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lsb h-Position zum Thema
„sexueller Missbrauch“

Der Landessportbundes Hessen (lsb h) hat auf der Tagung seines Hauptausschusses eine klare Position zum Thema „Sexueller Missbrauch bzw. Kindeswohlgefährdung“ bezogen. Erhöhte Sensibilisierung, null Toleranz, und - bei einem begründeten Anfangsverdacht - die sofortige Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden sind in diesem Zusammenhang verabschiedeten Positionspapier als Maßnahmen genannt. Gleichzeitig wurde der Weg für eine Kooperation mit dem Landesverband Hessen der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ geebnet. „Wir dürfen nicht glauben, dass es im Sport bislang nicht zu Übergriffen gekommen ist. Wir müssen aber gleichzeitig vermeiden, dass Übungsleiter und Trainer plötzlich unter Generalverdacht stehen“, so lsb h-Präsident Rolf Müller. Das gelte vor allem für Sportarten, in denen körperliche Berührungen zwischen Trainern und Kinder im Sinne von Hilfestellungen stattfänden. „Jeder einzelne Fall ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft“, warnte Müller die Vereine davor, mögliche Fälle intern lösen oder bedeckt halten zu wollen.

Der Hauptausschuss verabschiedete einstimmig nachfolgendes Positionspapier

Positionierung des Landessportbundes Hessen und der Sportjugend Hessen zum Thema „Sexueller Missbrauch bzw. Kindeswohlgefährdung“ im Sport:

Der Landessportbund Hessen, die Sportjugend Hessen und alle Verbände und Sportkreise nehmen die aktuelle Diskussion über die Problematik „sexueller Missbrauch“ sehr ernst, sie stellen eine direkte Betroffenheit auch des Sports fest. Auch der Sport ist ein potentielles Betätigungsfeld für Täter. Die öffentliche Diskussion trägt hoffentlich zu größerer Aufklärung und Transparenz bei.

Jede Form von sexualisierter Gewalt und des Missbrauchs wird aufs Schärfste verurteilt!

Das Wohlergehen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen stehen bei uns immer im Vordergrund. Deshalb: Im Fall von Verdachtsmomenten handeln wir schnell und entschlossen. Wir suchen den Dialog mit den Betroffenen, Verdächtige werden schnell aus ihrem Tätigkeitsfeld entfernt. Bei Begründung oder Verdichtung eines Anfangsverdachtes erfolgt die Einschaltung der Staatsanwaltschaft.

Die Mitglieder des Hauptausschusses setzen sich für eine Kultur des Hinsehens und der Sensibilisierung insbesondere von Kindern und Jugendlichen, aber auch der Verantwortlichen auf allen Ebenen des Sports ein. Dazu haben Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen bereits eine Reihe von Materialien zum Thema entwickelt, die in der Fortbildung von Betreuern von Ferien- und Jugendfreizeiten eingesetzt werden.

Weiterhin hat beispielsweise die Sportjugend bereits vor Jahren festgelegt, dass Betreuer und Betreuerinnen niemals ohne Kenntnis des Gesamtteams allein mit Kindern in geschlossenen oder von Dritten nicht einsehbaren Räumen verbringen.

Trotz des Ehrenkodexes für Trainer, der vor Jahren bereits zur Prävention von Missbrauchsfällen im Sport erstellt wurde, ist eine hohe Aufmerksamkeit und Sensibilität für das Thema in allen Sportbereichen - auch im Spitzen- und Hochleistungssport - jeder Zeit notwendig und zu gewährleisten.

Aufgrund der aktuellen Diskussion werden Landessportbund und Sportjugend ihre Anstrengungen erhöhen und präventive Verhaltensregeln für Lehrgangsleiter und andere verantwortlich Handelnde im Sport entwickeln. Entsprechend ist das Thema fester Bestandteil in sämtlichen Ausbildungslehrgängen (Im Bereich der Kinder- und Jugendreisebetreuung sind in Kooperation mit den großen Jugendverbänden Ausbildungsmodule bereits erarbeitet worden).

Der Sport setzt ganz und verstärkt auf die Vermittlung von Wissen, auf vertrauensbildende Transparenz und auf die Herausbildung und Entwicklung selbst bestimmten Auftretens und Handelns der Kinder und Jugendlichen im Sport. Seit Jahren kooperieren Landessportbund und Sportjugend mit der Initiative „Kinder stark machen“ oder mit dem Verein „Schule machen ohne Gewalt (SMOG).

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, gegen Missbrauch und Gewalt vorzugehen und erfordert vernetztes Arbeiten und Zusammenwirken aller relevanten Institutionen. Landessportbund und Sportjugend arbeiten bereits seit geraumer Zeit zur Prävention sowie bei der juristischen wie pädagogischen Nachbearbeitung von eventuellen Missbrauchsfällen mit Fachorganisationen wie dem Kinderschutzbund, „Wildwasser“ zusammen. Diese Netzwerkbildung wird der Landessportbund verstärken und schließt mit Zustimmung des Hauptausschusses eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landesverband der bundesweiten Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer „Weißer Ring“.

Alle Mitglieder des Hauptauschusses schließen sich mit dieser Positionierung dem am 25. März 2010 veröffentlichten Grundsatzpapier des DOSB an.

Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen verfügen seit vielen Jahren über die entsprechende Kompetenz und haben eine entsprechende Ansprechperson benannt, die unter der Telefon-Nummer 069/6789-401 zu erreichen ist.

Der Landessportbund fordert alle Mitgliedsorganisationen und alle Vereine auf, Standards für die eigene Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln, verantwortungsbewusst und unmissverständlich mit der Thematik umzugehen und bei jedem Verdachtsfall sofort und deutlich zu handeln.

 


10.05.2010