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Kassel - Chronist Fritz Steinmetz


Fritz Steinmetz beim HLV-Verbandstag 2008 (Foto: Iris Hensel)

Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften am 23./24. Juli im Auestadion setzt hlv.de den mehrteiligen Rückblick in die Leichtathletik-Historie der Region Kassel fort mit einer Würdigung der Verdienste von Fritz Steinmetz, der insbesondere älteren Leichtathleten ein Begriff ist. Steinmetz war Geschäftsführer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), als dieser seine Geschäftsstelle noch in Kassel hatte. Vielen Aktiven bekannt war er als die "Stimme", als Sprecher bei mehr als 500 Veranstaltungen in Deutschland: bei Sportfesten, Meisterschaften und Länderkämpfen. Aber auch als Historiker hat Steinmetz wertvolle Arbeit geleistet. Was heutzutage über das Internet ganz einfach ist, nämlich Daten über fast alles, was irgendwo passiert (ist), abzurufen, war früher filigrane Sucharbeit. Eine große Hilfe waren dabei Steinmetz’ Bücher. Der im Juli 2008 im Alter von 91 Jahren in Kassel gestorbene Steinmetz rekonstruierte Meisterschaftsergebnisse aus der Frühzeit der Leichtathletik und gab ab 1973 unter anderem DM-Standardwerke heraus. Seine Werke machen es so recht einfach zu recherchieren, wie oft Kassel bereits im Blickpunkt stand.

Die erste Veranstaltung nach dem Zweiten Weltkrieg waren die deutschen Waldlauf-Meisterschaften, die am 27. April 1947 stattfanden. Im September des gleichen Jahres folgte der Endkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Frauen. Solche Endkämpfe wurden bis 1974 regelmäßig in Kassel ausgetragen. Höhepunkt der Veranstaltungen war zweifellos das Finale des Europacups der Frauen am 19. September 1956 im Auestadion. 22.000 Zuschauer sahen damals zwei Weltrekorde durch die Schwestern Irina und Tamara Press aus der Sowjetunion. Irina lief die 80-Meter-Hürden in 10,4 Sekunden, Tamara stieß die Kugel 18,59 Meter weit. Acht Länderkämpfe gab es von 1956 bis 1999 in Kassel. Hinzu kamen deutsche Meisterschaften im Nachwuchsbereich sowie 18 hessische Meisterschaften.

Guten Zuspruch von Athletinnen, Athleten und Zuschauern fanden auch die Sportfeste des früheren KSV Hessen Kassel. 12.000 Besucher hatte zum Beispiel das internationale Sportfest am 17. Juni 1956. Da gab es für die Lokalmatadoren Helmut Kropf (800 Meter) und Hans Wulff (Hammerwurf) jeweils dritte Plätze. Zwei Jahre später gewann am 17. Juni Armin Hary die 100 Meter in 10,9 Sekunden. Am 25. August 1962 stellte die Britin Betty Moore in 10,5 Sekunden über 80-Meter-Hürden den Weltrekord ein. 12.000 Zuschauer waren damals trotz strömenden Regens ins Auestadion gekommen. Nach den Deutschen Meisterschaften der Schüler und Schülerinnen im September 1976 wurde es ruhiger im Dunstkreis des Auestadions. Erst als der PSV Grün-Weiß Kassel 1987 mit seinen Meetings anfing, kam wieder Bewegung in die Szene. Aus diesen Meetings wurde 1998 dann das Askina-Sportfest.

Peter Fritschler

DM Microsite auf leichtathletik.de

 


03.07.2011