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Sabine Rumpf beim Werfer-Cup in Wiesbaden nah an der EM-Norm


Sabine Rumpf wirft in Wiesbaden 60,22m. (Foto: Iris Hensel)


Beim Werfer-Cup des Wiesbadener Leichtathletik-Vereins (WLV) im Helmut-Schön-Sportpark wurden wieder einmal extraordinäre Leistungen geboten. So schleuderte die WM-Sechste Nadine Müller (Hallesche LAF) die ein Kilogramm schwere Scheibe 67,78 Meter weit - Weltjahresbestleistung! Die 24-Jährige steigerte ihre Bestleistung damit um 3,48 Meter und übertraf ihren vormaligen „Hausrekord“ (64,30) in Wiesbaden mit vier Versuchen. Damit nimmt Nadine Müller bislang die Favoritenrolle bei den Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August) ein. Gut in Form, wenngleich recht weit entfernt von seinem erhofften 70-Meter-Wurf war auch Diskus-Weltmeister Robert Harting (SCC Berlin) mit 66,62 Meter. Für ein weiteres herausragendes Resultat sorgte Michael Salzer (TG Nürtingen) mit 65,42 Meter im Diskuswerfen der männlichen Jugend A. Und die hessischen Teilnehmer? Hier rückte insbesondere Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) in den Vordergrund. Die EM-Norm von 60,50 Meter verfehlte die 27-jährige Polizeikommissaranwärterin dabei mit 60,22 Meter nur knapp.

Direkt nach dem Wettkampf konnte sich Sabine Rumpf nicht für „positiv oder negativ“ entscheiden, auf ihrer Homepage las sich das später aber entschieden eindeutiger. „Puh, der Saisoneinstieg ist super verlaufen. Und das, obwohl wir noch bis Mittwoch im Trainingslager so richtig rantrainiert haben.“ Also bis drei Tage vor dem Wettkampf in Wiesbaden. Der Lohn war Platz drei hinter Nadine Müller und der Chinesin Aimin Song (62,40 Meter) - ein gelungener Einstand in den EM-Sommer. Drei Trainingslager hat die Hessen in diesem Jahr hinter sich gebracht, ab Ende Februar weilte sie zunächst für drei Wochen in Australien bei Weltmeisterin Dani Samuels. Auf dem fünften Kontinent absolvierte sie ihren ersten Wettkampf (57,78 am 27. Februar in Sydney), dort begann auch die Technikumstellung. „Ich drehe jetzt langsamer an und den Fuß weiter ein.“ Ziel der Bemühungen, die in zwei weiteren Trainingslagern (Cattolica/Italien und Albufeira/Portugal) fortgesetzt wurden: „Ich brauche mehr Tempo aus den Beinen.“
Beim Winterwurf-Europacup in Arles (Frankreich) lief es aufgrund einer vorangegangen Erkältung mit 55,57 Meter noch nicht so gut - in Wiesbaden hingegen präsentierte sich Sabine Rumpf als deutsche Nummer zwei und aussichtsreiche EM-Kandidatin. Große Unterstützung erfährt Sabine Rumpf auf ihrem Weg nach Barcelona dabei von ihrem Arbeitgeber, der Hessischen Polizei. „Es läuft super, da passt einfach alles.“ Zuletzt in Albufeira habe sie „viel geworfen“, dementsprechend müde war die frühere U23-Europameisterin (2005) nach der Rückkehr. Zudem mussten die schmerzende Schulter und das schmerzende Kniegelenk physiotherapeutisch behandelt werden. Die Form stimmt bei Sabine Rumpf, und dass sie ihre Bestleistung (61,81 Meter/2008) im Sommer steigern wird, ist ziemlich wahrscheinlich.

Julia Bremser (LSG Goldener Grund) belegte im A-Wettkampf den achten Rang mit 53,92 Meter. Im B-Wettkampf verpasste Alexandra Göbel (LG Eintracht Frankfurt/52,64) ihre Bestleistung als Viertplatzierte nur um fünf Zentimeter. Hessische „Schwergewichte“ waren im Kugelstoßen der Männer am Start. Christopher Götz (TSG Niederrodenbach) kam als Vierter auf 17,76 Meter, Mario Labisch (LG Eintracht Frankfurt) stieß die Kugel 16,69 Meter weit. Im Kugelstoßen der Frauen erreichte Maike Naumann (TSV Frankenberg) mit 15,93 Meter punktgenau ihre beste Saisonleistung von 2009. In dem stark besetzten Diskus-Wettkampf der männlichen Jugend B warf Nils Kollmar (TSV Frankenberg) mit 54,14 Meter persönliche Bestleistung und wurde Sechser.

Uwe Martin

 


10.05.2010