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Kassel - auch bei Olympia auf dem Podest


Der Australier Donald Baird startete Anfang der 70er Jahre für Hessen Kassel (Foto: HNA)

Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften am 23./24. Juli im Kasseler Auestadion setzt hlv.de den mehrteiligen Rückblick in die Leichtathletik-Historie der Region Kassel fort mit den olympischen Erfolgen und wichtigsten DM-Siegen von nordhessischen Athletinnen und Athleten. Der Blick zurück ist verbunden mit Namen wie Klaus Lehnertz, Claudia Reidick (Zaczkiewicz), Donald Baird, Jürgen Ziegler und, und, und.
Wobei die Bronzemedaille von Lehnertz 1964 im Stabhochsprung der Olympischen Spiele von Tokio ganz sicher der größte Erfolg ist, den die nordhessische Leichtathletik verbuchen konnte. Auch Claudia Zaczkiewicz holte 1988 in Seoul im Hürdensprint Rang drei. Doch Lehnertz startete seinerzeit für den KSV Hessen Kassel, Zaczkiewicz trug 1988 bereits das Trikot der MTG Mannheim. Ihre Grundschritte zum Erfolg hatte sie allerdings in Kassel gemacht. Der inzwischen 73-jährige Dr. Klaus Lehnertz, der lange Jahre an der Universität in Kassel lehrte, kann sich natürlich noch an die spannenden Stunden von Tokio erinnern. Schließlich dauerte der Wettkampf mehr als neun Stunden.

Doch der gebürtige Solinger kann sich auch noch gut an deutsche Meisterschaften erinnern. Die letzten nationalen Titelkämpfe bestritt er 1968, als er in Berlin mit einer Höhe von fünf Metern gewann. Besser im Gedächtnis verhaftet sind jedoch die Meisterschaften ein Jahr vorher in Stuttgart. Am 25. August 1967 sprang Lehnertz seine persönliche Bestleistung von 5,10 Metern und wurde im Anschluss an die DM mit dem Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis ausgezeichnet. Auf die Titelkämpfe am 23. und 24. Juli in seiner Heimatstadt Kassel freut sich der Bronzemedaillengewinner von Tokio schon: "Im neuen Stadion wird bestimmt eine gute Stimmung herrschen, das ist gut für die Wettkämpfer und ihre Leistungen."


Claudia Reidick (Foto: HNA)

Claudia Zaczkiewicz, die inzwischen mit der gesamten Familie ihren Mädchennamen Reidick trägt, wird ebenfalls in Kassel dabei sein. "Mein Mann Alexander hat drei Brüder, die ebenfalls Mediziner sind, alle wohnen im gleichen Ort, ständig gab es Verwechslungen", erzählt Claudia Reidick. "Da haben wir hin und her überlegt und schließlich unseren Namen geändert." Reidick, die beim KSV Hessen Kassel ihre Karriere begann, hat den August 1988, als sie in Seoul zu Bronze lief, noch gut in Erinnerung: "Das war ein einschneidendes Erlebnis. Ich bereue nicht, dass ich dem Sport soviel untergeordnet habe." Aber auch die nationalen Titelkämpfe haben Eindrücke hinterlassen. "Jetzt freue ich mich auf die Meisterschaften in Kassel, die Stimmung wird, da bin ich mir ganz sicher, bestens sein."


Klaus Lehnertz (Foto: Schirner)

Die Zahl der Athleten aus dem nördlichen Teil Hessens, die an deutschen Leichtathletik-Meisterschaften teilgenommen haben, ist groß. So groß, dass man sie an dieser Stelle nicht alle aufzählen kann. Von einigen, vor allem von denen, die ganz oben auf dem Treppchen standen, soll aber die Rede sein. Donald Baird war einer der wenigen Ausländer, die bei nationalen Titelkämpfen Meister wurden. Der Australier, der in diesem Jahr 60 wird, war Anfang der 70er Jahre in Deutschland und startete in dieser Zeit für den KSV Hessen Kassel. 1974 in Hannover holte sich der immer zum Scherzen aufgelegte Baird mit einer Höhe von 5,25 Meter den Titel. Der Australier setzte damit die Erfolgsreihe von Klaus Lehnertz, der von 1959 bis 1968 im Trikot des Solinger LC und des KSV Hessen jeweils dreimal Meister geworden war, fort. Und von Hans-Jürgen Ziegler, der 1971 den Titel nach Nordhessen geholt hatte. Baird und Ziegler wurden übrigens von Lehnertz trainiert.

Älteren Datums sind die Erfolge von Josef Klik, den die meisten Sepp nannten. Klik kam aus dem Sudetenland und ließ sich mit seiner Familie im heutigen Schwalm-Eder-Kreis nieder. Erst im Trikot des TuS Fritzlar, dann für den KSV Hessen Kassel wurde er deutscher Meister im Kugelstoßen (1954), im Diskuswerfen, (1964) und im Zehnkampf (1955). Er lebt heute in der Nähe von Fulda. Nordhessische Erfolge waren auch der 10.000-Meter-Sieg von Horst Flosbach (1964, Hessen Kassel) und der Triumph von Gerd Loßdörfer (1966, 400 m Hürden, Hessen Kassel), der im gleichen Jahr auch EM-Silber holte. 1971 wurde der Waldecker Hermann Köhler im Trikot des TV Wattenscheid Meister über 400 Meter. In die Reihe der ganz alten Erfolge gehören die Siege von Änne Hagemann (-Kloß), die 1946 das Diskuswerfen gewann, und Irmel Schmelzer (1952, Weitsprung).

Peter Fritschler

DM Microsite auf leichtathletik.de

 


08.06.2011