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Die Hessen auf dem Weg nach Kassel / Teil 2


Christiane Klopsch (Foto: Iris Hensel)

Zu Winterbeginn hatte die hessische Leichtathletik ein „Bank“ mit Blickrichtung deutsche Meisterschaften. Halle, Freiluft - ganz egal. Ariane Friedrich von der LG Eintracht Frankfurt, deutsche Hochsprung-Rekordhalterin, WM- und EM-Dritte, würde es schon richten. Zu überlegen ist die 27-jährige der nationalen Konkurrenz. Was dann kurz vor Weihnachten passierte, ist bekannt. Seit ihrem Achillessehnenriss im linken Sprungfuß überbieten sich die Journalisten mit Wasserstandsmeldungen bezüglich des Aufbautrainings, und Ariane Friedrich mag diesbezügliche Fragen schon gar nicht mehr hören. Fakt ist: Die Frankfurterin kann schon wieder Tempoläufe über 200 Meter absolvieren, aber an den Deutschen Meisterschaften im Auestadion (23./24. Juli) wird sie nicht teilnehmen. Aber zuschauen. Vor Ort. Und mit ihrer Freundin Julia Wanner (Bestleistung 1,93 Meter) musste eine weitere hessische Medaillenhoffnung ihre WM-Sommerträume mittlerweile vorzeitig begraben.

Die ehemalige Berlinerin leidet an einem Knochenödem im rechten Fuß, genau dieselbe Verletzung (allerdings im linken Fuß) hatte sie bereits im Vorjahr zu einer unfreiwilligen Auszeit gezwungen. Julia Wanner hat die Saison beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat. Da mit dem 2,30-Meter-Athlet Martin Günther (Achillessehnenanriss) ein weiterer Hochspringer aus Frankfurt verletzt ausfällt und Bianca Schmid (SC Gelnhausen) auch im Sommer nicht recht in Schwung kommt, sind die Medaillenchancen im Vertikalsprung annähernd Null. Denn auch Stabhochspringerin Julia Hütter (LG Eintracht Frankfurt) wird es in Kassel schwer haben, aufs Podest zu kommen. Die Konkurrenz ist gewaltig, von der WM-Norm mal ganz abgesehen. Julia Hütter geht mit einer Vorleistung von 4,40 Meter als aktuelle DLV-Ranglistensechste in den Wettkampf am Samstag um 15.30 Uhr. Ähnlich schwierig ist die Ausgangssituation für Weitspringerin Xenia Atschkinadze aus Frankfurt. Sie wird derzeit mit 6,44 Meter als DLV-Neunte geführt. Verletzungsbedingt nicht am Start ist Hürdensprinterin Antonia Werner vom TV Flieden, die gerade eine großflächige Muskelzerrung leidlich auskuriert hat.


Felix Göltl (Foto: Iris Hensel)

Besser sind da schon die Perspektiven für Musa Roba-Kinkal vom SC Gelnhausen, dem Drittplatzierten der U23-EM über 5.000 Meter. Er dürfte über die 12,5 Stadionrunden ähnlich gute Chancen haben wie Simret Restle (Grün-Weiß Kassel). Apropos Chancen: Die 4x400-Meter-Staffel der LG Eintracht Frankfurt um Niklas Zender, Benjamin Jonas und Michael Pflüger dürfte bei normalem Rennverlauf nicht zu schlagen sein. Es sei denn, irgendeinem fällt das Staffelholz aus der Hand. Der aktuelle Abstand zum ranglistenzweiten Quartett des LAZ Troisdorf/Siegburg beträgt 3,5 Sekunden. Bei den schnellsten hessischen Sprintern - Till Helmke (LG Ovag Friedberg-Fauerbach), Felix Göltl (TuS Kriftel), Nils Müller und Benjamin Brömme (beide LG Eintracht Frankfurt) - lassen wir uns einfach mal überraschen. Prognosen im Kurzsprint haben bisweilen keine wirklich seriöse Halbwertszeit.

Dass Zender und Jonas auch im Einzelrennen über 400 Meter gute Medaillenchancen haben, steht völlig außer Frage. Ebenso die Titelchance für die Jahresbeste über 400 Meter Hürden, Christiane Klopsch von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach/57,05). Insgesamt wurden 95 hessische Teilnehmer/innen aus 23 Vereinen für die DM in Kassel gemeldet. In den vergangenen Wochen wurden bereits 18.558 Tickets verkauft. Die Haupttribüne ist komplett, die Gegentribüne im Auestadion fast ausverkauft. Stehplatzkarten gibt es noch in ausreichender Zahl.

Uwe Martin

 


22.07.2011