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7,58 Sekunden und 6,40 Meter - perfekter Saisoneinstieg für Beatrice Marschek


Beatrice Marschek, hier bei der WM 2009 in Berlin, hat große Ziele (Foto: Iris Hensel)

Einige hessische Leichtathleten sind bereits in die Hallensaison 2011 gestartet und haben dabei mit sehr guten Leistungen überzeugt. Insbesondere Beatrice Marschek vom LAZ Gießen machte am ersten Wettkampf-Wochenende von sich reden. Die 25-jährige WM-Teilnehmerin von 2009 im Weitsprung verbesserte zunächst in der Herrenwaldhalle von Stadtallendorf ihren 60-Meter-Rekord auf 7,58 Sekunden, genauso schnell war die Mittelhessin tags darauf beim Sportfest in Frankfurt-Kalbach. Zudem steigerte Beatrice Marschek in Stadtallendorf ihre Hallenbestleistung im Weitsprung auf 6,40 Meter und verpasste den Hessenrekord von Claudia Rath (6,41 Meter/2010) um nur einen Zentimeter. Nach einem - auch verletzungsbedingt - schwächeren Sommer 2010 hat die Weitspringerin laut Trainer Markus Czech für die WM-Saison 2011 als Ziel eine Leistung zwischen 6,80 und 6,85 Meter formuliert. Czech: „In der Halle muss ein Ziel auch die EM-Norm sein.“ Die Titelkämpfe in Paris finden vom 4. bis 6. März statt, das DLV-Limit liegt bei 6,55 Meter.

Es geht also wieder aufwärts bei Beatrice Marschek, die sich im WM-Sommer 2009 auf 6,70 Meter verbessert und in der deutschen Spitzenklasse etabliert hatte. Nach einem guten „Frühstart“ Ende Mai 2010 mit 6,53 Meter in Friedberg lief dann aber kaum noch etwas zusammen. Zumeist widrige äußere Bedingungen verhinderten in den nächsten Wettkämpfe weitere Steigerungen, noch vor der Deutschen Meisterschaften zog sich die sprintstarke Weitspringerin einen Muskelfaserriss in der tiefen Wadenmuskulatur zu, der zudem sehr spät diagnostiziert wurde. „Wir haben deshalb die Saison frühzeitig abgebrochen“, sagt Czech. Im Winter 2010/2011 jedoch sind die Zubringerleistungen besser denn je. Zweimal Bestzeit über 60 Meter, bessere Kraftwerte, eine umgestellte Armführung und der Anlauf mit jetzt 17 Schritten ließen die Hessin bei den offenen Kreishallenmeisterschaften „auf unserer Hausanlage“ (Czech) in Stadtallendorf 6,40 Meter weit fliegen. „Eine wunderbare Weite“, sagt der Trainer.

Und bei der verkürzten Anlauflänge - im vergangenen Sommer waren es noch 21 Schritte und damit etwa acht Meter mehr - soll es zunächst bleiben. Vielleicht wird es in den nächsten Wochen ein 17er-Anlauf mit Auftakt werden, vielleicht ein 19er, „das wird ganz nach dem Gefühl von Beatrice entschieden“. Fakt ist: Ihre vorherige Bestleistung mit 17 Anlaufschritten (6,25 Meter) hat die Freiluft-Hessenrekordlerin bereits im ersten Hallen-Wettkampf locker getoppt. „Sie ist nochmals schneller geworden. Ob sie die Geschwindigkeit in noch größere Weiten umsetzen kann, ist Kopfsache“, sagt Czech. Doch der Traum von den ganz großen Flügen im Sommer ist nun mal da, zumal der Wunsch nach einer „Standard-Wettkampfleistung“ (Czech) um 6,60 Meter. Die aktuell schnellste deutsche Weitspringerin mit Bestzeiten von 11,66 und 23,94 Sekunden (100, 200 Meter/2009) hat viel vor - auch bei den Hessischen Hallenmeisterschaften am nächsten Wochenende in Frankfurt.

Zwei Titel, über 60 Meter und im Weitsprung - sollen es werden. Berüchtigt für weite Sprünge in die Sandgrube ist das Sportzentrum in Kalbach nicht unbedingt - aber dieser eine fehlende Zentimeter zum Hessenrekord sollte auch dort möglich sein. Und eine schnelle Staffel hat das LAZ Gießen auch noch gemeldet…

Uwe Martin

 


10.01.2011