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Sara Gambetta und Christina Kiffe knacken WM-Norm


In Topform: Sara Gambetta. (Foto: Iris Hensel)

Die hessischen Mehrkämpfer haben sich beim Meeting in Bernhausen wie schon im Vorjahr äußerst stark präsentiert. Beim Wettkampf, der zugleich die erste von zwei Qualifikationsmöglichkeiten für die diesjährigen U20-Weltmeisterschaften in Moncton (Kanada) war, konnten gleich acht deutsche Athleten die jeweils geforderten Normen knacken – darunter die beiden HLV-Starterinnen Sara Gambetta (TSG Schlitz) und Christina Kiffe (ASC Darmstadt). Dabei sorgten die Hessinnen auch für den Mannschaftssieg in der Landeswertung der weiblichen Jugend A: Gambetta, Kiffe und Jessica Gladys (TV Königstädten) hatten am Ende mit 15.800 Punkten einen deutlichen Vorsprung vor Württemberg und Westfalen und verteidigten damit auch den Teamerfolg aus dem Vorjahr.

Als „einfach sensationell“ lässt sich wohl die Leistung beschreiben, die Siebenkämpferin Sara Gambetta am Wochenende beim Traditionsmeeting in Bernhausen hingelegt hat. Bereits im Vorjahr hatte die B-Jugendliche ihr großes Potential angedeutet, als sie bei der A-Jugend Zehnte geworden war.

Mit ganz starken 5.693 Punkten ließ Sara, die jetzt im zweiten Jahr B-Jugend ist, die gesamte ältere Konkurrenz hinter sich und knackte auch souverän die geforderte WM-Norm von 5.400 Punkten. „Der erste Tag war wirklich unglaublich“, bilanzierte der Leitende Landestrainer des HLV, Manfred Kehm, im Anschluss an Gambetta’s Sieg. „Das war vielleicht sogar der beste erste Wettkampftag, den in Deutschland je eine B-Jugendliche hingekriegt hat“. Mit 13,28 Meter im Kugelstoßen, 14,66 Sekunden über 100 Meter Hürden sowie sensationellen 24,31 Sekunden über 200 Meter stellte Sara Gambetta am ersten Tag gleich drei neue persönliche Bestleistungen auf. Auch wenn sie am zweiten Wettkampftag etwas hinter ihren Bestmarken zurück blieb, standen am Ende starke 5.693 Punkte zu Buche.

Einen tollen Wettkampf lieferte auch Christina Kiffe ab. Die Darmstädterin überzeugte bei ihrem Wettkampf auf 5.468 Punkte vor allem im Hochsprung mit 1,80 Meter sowie über 100 Meter Hürden (14,41 Sekunden). Damit unterbot die 18-Jährige ebenfalls die WM-Norm – muss ihre Stärke als Dritte von Bernhausen aber in knapp vier Wochen in Ratingen erneut unter Beweis stellen, wenn es um die endgültige Vergabe der WM-Tickets geht. Die Jüngste im Team, Jessica Gladys, wurde mit neuer Bestleistung von insgesamt 4.639 Punkten 15. – und sorgte mit ihrer Leistung für den Mannschaftssieg des HLV, denn nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Carolin Schäfer rettete sie mit einem soliden Mehrkampf die Teamwertung der Hessen.

Die WM abhaken muss vermutlich Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt). Die U20-Welt- und Europameisterin der vergangenen beiden Jahre musste den Wettkampf, an aussichtsreicher zweiter Position liegend, abbrechen: Zu groß waren die Schmerzen an ihrem linken Sprungbein. „Das war wirklich ganz schlimm, da ging gar nichts mehr“, sagt ihr Landestrainer Jörg Graf. Er selbst hat den entscheidenden Quali-Wettkampf in Ratingen noch nicht ganz aus dem Hinterkopf gestrichen, aber „es sieht nicht ganz so gut aus“, gibt er zu, die weitere Behandlung müsse jetzt abgewartet werden.

„Es sieht nicht ganz so gut aus“ war am Wochenende auch das Stichwort für U20-WM-Bronzemedaillengewinner Steffen Klink (TSV Kirberg). Schon den Winter über schlug sich der 18-Jährige mit gesundheitlichen Problemen herum. Deshalb sollte Bernhausen für ihn der erste große Leistungsvergleich werden. Doch schon beim Hochsprung traten wieder Fußprobleme auf, die letztendlich zur Aufgabe führten. Die Norm knackten stattdessen die großen Konkurrenten. „Die Hoffnung ist jetzt erst einmal weg“ sagte Mehrkampf-Landestrainer Graf in Bezug auf die erhoffte WM-Norm von Klink. Ob der Zehnkämpfer bis zur erneuten Quali-Möglichkeit in Ratingen wieder fit wird, bleibt abzuwarten.

Überzeugen konnte aus hessischer Sicht ein anderer: Aron Schreiner (LG Eintracht Frankfurt). Der B-Jugendliche hatte zuletzt schon mit einigen Bestleistungen auf sich aufmerksam machen können. Gegen die ältere A-Jugend-Konkurrenz zeigte sich Schreiner dann erneut in bestechender Form. Mit insgesamt 7.073 Punkten landete der Frankfurter auf einem tollen sechsten Platz – das war „mit die stärkste Leistung dieses Wochenendes, wirklich außergewöhnlich“ urteilte Manfred Kehm. Vor allem in den Wurfdisziplinen holte Aron Schreiner viele Punkte: Bestleistung im Kugelstoßen mit 15,42 Meter sowie im Diskus mit 47,80 Meter. Auch 4,50 Meter im Stabhochsprung waren eine beachtliche Leistung und zeugten von einem äußerst zielgerichteten und konzentrierten Wettkampf, den Aron Schreiner in Bernhausen durchzog.

Bei Max Wannemacher (ASC Darmstadt) war in Bernhausen von Anfang an der Wurm drin – was mit drei ungültigen Versuchen bei der Stabhochsprung-Einstiegshöhe endete und ihn damit aus dem Rennen um die guten Platzierungen warf. In der männlichen B-Jugend schafften Marius Weber (LG Eintracht Frankfurt) und Christoph Erler (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) mit ihren Bestleistungen von 6.430 bzw. 6.424 Punkten jeweils deutlich die Einzelnorm für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften. Weber wurde Sechster, Erler Siebter. Rouben Czwikla (LG Eintracht Frankfurt) zog sich während des Wettkampfes eine Rückenverletzung zu, trat zu den restlichen Disziplinen aber dennoch so gut es eben ging an um seine bis dahin erreichten Punkte zu halten.

Julia Nestle

 


24.05.2010