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Laufend kreativ. Mehr Qualität - mehr Teilnehmer - Ein Fortbildungsangebot für Volks- und Straßenlaufveranstalter

Kassel. Zum HLV-Fortbildungsseminar begrüßte der Volks- und Straßenlaufwart Jochen Miersch Vereinsvertreter der Regionen Nord, Mitte und Ost in den Räumlichkeiten von E.ON Mitte am vergangenen Freitag. Gleichzeitig verhehlte er jedoch nicht eine gewisse Enttäuschung über die geringe Teilnehmerzahl, hatte ihm doch die Begrenzung auf 15 eigentlich nicht behakt. Darüber hinaus wollte er provokant ein "?" nach "- mehr Teilnehmer" setzen, denn, ob es tatsächlich mehr Teilnehmer werden. ist nicht garantiert. Winfried Aufenanger, der Macher vom E.ON Mitte Kasseler - Marathon, führte ins Programm ein.
Jochen Miersch erläuterte den Anwesenden zunächst die Ausgangssituation im Bereich des HLV hinsichtlich der Teilnehmerentwicklung der zurückliegenden sechs Jahre. Daran war erkennbar, dass landesweit die Zahlen rückläufig sind, auch wenn es im Jahre 2010 für Platz 1 unter den Landesverbänden des DLV reichte. Insbesondere in einer seiner drei durch ihn betreuten Regionen gäbe es deutliche Rückgänge, die sich die Veranstalter selbst nicht erklären könnten.
In einem anschließenden Frage- Antwort- Gedankenaustausch zwischen Winfried Aufenanger und Udo Rodenberg, E.ON Mitte, ging es um die Erwartungshaltung des Sponsors, wenn er sich denn engagieren soll. Als Ergebnis blieb festzuhalten, dass Sponsoren einerseits zielgruppenorientiert vorgehen, andererseits Nachhaltigkeit wichtig ist. Also möglichst nicht nur einmal erwähnen, auf Unterlagen in Umlauf bringen, präsentieren, sondern das wiederholt tun. Dabei ist es durchaus erlaubt, Sponsoren zu gewichten - in Abhängigkeit vom Umfang ihres Engagements, die einen mehr, die anderen weniger deutlich hervorzuheben. Zielgruppenorientiertheit besteht z. B. in Bezug auf Familien und die Überlegung, sie z. B. durch Staffeln in eine Veranstaltung einzubinden. Dabei sollten sich Veranstalter nicht von Anfangsrückschlägen entmutigen lassen. Aber auch Verlässlichkeit ist ein wichtiger Punkt für einen Sponsor, möglichst gleiche Bezugspersonen - sowohl beim Veranstalter, als auch beim Unterstützer. Und für den Veranstalter als abschließender Hinweis, sich Gedanken zu machen über seine Veranstaltung, damit z. B. Strecken nicht einfach austauschbar sind, sondern für die Aktiven etwas Besonderes bedeuten, weil sie eventuell an einer Besonderheit der Umgebung vorbeiführen. Aus der Gruppe kam zudem der Hinweis, Sponsoren als Namensgeber für Teilbereiche, z. B. Schüler oder Jugendliche, zu gewinnen und dadurch stärker an die Veranstaltung zu binden.
Unter dem Motto "Tue Gutes und rede darüber" ging Michael Küppers, Pressesprecher E.ON Mitte Kassel - Marathon, umfassend auf die Pressearbeit ein. Unter Hinweis auf die sich wandelnde Welt der Medien bezog er klar Stellung zu den unterschiedlichen Bereichen. Angefangen bei den Tageszeitungen, zu denen unterschiedliche Beispiele aus dem Kreis der Anwesenden aufgeliefert wurden, über die Anzeigenblätter, Stadtmagazine und Online-Portale bis hin zu Fachmagazinen für die besondere Geschichte, angesiedelt im lokalen Bereich, reichte die Palette. Auch Firmenmagazine sollten berücksichtigt werden. Bei größeren Veranstaltungen gehörten auch Rundfunk und Fernsehen in die Überlegungen der Vermarktung. Wichtig in jedem Falle ist das persönliche Kennenlernen, deshalb Pressegespräche und Betreuung während der Veranstaltung einplanen.


Lehrgangsteilnehmer (Foto: Michael Bald)



Nach der Pause warf Winfried Aufenanger einige Gedanken in die Runde zum Bereich " Kreativ bewegen - Veranstaltung erleben". Wichtig dabei, sich einmal mit der Erwartungshaltung des Aktiven auseinander zu setzen. Außerdem: Warum soll der Zuschauer an die Strecke kommen? Steigerung der Attraktivität einer Veranstaltung durch Party-machen? Reicht es in der heutigen Zeit, als Veranstalter einem Laufcup anzugehören? Wie sieht eine optimale Darstellung der eigenen Veranstaltung aus? Wichtig: Führen durch Moderation, damit der Zuschauer weiß, was sich gerade wo tut. Zuschauer an der Strecke weckt dann auch wieder das Interesse der Sponsoren. Aber auch Dinge wie z. B. umfangreiche Versorgung (ein Veranstalter mit knapp 600 Teilnehmern bot u. a. eine Auswahl von 64 Kuchen) bleiben den Aktiven in Erinnerung. Rahmenwettbewerbe sollten angedacht werden. Das Einbinden von Prominenten bedeutet zwar mitunter zusätzlichen Einsatz, könnte aber die Besonderheit einer Veranstaltung hervorheben. Die Suche nach Kooperationspartnern sollte ebenfalls erfolgen, z. B. Kindergärten, Schulen oder Firmen. Was spricht zudem gegen die Einbindung anderer örtlicher Vereine? Die Anwesenden kamen überein, dass es wichtig ist, dass der eigene Verein sich als Teil eines größeren Ganzen verstehen sollte, er jedoch die treibende Kraft darstellt.
Anschließend stellte Jürgen Plaum, 1. Vorsitzender des HLV-Kreises Hofgeismar, anhand eines praktischen Beispiels dar, wie durch Einführung eines vielschichtigen Cups neue Aktive gewonnen werden konnten. Wichtig dabei aus steuerrechtlichen Gründen, dass zur Verfügung stehende Sponsorengelder direkt an die Vereine und nicht in Unterorganisationen des HLV Eingang finden.
Abschließend verdeutlichte Michael Erben anhand der Stützpunktarbeit für den E.ON Mitte Kassel - Marathon in Baunatal die Entwicklung in seinem eigenen Verein. Insbesondere durch die Fortführung der Vorbereitungsarbeit war es gelungen, zahlreiche neue Mitglieder zu gewinnen und so das Marathonprojekt zu einer Ganzjahresunternehmung auszuweiten.
Nach mehr als dreieinhalb Stunden intensiven Gedankenaustausches schloss Jochen Miersch die kleine, aber feine Veranstaltung mit dem Hinweis, dass zwar anhand einer Großveranstaltung vieles dargestellt wurde, die anwesenden Vereinsvertreter nun das Gehörte auf ihre jeweiligen Läufe herunterbrechen müssten.

 


14.11.2011