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Karl Grünig zum 100. Geburtstag

Er war ein Pionier der ersten Stunde. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der in Pfungstadt geborene Karl Grünig maßgeblich zum Aufbau des Landessportbundes Hessen (lsb h) und des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) beigetragen. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des HLV und des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, war im Oktober 1957 nach dem überraschenden Tod von Jupp Schröder für vier Monate auch HLV-Vorsitzender. Als HLV-Jugendwart (1948 bis 1956) zeichnete er zudem verantwortlich für das erste Jugendzeltlager im Rahmen der Deutschen Meisterschaften 1955 in Frankfurt. Zu seinen Entdeckungen gehörte der Sprinter Leonhard Pohl, der wie er dem TSV Pfungstadt angehörte und 1956 bei den Olympischen Spielen Dritter mit der 4x100-Meter-Staffel wurde. Grünig starb am 10. April 1993 - am 25. Oktober 2010 wäre er 100 Jahre alt geworden.


Karl Grünig (Foto: Fotoarchiv lsb h)



Der Sportpädagoge war aber nicht nur in der Leichtathletik aktiv und präsent wie nur wenige Persönlichkeiten in den Nachkriegsjahren. Als Feldhandballer ist Grünig in den 30er Jahren beim TSV Pfungstadt so erfolgreich gewesen, dass er in die deutsche Studentenauswahl berufen wurde. Als Studiendirektor war Grünig am Kant-Gymnasium in Rüsselsheim vor seinem Ruhestand als stellvertretender Schulleiter tätig. Als HLV-Verbandschef stellte er sich vor 52 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl, da er zum Sportwart des Landessportbundes gewählt worden war. Beim lsb h wirkte er bis 1973 in verschiedenen Funktionen.

1964 etwa übernahm Grünig das Amt des Bundesportwarts. In diesem Amt beteiligte er sich maßgeblich an der Entwicklung der Sportschule in der Otto-Fleck-Schneise. Im Zentrum des hessischen Sports wurden unter seiner Ägide als Vorsitzender des Schul- und Prüfungsausschusses knapp 2.000 Trainer und Übungsleiter ausgebildet.

Grünig veröffentlichte Broschüren und Bücher, betätigte sich auch als Autor der Zeitschrift „Hessische Sportjugend“. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Ehrenplakette des Landessportbundes Hessen. Die Universität Rio de Janeiro erkannte im 1971 die Ehrenplakette zu für seine Mithilfe am Aufbau des Instituts für Leibesübungen.

Uwe Martin


 


25.10.2010