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Jens Drösel: Der neue Vertreter der
Kreise mahnt "effizientes Arbeiten" an


Paul Gast (l.) und sein nach Nachfolger Jens Drösel (Foto: Julia Nestle)

Es sind schon ein paar Wochen vergangen, seit Jens Drösel auf der Vollversammlung der Kreise als Vertreter derselben gewählt worden ist. Am 6. November wurde der 37-Jährige in dieses Amt gewählt, nachdem er sich zuvor ausführlich mit seinem Vorgänger Paul Gast beraten hatte. "Ich habe lange überlegt, ob ich es machen kann, schließlich bin ich beruflich stark gefordert", sagt Drösel. Letztlich hat er sich doch bereit erklärt, ins Ehrenamt einzusteigen - es war eine Entscheidung für die Leichtathletik, für die hessische Leichtathletik. Es ist nämlich nicht gerade so gewesen, dass die Bewerber Schlange gestanden hätten. Zehn Jahre hatte sich der ausdauernde Gast (LG Evo Seligenstadt) um die Belange der Kreise gekümmert, nun setzt Drösel die Arbeit fort - und muss dabei eigenes Profil gewinnen. Das anstehende Aufgabenportfolio hat er schon im Sinn, richtig los geht's dann im Januar 2011.
Drösel will alle 26 HLV-Kreise kennenlernen, wobei er einige natürlich schon kennt, seinen eigenen (Wiesbaden/Rheingau-Taunus) ohnehin, das erweiterte Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen sind ihm gleichfalls nicht fremd. Doch es gibt auch noch weiße Flecken, und die müssen beseitigt werden. Kontakte aufbauen, die Meinung der Kreise nachhaltig im Präsidium vertreten, diese beiden Punkte stehen also ganz oben auf seiner Agenda. "Viele Kreise kochen noch ihr eigenes Süppchen", sagt Drösel. Im nächsten Satz mahnt er "effizientes Arbeiten" und einheitliche Internet-Auftritte der Kreise an. Nicht zuletzt will Drösel darauf hinwirken, dass verstärkt Jugendliche an die Kreisvorstände herangeführt werden. "Viele, vielleicht die meisten Vorstände sind überaltert. Auch im Sinne der Zukunftsfähigkeit brauchen wir mehr junge Leute."
Der neue Vertreter der Kreise ist in Kelkheim geboren, seine Leichtathletik-Karriere begann Drösel beim TV Hofheim unter Trainer Steffen Wirth. Ende der achtziger Jahre wechselte dann die ganze Gruppe zum LAV Wiesbaden. Als dieser Verein Ende 1994 im Zuge des Procedo-Skandals aufgeben musste, schloss er sich dem neu gegründeten Wiesbadener Leichtathletik-Verein (WLV) an. Er ist weiterhin WLV-Mitglied, eine Vorstandsfunktion hat er allerdings nicht übernommen. Aus Gründen der Neutralität gegenüber den anderen Vereinen im Kreis Wiesbaden/Rheingau-Taunus. Jetzt, als Vertreter aller hessischen Kreise, verbietet sich dies genauso. "Ich stelle mich der Sache und hoffe, einiges auf dem kleinen Dienstweg erledigen zu können", sagt Drösel. Zeit ist ein rares Gut in diesen Zeiten.
Der ehemalige Zehnkämpfer ist Diplom-Sportwissenschaftler und Diplom-Verwaltungswirt und nicht zuletzt National Technischer Offizieller (NTO). Nie gehört? Das ist die offizielle Bezeichnung für Leichtathletik-Kampfrichter, die zugelassen sind für Wettkämpfe auf internationaler Ebene. Bisheriger Höhepunkt war der Einsatz bei der WM 2009 in Berlin, gemeinsam mit Tanja Dörr. Drösel war Leiter der Innenraumkontrollen, verantwortlich für 40 Personen. In die Karriere als Kampfrichter habe er sich "reingeschafft", sagt Drösel. Als Vertreter der Kreise beginnt er nun wieder von vorne.

Uwe Martin

 


16.12.2010