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ARD/ZDF „schnappen“ sich WM-Livebilder


Betty Heidler und Kathrin Klaas sind jetzt doch live aus Daegu zu sehen (Foto: Iris Hensel)

Sind die Informationen des „Spiegel“ korrekt, hat sich das Pokerspiel von ARD und ZDF beim Kampf um die WM-Übertragung aus Daegu (Südkorea) gelohnt. Zum einen für die Leichtathletik-Fans, die von den beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nun doch mit Livebildern versorgt werden, zum anderen für ARD/ZDF. Denn nach Informationen des „Spiegel“ zahlen die Sender weniger als drei Millionen Euro. Die ursprüngliche Forderung der IAAF-Vermarktungsagentur IEC hatte bis zu 17 Millionen Euro betragen. Allerdings inklusive der WM 2013 in Moskau - die ist in dem aktuellen Vertragsabschluss nicht enthalten. ARD/ZDF hatten für das Paket Daegu/Moskau zunächst etwa sechs Millionen Euro geboten, die Gespräche waren von der schwedischen Agentur IEC daraufhin abgebrochen worden. Nach monatelangem Streit sind die Übertragungen vom 27. August bis 4. September nun gesichert.

Sehr zur Erleichterung von DLV-Präsident Clemens Prokop. „Wir freuen uns über die getroffene Vereinbarung und danken allen Beteiligten, die daran mitgewirkt haben, dass es doch noch zu einer Einigung gekommen ist. Es ist eine gute Nachricht für die deutsche Leichtathletik und Millionen sportbegeisterte Zuschauer.“ Dass Deutschland als wichtigster Markt in Europa dann doch beliefert werden sollte, muss in den letzten Wochen wohl auch dem klammen Weltverband IAAF gedämmert sein. Und so teilte IAAF-Präsident Lamine Diack mit: „Dass nun vier der fünf größten europäischen TV-Märkte mit Bildern aus Daegu versorgt werden, ist eine exzellente Neuigkeit. In Deutschland schlägt das Herz der Leichtathletik. Die fachkundigen und leidenschaftlichen deutschen Zuschauer, die jede Feinheit verstehen, haben Berlin 2009 zur bislang besten WM werden lassen.“

Verständlicherweise begeistert ist auch Hammerwurf-Europameisterin Betty Heidler aus Frankfurt. „Das ist cool, dafür haben wir gekämpft. Am allermeisten freue ich mich für meine Eltern, dass sie jetzt schauen können - auch mitten in der Nacht.“ Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, bewertet den Abschluss „nach den langwierigsten Verhandlungen, die ich bislang erlebt habe“ auch als Zeichen für die Kontinuität in der Leichtathletik-Ausstrahlung bei ARD und ZDF. „Für uns war immer der entscheidende Punkt, dass wir eine Einigung zu marktüblichen Preisen erzielen.“ Und ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz betont, „dass unser ständiges Angebot zur Verhandlung Früchte getragen hat“.

Uwe Martin

 


03.04.2011