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Berglauf-DM: Reisinger wiederholt Doppelsieg


Von links: Annette Portele, Kerstin Straub, Lisa Reisinger (Foto: Sascha Arndt)

Lisa Reisinger (SSC Hanau-Rodenbach) hat bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften in Oberstdorf Geschichte geschrieben. Die 26-jährige Langstrecklerin verteidigte zum zweiten Mal in Folge den Einzeltitel bei den Frauen, und sie stand wiederum zusammen mit Kerstin Straub (3.) und Annette Portele (15.) auch in der Mannschaftswertung ganz oben auf dem Podest. Damit stockte Reisinger ihre seit dem ersten Juniorinnentitel 2002 und dem ersten Frauen-Mannschaftssieg 2006 gelistete Bilanz auf nunmehr insgesamt zwölf Titel bei Deutschen Berglaufmeisterschaften auf. Beeindruckend auch ihr Vorsprung auf der mit 8,6 Kilometer langen und 1.117 Höhenmetern ausgesprochen schwierigen Strecke vom Oberstdorfer Marktplatz hinauf zum Höfatsblick am Nebelhorn. Nach 56:33 Minuten hatte sie etwa 500 Meter auf Marie-Luise Heilig-Duventäster (LG Welfen/1:00:15) herausgelaufen, obwohl sie nicht einmal an ihr Limit gegangen war.

„Ich habe mir eine Erkältung eingefangen und bin deshalb mit Reserve gelaufen“, sagte Reisinger, der DLV-Berglaufwart Wolfgang Münzel bescheinigte: „Eine derartige Dominanz gab es im deutschen Berglauf lange nicht mehr. Lisa ist eigentlich für höhere Aufgaben vorgesehen, die sie in der Zukunft hoffentlich auch wahrnehmen kann.“ Auf die am Wochenende im türkischen Bursa stattfindende Berglauf-Europameisterschaft verzichtet die in der Prüfungsphase befindliche Lehramtsstudentin trotz bester Chancen heuer noch.

Die Berufung ins Nationalteam konnte sich hingegen ihre Vereinskameradin Kerstin Straub sichern. Nach ihrem U23-Sieg im Vorjahr schaffte sie nun den nahtlosen Übergang in die Frauenklasse, in der sie mit 1:01:07 Stunden auf dem Bronzerang erfolgreich war. „Ich wollte eine Medaille, und das hat geklappt“, freute sich die SSC-Athletin, die erst an einem der mehr als 20-prozentigen Steilstücke in der Schlussphase den Anschluss zu Heilig-Duventäster verlor, aber sicher vor Monika Carl (LG Welfen/1:02:30) das Ziel auf 1.932 Metern Höhe erreichte. Der Nationalteam-Einsatz war zu diesem Zeitpunkt längst in trockenen Tüchern. „Jetzt muss sie sich gut erholen, dann kann sie bei der EM noch mehr zeigen“, war sich Münzel sicher, der dem jungen DLV-Frauenteam um Kerstin Straub gegen die starke internationale Konkurrenz allenfalls Außenseiterchancen bescheinigt.

Sascha Arndt

 


08.07.2011