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Achillessehnenanriss stoppt auch Martin Günther


Martin Günther (Foto: Iris Hensel)

Auf den Tag zwei Monate nach dem Achillessehnenriss bei der deutschen Hochsprung-Rekordhalterin Ariane Friedrich ist auch ihr Vereins- und Disziplinkollege Martin Günther schwer verletzt. Der 24 Jahre alte deutsche Hallenmeister (Bestleistung 2,30 Meter) hat sich am vergangenen Dienstagabend beim Training im Sportzentrum Frankfurt-Kalbach die Achillessehne des linken Fußes angerissen und ist tags darauf in der Frankfurter BG-Unfallklinik operiert worden. Auch Günther wird in dieser Saison keine Wettkämpfe mehr absolvieren und demzufolge seinen Titel bei den deutschen Hallenmeisterschaften am nächsten Wochenende in Leipzig nicht verteidigen können. „Diese Häufung von gravierenden Achillessehnenverletzungen ist ein echter Schock“, sagt Mona Steigauf, Direktorin Leichtathletik bei der Frankfurter Eintracht. Am letzten Wochenende war Günther beim Meeting in Birmingham (Großbritannien) gestartet und hatte mit 2,21 Metern eine persönliche Jahres-Hallenbestleistung aufgestellt.

Die Zahl der hessischen Kandidaten mit begründeten Ansprüchen auf vordere Platzierungen in Leipzig ist damit nochmals gesunken. Denn mit Till Helmke (LG ovag Friedberg-Fauerbach) verzichtet einer der besten deutschen Sprinter komplett auf die Hallensaison, andere schnelle Hessen wie Nils Müller (LG Eintracht Frankfurt) sind gleichfalls nicht am Start. Mit der siebtbesten Hallenzeit 2011 (6,75 Sekunden) geht der 20 Jahre alte Nachwuchssprinter Felix Göltl (TuS Kriftel) über 60 Meter in den Block, wobei er schon direkt nach seinem persönlichen Rekordlauf Ende Januar in Karlsruhe eine Leistungssteigerung auf 6,70 Sekunden avisiert hat. Insgesamt 31 Athletinnen und Athleten aus zwölf Vereinen werden den Hessischen Leichtathletik-Verband in Leipzig vertreten - Chancen auf einen Podestplatz und die Qualifikation für die Hallen-EM in Paris (4. bis 6. März) haben aber nur wenige.

Am ehesten noch Hochspringerin Julia Wanner (LG Eintracht Frankfurt), sollte sie ihre Hallenbestleistung von 1,89 Meter um drei Zentimeter steigern und damit die EM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes erfüllen. Einen weiten Satz benötigt Beatrice Marschek (LAZ Gießen), um sich noch für die EM zu qualifizieren. Mit 6,40 Meter wird die Studentin in der Jahresstatistik geführt - für den Sprung nach Paris müssen es aber 6,55 Meter sein. Wirklich große Weiten haben die deutschen Weitspringerin bislang ohnehin nicht zu bieten: Nadja Käther (Hamburg/6,58 Meter), Michelle Weitzel (Regensburg/6,50), Bianca Kappler (Rehlingen/6,45) und Anika Leipold (Hamburg/6,43) sind aktuell vor Beatrice Marschek platziert. Wer bleibt sonst noch? Ja, Julia Hütter. Sie hat die EM-Norm im Stabhochsprung (4,40 Meter) bereits um zwei Zentimeter übertroffen, allerdings sind derzeit sechs deutsche Springerinnen höher gesprungen als die Athletin von der LG Eintracht Frankfurt. An der Spitze steht die deutsche Rekordhalterin Silke Spiegelburg (Leverkusen/4,76 Meter).

Mit hohen Ansprüchen fährt auch Christiane Klopsch (LG ovag Friedberg-Fauerbach) nach Leipzig. Am Samstag steht für die 20-Jährige der Vorlauf über 400 Meter an. "Mein Ziel ist es erst einmal, den Vorlauf zu überstehen und mich für das Finale zu qualifizieren." Anschließend sei vieles möglich. "Wir sind zeitlich alle so eng beisammen, da kann alles passieren", sagt Christiane Klopsch. Die Hessin geht selbstbewusst an den Start, schließlich hat sie am vergangenen Wochenende eine neue persönliche Bestzeit über die doppelte Hallenrunde aufgestellt. 54,59 Sekunden - damit liegt Christiane Klopsch derzeit auf Rang fünf der DLV-Hallenbestenliste. "Ich freue ich mich auf Leipzig, die Halle dort ist echt irre."

Und vielleicht gelingt Antonia Werner (TV Flieden) über 60 Meter Hürden wiederum eine Punktlandung wie im Vorjahr in Karlsruhe mit Rang fünf. Am besten positioniert in der nationalen Hallenbestenliste ist aus hessischer Sicht übrigens Othman Hadj Lazib vom TV Heppenheim auf Rang zwei über 60 Meter Hürden (7,76 Sekunden). Doch der schnelle Mann ist Algerier, er war im vergangenen Sommer Landes- und Afrikameister.

Uwe Martin

 


24.02.2011