete der Leiter der Abteilung Sportpädagogik mit zwei Impulsfragen, welche Anregungen für die nachfolgenden Diskussionen geben sollten: „Erfordern die Gelingensbedingungen des Ganztagsangebots ein Berufsfeld mit eigener Profession zur Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiter?“. Und: „Bedarf es eigener Vermittlungsmethoden, um die Chancen für freudbetontes und nachhaltiges Lernen im Feld non-fomaler Bildung im Sport adressatengerecht zu gestalten?“

Das Qualifizierungskonzept zur Ganztagsförderung, erarbeitet von einer eigens eingerichteten DLV-Arbeitsgruppe „Ganztagsförderung“, wurde anhand einer anschaulichen Präsentation von Fred Eberle und Dominic Ullrich, stellvertretender Vorsitzender des Bundesausschuss Jugend, vorgestellt. Dabei spielten vor allem anschauliche Beispiele, wie die noch jungen Sportlerleben von Leichtathletin Anna und Fußballer Erkan eine tragende Rolle.

In den darauf folgenden Workshops wurde in zwei Klassenräumen der 6. Klassen informiert und diskutiert. Dominic Ullrich und Dr. Luis Mendoza (Hessischer Leichtathletik-Verband) sprachen über die mögliche Einbindung des Qualifizierungskonzepts zur Ganztagsförderung in ein bestehendes Aus- und Fortbildungsprogramm. Besonders die Vernetzung zwischen Landessportjugenden/-bünden und Kultusministerien mit dem Landesverband bietet die Möglichkeit einer Ausweitung und Verbindung von Ausbildungsmöglichkeiten.

Der zweite Workshop wurde von Hans-Joachim Scheer (Leichtathletik-Verband Nordrhein) und Dr. Matthias Molt (Kultusministerium Baden-Württemberg) begleitet. Sie stellten den interessierten Teilnehmern zwei mögliche Programme vor, mit denen Schülerinnen und Schüler nach dem Prinzip „Schüler für Schüler“ qualifiziert werden können. Dabei wurde deutlich, dass es für jedes Bundesland/Landesverband eine individuelle Lösung geben muss.

Mit neuen Anregungen und Ideen kann die Arbeit innerhalb der DLV-Arbeitsgruppe nun fortgeführt werden. Die Materialien für die einzelnen Bausteine des Qualifizierungskonzepts zur Ganztagsförderung sollen bis Ende des Jahres fertig gestellt und Gespräche mit den einzelnen Landesverbänden und Kultusministerien aufgenommen werden.

Katharina Heine/David Deister (DLV)

 


30.04.2010