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Im Test: Die neue „Kinderleicht-Athletik“


Gemeinsames Einlaufen in Kalbach. (Foto: B. Heller)


„Können wir das morgen wieder machen?“, fragte der achtjährige Junge seinen Vater beim Verlassen der Kalbacher Leichtathletikhalle am Samstagmittag. Gerade hatte er mit seiner Mannschaft, dem Wiesbadener LV, das Pilotprojekt des Teamwettbewerbs in der U10 gewonnen, das gemäß dem neuen DLV-Wettkampfsystem durchgeführt wurde.

So wie ihm dürfte es an diesem Nachmittag den meisten der rund 140 Jungen und Mädchen gegangen sein. Zonen-Druck-Stoß, eine Weitsprung-Staffel, Hindernis-Sprint- und Steintransport-Staffel. Diese vier für die Kinder völlig neuen Disziplinen wurden in der Kalbacher Halle durchgeführt und haben bewiesen, dass die Leichtathletik weit mehr kann als nur „geradeaus laufen, geradeaus springen und geradeaus werfen“.

Probleme erkannt – und direkt verbessert

Auch Dominic Ullrich, Leiter der DLV-Projektgruppe „Kinder in der Leichtathletik“, zog ein positives Fazit: „Aus Sicht der Kinder war es sehr erfolgreich, und auch aus Sicht der Eltern.“ Die Jugendwartin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, Yvonne Ripper, sah es genauso: „Den Kindern hat der Wettkampf richtig viel Spaß gemacht. Und das ist ja der Sinn der Sache.“

Mit einigen Trainern gab es vor Ort einen sehr konstruktiven Meinungsaustausch. So wurde beispielsweise festgestellt, dass die „Wartezeit“ in der Schlange für die jungen Athleten beim Druckstoß noch immer etwas zu lang ist. „Aber genau dafür machen wir ja eine solche Testveranstaltung“, sagt Dominic Ullrich. „Wir sehen, was wir noch ein bisschen besser machen oder verändern können – und das wird beim nächsten Wettkampf in Sachsen dann auch schon direkt umgesetzt.“


Eine der 4 Disziplinen: Die Hindernisstaffel. (Foto: B.Heller)


„Das neue Wettkampfsystem ist gut – und vor allem notwendig“

Schon bevor es für die Jungen und Mädchen auf der Bahn ernst wurde, stellte Dominic Ullrich das neue Wettkampfsystem in der Kinderleichtathletik in einer 45 minütigen Infoveranstaltung vor. Knapp 60 Kreis- und Vereinsvertreter sowie Trainer, aber auch Eltern und Angehörige wollten sich anhören, was künftig die Trainings- und Wettkampfinhalte ihrer Kinder sein werden.

Auch während des Wettkampfs wurde viel für die Aufklärung getan, etwa bei einem „Rundgang“ durch die einzelnen Disziplinen mit den rund 20 Vertretern der Landesverbände.

Erfolgreicher Ausbildungsabschluss für 22 C-Trainer

Das Pilotprojekt des neuen Teamwettbewerbs der U10 war in Frankfurt gleichzeitig auch eine Ausbildungsveranstaltung für den C-Trainer Kinderleichtathletik. 22 Jugendliche, Männer und Frauen hatten seit Januar 2011 diesen Wettkampf bis ins Detail geplant und vorbereitet. Auch die vier angebotenen Disziplinen haben sie sich in Gruppen selbst ausgedacht.

Besonders gut wurde die Idee des neuen DLV-Wettkampfsystems Kinderleichtathletik bei der Steintransportstaffel umgesetzt, die den Abschluss des Tages in Kalbach darstellte. Hier wurden jeweils vier Teams verschiedenen Farben zugeordnet. In entsprechenden T-Shirts mussten sie nun Legosteine in der Farbe ihrer Gruppe von einer Kiste eine halbe Runde weit in die passende zweite Kiste „transportieren“.

Fünf Minuten lang dauerte diese Ausdauer-Einheit für die Kinder – und brachte viele zum Abschluss richtig ins Schwitzen. „Wir wissen jetzt, dass wir 22 tolle Leute haben, die wir in Hessen auf die Kinderleichtathletik loslassen können“, lachte Dominic Ullrich nach der erfolgreichen Prüfung seiner Ausbildungsschützlinge.

Mehr Bilder vom Wettkampf in Kalbach gibt es in der Fotogalerie auf der Jugendseite.

Julia Nestle

 


20.04.2011