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Hop, Step, Jump - Günter Zeiß feiert 70. Geburtstag


Günter Zeiß als aktiver Dreispringer (Foto: privat)

Mit seinen Leistungen wäre Günter Zeiß auch heutzutage noch ganz vorne zu finden. In Hessen sowieso, aber auch in Deutschland. 1962 erreichte er als deutscher Dreisprungmeister in Hamburg 15,78 Meter; fünf Jahre später sprang er, ebenfalls im Trikot des KSV Hessen Kassel, in Stuttgart mit 16,29 Meter sogar in die Weltklasse. Den hessischen Rekord im Dreisprung hielt Günter Zeiß von 1960 bis 1979, dann übertraf ihn Douglas Henderson von der Frankfurter Eintracht mit 16,40 Meter. Der Nordhesse Zeiß war zudem deutscher Juniorenmeister (1961), wurde sechsmal in die Nationalmannschaft berufen und holte sechs hessische Meistertitel. Bronze gewann Zeiß bei den Militär-Weltmeisterschaften, konnte sich jedoch verletzungsbedingt nicht für die Olympischen Spiele 1964 und 1968 qualifizieren. Geboren wurde der pensionierte Landesbeamte am 20. Juli 1941, er feiert somit heute seinen 70. Geburtstag.

16,29 Meter - damit nimmt Zeiß auch 44 Jahre später noch den fünften Rang in der ewigen hessischen Bestenliste ein. Weiter kamen nur Landesrekordhalter Jens Schweitzer (Eintracht Frankfurt/16,58 Meter/1995), Henderson (16,48 Meter/1982), Charles Friedek (LG Frankfurt/16,34 Meter/1990) und Wolfram Walther (Eintracht Frankfurt/16,32 Meter/1980).


Günter Zeiß heute (Foto: Privat)

Doch Zeiß war nicht nur ein herausragender Dreispringer seiner Zeit, auch im Weitsprung (Bestleistung 7,62 Meter/1969) erreichte er ausgezeichnete Leistungen. Und dies bereits als 17-Jähriger mit einer Weite jenseits der 7 Meter. Im ersten Halbjahr 1959 kam er auf 7,05 Meter, das war seinerzeit Bezirksrekord. In der HLV-Bestenliste ist diese Weite aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen jedoch nie gelistet worden. Wahrscheinlich wurde vergessen, eine Meldung an die HLV-Geschäftsstelle einzureichen.
Zusammen mit seinem Bruder Walter gewann er 1960 auch die deutsche Junioren-Mannschaftsmeisterschaft im Zehnkampf. Sein vielseitig ausgeprägtes Talent wurde zudem 1964 im Kasseler Auestadion über 400 Meter deutlich, als Zeiß in einem Club-Vergleichskampf 48,7 Sekunden erreichte und beinahe Gerhard Lößdorfer bezwungen hätte. Lößdorfer gewann zwei Jahre später EM-Silber über 400 Meter Hürden (50,3 Sekunden).

Nach Trainerstationen beim TSV Udenhausen und dem KSV Hessen Kassel - zugleich war Zeiß auch einige Jahre hessischer Landestrainer - wechselte er 1989 zum SSC Vellmar. Erfolge junger und älterer Leichtathleten aus Vellmar ließen nicht lange auf sich warten. Auch ohne Kunststoffbahn. Zusammen mit der Ärztin Carmen Trechsler, stellvertretende Klubvorsitzende und Trainerin, lebt Zeiß im Fuldaer Ortsteil Simmershausen und erholt sich derzeit von einer Wirbelsäulenoperation. Abseits des Sports hört der rüstige Senior der hessischen Leichtathletik gerne Musik, vornehmlich Rock.

Der HLV gratuliert Günter Zeiß ganz herzlich zum 70. Geburtstag!

Uwe Martin

 


19.07.2011