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Auf neuen Wegen: Carolin Schäfer
Foto: Iris Hensel

Es soll ein kompletter Neustart werden. Einer, bei dem an all den Schräubchen gedreht wird, die auf dem Level, auf dem Carolin Schäfer wirft und springt, noch etwas bewirken könnten: Bei der Ernährung etwa oder im mentalen Bereich will sich die U20-Weltmeisterin von 2008 in Zukunft professioneller Hilfe bedienen. Doch die größte Veränderung muss die Siebenkämpferin von der LG Eintracht Frankfurt eher unfreiwillig vornehmen. Mehrkampf-Landestrainer Jörg Graf, der sie sechs Jahre lang bestens betreut hat, geht im nächsten Monat in den Ruhestand. Seine Spitzenathleten mussten sich neue Trainer suchen: Jan Felix Knobel etwa war schon im vergangenen Jahr zu Jürgen Sammert, dem Trainer des WM-Sechsten Pascal Behrenbruch, gewechselt. Nun hat auch Carolin Schäfer den Schnitt vollzogen. Seit einigen Tagen betreut sie der gebürtige Ungar Gyula Kovacs. „Ich wollte jemanden mit Erfahrung“, erklärt Carolin Schäfer.
Die hat ihr neuer Coach seit seinem Umzug nach Deutschland erst als Konditionstrainer der Friedrichshafener Volleyballer und später im Stuttgarter Leichtathletikzentrum gesammelt. Seine Schwerpunkte liegen dabei im Springen und Sprinten − genau das, was die 18-Jährige, die im Wurfbereich unter Landestrainer Jörg Schulte übt, braucht.

Der Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Carolin Schäfer sich im Aufbautraining befindet. Bereits vor einem Jahr war sie wegen anhaltender Probleme im Knie operiert worden. Doch gleich beim ersten Wettkampf der Freiluftsaison 2010 landete sie so ungünstig, dass ihr das Gelenk erneut dauerhaft Schmerzen bereitete. Kurz nach einer deshalb abgebrochenen Qualifikation für die U20-WM beim Meeting im Mai in Bernhausen beendete sie die Saison vorzeitig und unterzog sich vor vier Wochen einer weiteren Operation. „Schade, ich hätte meinen WM-Titel gerne verteidigt“, sagt Carolin Schäfer. Zumal sie ab dem kommenden Jahr bei der U23 starten muss.

Auch sonst warten 2011 einige große Herausforderungen auf die Junioren-Europameisterin. Im März stehen die ersten Abiturprüfungen an, zudem will sie den Eingangstest für die hessische Polizeisportgruppe bestehen. Im Erfolgsfall stünde Carolin Schäfer dann erneut vor einem Neustart.


Erschienen in der Frankfurter Rundschau am 26. August/Autorin: Katja Sturm

 


26.08.2010