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Die Hindernis-Königin Europas


Kann ihr Glück kaum fassen: Gesa Felicitas Krause (Foto: IRIS)

Gesa Felicitas Krause hat es geschafft. Sie hat ihren ersten internationalen Titel gewonnen. Nach ihrer herausragenden Saison 2010, als sie zwei Mal den Deutschen Jugendrekord verbesserte und dazu sensationell Vierte bei der U20-WM in Kanada wurde, folgte nun über 3000 m Hindernis die ersehnte Medaille auf europäischer Bühne. Bei den U20-Europameisterschaften in Tallinn war sie als eine der ganz großen Favoritinnen auf den Titel angereist. Schon im Vorlauf demonstrierte die Athletin der LG Eintracht Frankfurt ihre Stärke, gewann in 10:06,71 min. Nur die Russin Fazlitdinova war schneller.

Im Finale holtee Gesa dann alles aus sich raus, rannte in 9:51,08 min als Erste ins Ziel. Die Russin hatte auf den letzten Metern das Nachsehen. Damit hat sich der große Traum der Frankfurterin erfüllt – sie wollte nach dem Rennen die Deutsche Nationalhymne hören. „Das Rennen war optimal für mich, ich bin froh dass es so gekommen ist, wie ich es mir gewünscht hatte“, sagte sie. Dass es dabei nicht wie im vergangenen Jahr mit einem neuen Jugendrekord geklappt hat, war im ersten Moment nebensächlich, es war „mein primäres Ziel, Gold zu gewinnen“. Doch mittlerweile sind die nächsten Ziele gesteckt: „Ich hoffe, dass ich dieses Jahr noch einmal ein richtig schnelles Rennen über die Hindernisse laufen kann, um zu zeigen, was ich wirklich drauf habe. Ich hoffe, dass der deutsche Jugend-Rekord dieses Jahr noch fällt“, gibt Gesa Felicitas Krause vor.


Silber für Sara Gambetta (Foto: IRIS)

Medaille Nummer zwei für Hessen holte Sara Gambetta (LG Eintracht Frankfurt). Die Siebenkämpferin schaffte in Tallinn sensationell eine neue Bestleistung von 6.108 Punkten. Damit musste sie sich nur der amtierenden U20-Weltmeisterin Dafne Schippers (Niederlande) geschlagen geben und holte wie bei der WM im Vorjahr Silber. In Tallinn stellte sie unter anderem eine neue Bestmarke über 800 Meter auf (2:24,74 min). „6.000 Punkte waren schon ein bisschen mein Ziel, aber dass es dann 6.108 geworden sind, das ist schon Wahnsinn“, sagte eine überglückliche Sara Gambetta. Disziplinkollegin Christina Kiffe komplettierte das tolle Hessen-Ergebnis als Fünfte. Die Athletin vom ASC Darmstadt steigerte ihre Bestleistung auf 5.793 Punkte. Ein toller Erfolg – zumal es für Christina die erste internationale Meisterschaft war.


Christina Kiffe wird bei ihrer ersten EM Fünfte (Foto: IRIS)

Bei den Junioren startete Steffen Klink vom TSV Kirberg als einer von drei deutschen Mehrkämpfern bei der EM. Der Bronzemedaillengewinner der U18-WM von vor zwei Jahren wurde mit 7749 Punkten Sechster. Klink zog ein gemischtes Fazit: „Es war nicht das, was ich mir vorgenommen hatte, aber trotzdem ein schönes Erlebnis hier dabei gewesen zu sein.“ Kurz vor der EM hatte ihn ein Magen-Darm-Infekt eineinhalb Wochen aus der Vorbereitung gerissen. Vielleicht war das mit ausschlaggebend, dass Steffen Klink in diesem Jahr nicht weiter vorne gelandet ist.

Niklas Müller war für die Deutsche Staffel im Einsatz. Der 400 m Läufer der SG Johannesberg lief mit seinen drei Kollegen die drittschnellste Zeit im Vorlauf, hinter Italien und Tschechien, mit 3:10,93 min. Im Finale wurde dann an seiner Stelle Einzel-Europameister Varg Königsmark eingesetzt, das Quartett wurde Dritter. Doch Niklas Müller darf sich zu Recht mit seinen Teamkollegen über die Bronzemedaille hinter Italien und Russland freuen. Richtig Pech hatte dagegen Yannick Roggatz. Der Heppenheimer schaffte in Ostrava erneut das „Kunststück“, ohne gültigen Versuch aus der Quali zu gehen. Alle drei Versuche waren übergetreten. „Peinlich. Einfach nur peinlich“, kommentierte der Weitspringer seinen Auftritt. „Mir tut es vor allem Leid wegen dem Team und allen, die mich unterstützt haben“. Im vergangenen Jahr war im bei der U20-WM in Moncton das gleiche passiert.

Julia Nestle

 


26.07.2011