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Felix Göltl übertrumpft alle


Auch über 200 Meter war Felix Göltl der Konkurrenz weit voraus
Foto: Benjamin Heller

Die Hessischen Landesmeisterschaften im umgebauten neuen Schmuckkästchen in Wetzlar haben für zahlreiche tolle Leistungen gesorgt. Die über 600 hessischen Athleten, die an den Start gingen, sorgten teilweise für große Begeisterung auf den Rängen. Felix Göltl zum Beispiel. Der Sprinter vom TuS Kriftel brachte das große Highlight in Wetzlar auf die Bahn: in 10,32 Sekunden über 100 Meter und 20,83 Sekunden über die doppelte Distanz katapultierte sich der 20-Jährige mitten rein in die deutsche Sprintelite, was seine beiden Hessentitel fast zur Nebensache werden ließ. Silber sicherte sich jeweils der Friedberger Nils Müller (10,50sec.; 21,23sec.). „Ich kann es selbst noch gar nicht fassen“, war der Satz des Wochenendes. 10,32 Sekunden - so schnell war in dieser Saison bisher nur Tobias Unger gelaufen. Mit der Einstellung der deutschen Jahresbestzeit hatte der Krifteler überhaupt nicht gerechnet. „Ich kann es nicht beschreiben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich heute unter 10,40 Sekunden bleibe, mein Ziel dieses Jahr war eigentlich der Endlauf bei den Deutschen Meisterschaften“, strahlte Felix Göltl nach der Siegerehrung. Über 200 Meter wiederholte er seinen Triumph vom Vortag: Seine Bestzeit steigerte Felix von 21,41 Sekunden auf starke 20,83 Sekunden. Das Programm seines Trainers Thomas Riehm hat er mit seinem Auftritt in Wetzlar jedenfalls gehörig durcheinander geworfen, und das Ziel „Endlaufteilnahme“ bei den Deutschen dürfte für den Staffel-Europameister der U20-EM jetzt wohl auch neu definiert werden.

Hürdensprinterin Antonia Werner vom TV Flieden - eine Woche zuvor noch beim Länderkampf in Polen im Einsatz - konnte ihr gute Form in Wetzlar erneut bestätigen. Bei einer Bestzeit von 13,38 Sekunden lief sie mit 13,49 Sekunden die zweitschnellste Zeit ihrer noch jungen Karriere. „Ich bin total zufrieden“, sagte sie deshalb auch völlig zu Recht nach ihrem Titelgewinn.


Beatrice Marscheck siegte in Wetzlar gleich dreimal. Foto: Jörg Theimer

Marscheck mit Triple

Weitspringerin Beatrice Marscheck sorgte unterdessen für ein Triple in Wetzlar: Sie gewann gleich dreimal. Über 100 Meter (11,84sec. nach starken 10,69sec. im Zwischenlauf), im Weitsprung mit 6,18 Meter sowie über 200 Meter. Hier lieferte sich die Athletin vom LAZ Gießen ein enges Duell mit 400 Meter Hürden-Hessenrekordhalterin Christiane Klopsch (LG Ovag Friedberg-Fauerbach). Marscheck holte sich in 24,07 Sekunden Titel Nummer drei vor Klopsch, die ihrerseits in 24,24 Sekunden neue Bestzeit lief.

Dreispringer Nico Bayer (Wiesbadener LV) hat nach seinem Titelgewinn noch Luft nach oben. 15,15 Meter „waren nicht das Gelbe vom Ei“, sagte er. Die Zubringerleistung stimmen, „es ist einfach eine Kopfsache, dass es bisher mit dem langen Anlauf noch nicht weiter geht“, analysierte der Wiesbadener.

Im Stabhochsprung der Frauen führte unterdessen erwartungsgemäß kein Weg an Julia Hütter (LAZ Bruchköbel) vorbei. Mit 4,20 Meter zeigte sie sich allerdings nicht ganz zufrieden: „Ich habe es selbst verbockt, ich hätte beim zweiten Versuch über 4,40 Meter einfach durchziehen müssen“, analysierte Julia Hütter. Die Zuversicht, diese Höhe drauf zu haben, machte sie dann am Ende aber doch zufrieden.

Hessische Werfer/innen sehr gut in Form

Der Titel im Diskuswurf der Frauen ging zum wiederholten Male an Sabine Rumpf. Dabei galt bei ihr in Wetzlar das Motto: „Wieder knapp dran - aber eben nicht drüber“. Die Athletin von der LSG Goldener Grund kam mit 59,31 Meter zum wiederholten Mal in dieser Saison ganz nahe ran die EM-Norm von 60,50 Meter und erzielte zudem einen neuen Stadionrekord. Und weiter geworfen bei Hessenmeisterschaften hat auch noch niemand.

Im Hammerwurf sicherte sich Andrea Bunjes (LG Eintracht Frankfurt) bei den Frauen mit 66,65 Metern den Titel. Bei den Männern trat der kurz zuvor in die Schlagzeilen geratene Sergej Litvinov an. Seinen Start mit der Nationalmannschaft bei der Team-EM in Bergen hatte der 24 Jahre alte Hammerwerfer der LG Eintracht Frankfurt verweigert - und war deshalb aus der Förderung des DLV gestrichen worden. In Wetzlar zeigte sich der in Weißrussland Geborene aber trotz allem - und holte mit 76,54 Metern den Landestitel.

Julia Nestle

 


23.06.2010