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Behrenbruch für EM qualifiziert,
Claudia Rath mit Bestleistung


Claudia Rath stellte mit 5984 Punkten eine neue Bestleistung auf. (Foto: Iris Hensel)

Man muss die Informationsflut rund um den Auftritt der hessischen Mehrkämpfer Claudia Rath, Pascal Behrenbruch und Jan Felix Knobel (alle LG Eintracht Frankfurt) beim Meeting in Götzis erst einmal sortieren. Da sind zum einen die sportlichen Nachrichten mit der geglückten EM-Qualifikation des gesundheitlich angeschlagenen Behrenbruch im Zehnkampf (8069 Punkte), die neue Bestleistung von Siebenkämpferin Claudia Rath (5984 Punkte) und der furiose Auftritt des U20-Weltmeisters Knobel mit sechs Bestleistungen in den ersten sieben Disziplinen bedeutsam. Beim Stabhochsprung aber leistete sich Knobel bei 4,40 Meter aufgrund von stechenden Rückenschmerzen einen „Salto Nullo“, warf den Speer anschließend noch 66,51 Meter weit, verzichtete jedoch auf den abschließenden 1500-Meter-Lauf. Am Tag danach steht fest: Die Verletzungen von Knobel und Behrenbruch sind so gravierend, dass sich beide einer Kernspintomographie unterziehen müssen. Denn auch Trainer Jürgen Sammert braucht Klarheit über die Rückenverletzung von Knobel, der sich zudem eine Ellbogenverletzung zuzog. Und Behrenbruch? Der 25-jährige WM-Sechste spürte bereits beim 100-Meter-Start seine lädierte Plantarsehne, „vielleicht ist in diesem Bereich jetzt noch ein „Muskelfaserriss hinzugekommen“ (Sammert).
Die Teilnahme am Mehrkampf-Meeting in Ratingen (19./20. Juni) ist gestrichen, Knobel hat diesbezüglich noch Hoffnung. Die Zehnkampf-Helden sind angeschlagen. Wie schwer, wird sich zeigen.

Claudia Rath hat ihren ersten Auftritt beim Meeting im Vorarlberg gesund überstanden. „Aber sie war unglaublich nervös“, sagt Sammert. „Die beiden ersten Disziplinen sind einfach so an ihr vorbei gegangen.“ Die 100 Meter Hürden, als die 24-Jährige vorneweg laufen musste, was ihr nicht liegt (14,18), und der Hochsprung mit 1,76 Meter. Zwei Höhen weniger als möglich, aber das Wetter war auch unglaublich mies. Glanzpunkte setzte Claudia Rath in anderen Disziplinen, etwa über 200 Meter (24,22) und über 800 Meter (2:13,46). Das Kugelstoßen (12,08) dürfte ohnehin keine Stärke mehr werden bei ihr, im Weitsprung (6,21) und im Speerwerfen (38,95) blieb sie am unteren Ende der Erwartungen. Die verpassten 6000 Punkte, und womöglich die EM-Norm (6100) will sie jetzt in Ratingen nachholen.


Verletzt für die EM qualifiziert: Pascal Behrenbruch. (Foto: Iris Hensel)

Mit einer verbalen Kampfansage („Wenn es optimal läuft, kann ich in Ratingen 8100 Punkte anpeilen“) hat sich Knobel im Fachportal leichtathletik.de unterhalb der martialischen Überschrift „Zehnkampf-Youngster lecken Blut“ zu Wort gemeldet. Den 21-Jährigen hatten in Götzis aber nicht nur die erwähnten Verletzungen, sondern auch ein „kleiner Infekt“ (Sammert) aus der Bahn geworfen. Bis dato war der deutsche Zehnkampfmeister auf dem besten Weg gewesen, seine Bestleistung von 7758 Punkten regelrecht zu pulverisieren. 11,15 (100 Meter), 7,32 (Weitsprung), 15,21 (Kugelstoßen), 1,91 (Hochsprung), 48,91 (400 Meter), 15,17 (110 Meter Hürden) und 44,60 (Diskuswerfen) verdeutlichen seine Fortschritte. „Er ist wesentlich stärker geworden und hätte die 8000 Punkte mit Sicherheit geknackt“, sagt Sammert.

Wenn man Behrenbruch an dieser Stelle einen Rat geben sollte, dann müsste er lauten: Gesund werden! Ansonsten hakt er nämlich nicht nur die EM-Norm, sondern in zwei Monaten auch die Titelkämpfe in Barcelona (26. Juli bis 1. August) ab. Sammert spricht von einer „komplizierten Geschichte“, ausgehend von jenen zwei Trainingslagerwochen in Südafrika, in denen er nicht vor Ort gewesen ist und Behrenbruch „etwas überzogen“ habe. Seitdem schmerzt die Plantarsehne am Fuß. Und die Form ist im Keller. Behrenbruch hat sich stabil durchgekämpft in Götzis, das ist aller Ehren wert, mehr Punkte hatte er nicht erwartet.

Uwe Martin

 


31.05.2010