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DJM: Hessen reif für Ulmer Oscar


Bereit für das kommende Großereignis DJM: die hessischen Nachwuchsathleten. (Foto: Lisa Magel)

Das erste Mal bei Deutschen Meisterschaften starten. Sicherlich für alle Nachwuchsathleten ein großer Traum – und gleichzeitig eine sehr spannende und aufregende Aufgabe. Vor den Deutschen Jugendmeisterschaften am ersten August-Wochenende in Ulm ging es jetzt deshalb für eine Gruppe von 17 hessischen Athleten zur Vorbereitung ins dortige Donaustadion: Der Ort, an dem die Titelkämpfe stattfinden werden. Die meisten dieser 17 Jungs und Mädels sind noch nie bei Deutschen Meisterschaften gestartet, und sollten deshalb mit den Abläufen und Besonderheiten der Titelkämpfe vertraut gemacht werden. Hierfür hatte sich das Trainerteam, bestehend aus Jörg Schulte (HLV-Landestrainer Wurf), Philipp Schlesinger (HLV-D2-Koordinator Technik), Jens Dietrich (LG Eintracht Frankfurt) sowie dem Leitenden Landestrainer im HLV, Manfred Kehm, einen detaillierten Lehrgangsplan überlegt.


„Einen Vormittag lang haben wir das ganze Prozedere einer Deutschen Meisterschaft von A bis Z durchgespielt“, berichtet der Leitende Landestrainer des HLV, Manfred Kehm, „das war die Kerneinheit dieses Lehrgangs“. Immer wieder ist zu beobachten, dass die jungen Athleten bei ihrem ersten Auftritt auf Bundesebene nicht mit der besonderen Situation zurecht kommen und somit ihre Leistungen nicht abrufen können. Deshalb standen die Abläufe der ersten großen Meisterschaft für die 15- bis 17-Jährigen im Vordergrund. So sind die Nachwuchsathleten beispielsweise um 6 Uhr morgens in ihrer Jugendherberge aufgestanden, haben um halb 7 gefrühstückt und sind dann um 8 Uhr ins Stadion gefahren – weil viele Wettkämpfe bei den „Deutschen“ in Ulm bereits um 10 Uhr beginnen. Selbst auf der Hinfahrt nach Ulm wurde nichts ausgelassen: „Wir haben am Rasthof Dehnübungen machen und die Athleten sich bewegen lassen um zu zeigen, was passiert, wenn man auf der Fahrt zum Wettkampf auch mal im Stau steht“, sagt Kehm.


Außerdem wurde z.B. durchgespielt, wie man sich im Callroom verhält und wie dieser „Zwangsaufenthalt“ für das Aufwärmprogramm und den nachfolgenden Wettkampf zu berücksichtigen ist. Und als dann 20 Minuten vor Abgabe bei zwei Athleten festgestellt wurde, dass die Stellplatzkarten noch im Zimmer der Jugendherberge liegt, konnte mit der „Wettkampfleitung“ nach Einsicht der Meldelisten doch noch der Start gesichert werden.


Zum Lehrgang gehörte auch, dass die 17 Athleten nach dem Einkauf verschiedener Lebensmittel eine Zeitleiste von vier Stunden vor dem Wettkampf bis zum Wettkampfbeginn erstellen mussten. „Die Athleten mussten dann eigenständig einordnen, welche Lebensmittel sie wie lange vor dem Wettkampf noch zu sich nehmen können“, erläuterte Manfred Kehm die Wichtigkeit der richtigen Ernährung.


Neben der Vorbereitung auf die Meisterschaften kam auch der Mannschafts-Spaß und die Abwechslung nicht zu kurz. (Foto: Lisa Magel)

Neben der Simulation des Wettkampfablaufs kam aber auch das Training – und natürlich auch eine Menge Spaß nicht zu kurz. Neben dem individuellen Training, das zum Großteil im Vorfeld mit den jeweiligen Vereinstrainern abgesprochen worden war, schauten sich die Athleten auch die Stadt an. Dass die Einheiten teilweise in strömendem Regen abgehalten werden mussten, störte die Athleten wenig. In Ulm sind sie zu einem richtig guten, top motivierten Team geworden, wozu nicht zuletzt Vertrauensübungen wie die „fliegenden Adler“ und Ähnliches beigetragen haben.

Dass Leistung ganz entscheidend auch im Kopf entsteht, wurde abschließend bei der angeleiteten (Kino-) Vorstellung des kommenden Großereignisses deutlich. Das große Ziel „Deutsche Jugendmeisterschaften“ lief dabei wie ein Film in den Köpfen der Athleten ab. „Wir haben den Athleten ein paar psychologische Tipps zur Konzentration und Motivation an die Hand gegeben, die es ihnen leichter machen werden, die Vielzahl der neuen Eindrücke positiv zu verarbeiten“, sagte Kehm, denn sie selbst werden die Hauptakteure des Films ‚Deutsche Jugendmeisterschaften 2010’ sein“. Ein Film, der mit Sicherheit ein Happy End haben wird.

Julia Nestle

 


20.07.2010