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Kassel - von 1949 bis 1973 Heimat des DLV


Fritz Steinmetz (li.) und Dr. Max Danz (Mitte) beim Kasseler Citylauf 1998

Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften am 23./24. Juli im Kasseler Auestadion starten wir an dieser Stelle einen mehrteiligen Rückblick in die Leichtathletik-Historie der Region Kassel. Der HLV bedankt sich ganz herzlich bei dem Autor Peter Fritschler, ohne dessen Fachwissen die Aufarbeitung nicht möglich gewesen wäre.

Die Schaltzentrale der deutschen Leichtathletik befand sich bis Ende März 1973 in Kassel. Genauer in der Friedrich-Ebert-Straße 137, in dem Haus, in dem sich heute noch die Buchhandlung von damals befindet. Das blau-gelbe Logo mit den drei Buchstaben „DLV“ machte sicher nur für Insider deutlich, dass hier die Geschäftsstelle des Deutschen Leichtathletik-Verbandes war. Dr. Max Danz war von November 1949 bis zum Februar 1970 der erste DLV-Präsident. Der Kasseler Sportdoktor, wie er gern und oft genannt wurde, war federführend an der Gründung des Deutschen Leichtathletik-Ausschusses (DLA) beteiligt, bis November 1949 auch dessen Vorsitzender.

Kein Wunder also, dass die erste Schaltzentrale in Nordhessen war. Der Niedersachse Karl Beuermann, ein bester Kenner der Leichtathletik-Szene, war seinerzeit Generalsekretär. Fritz Steinmetz, den viele als „Stimme“ von unzähligen Leichtathletik-Veranstaltungen kannten, fungierte als Geschäftsführer und Wilhelm Köster, später in vielen Referatspositionen beim DLV, als Sachbearbeiter. Das Kasseler Auestadion war damals Garant für hochkarätige Leichtathletik-Veranstaltungen. Der frühere KSV Hessen Kassel schaffte es immer wieder, Spitzenkönner für seine Sportfeste zu verpflichten. Da waren die besten Stabhochspringer zu Gast, da traf sich die Zehnkampfelite oder traten die besten Sprinter gegeneinander an.


Irina Press (links) läuft 1965 in Kassel Weltrekord über 80 m Hürden (Foto: Baron)

So war es kein Zufall, dass das erste Europacup-Finale der Frauen am 19. September 1965 in Kassel stattfand. Damals siegte im Auestadion die Sowjetunion vor Ost-Deutschland, Polen, Deutschland, Ungarn und Holland. Unvergessen der Auftritt der Schwestern Tamara und Irina Press aus der damaligen Sowjetunion. Irina lief in 10,4 Sekunden Weltrekord über 80 Meter Hürden, Tamara stieß mit 18,59 Meter die Kugel ebenfalls auf Weltrekordmarke. Im Blickpunkt standen auch die polnischen Sprinterinnen Ewa Klobukowska und Irina Kirszenstein. Für die deutsche Mannschaft waren Erika Pollmann (100 m), Ingrid Becker (200 m), Christine Linz (400 m), Antje Gleichfeld (800 m), Inge Schell (80 m Hürden), Helga Hoffmann (Weitsprung), Ilia Hans (Hoch), Gertrud Schäfer (Kugel), Kriemhild Limberg (Diskus) und Anneliese Gerhards (Speer) im Einsatz. Die 4x100-Meter-Staffel war mit Gerlinde Beyrischen, Hannelore Trabert, Inge Schell und Erika Pollmann gelaufen.

Wenn auch mit dem Askina-Meeting seit 1998 immer wieder ein Hauch von nationaler und internationaler Klasse durch Nordhessen wehte, mit den deutschen Meisterschaften am 23. und 24. Juli kehrt die Leichtathletik offiziell nach Kassel zurück.

Peter Fritschler

DM Microsite auf leichtathletik.de

 


03.06.2011