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Lutz Philipp gestorben


Lutz Philipp (Foto: 50 Jahre HLV)

Wer die Bestzeiten von Lutz Philipp durchsieht, bekommt einen Eindruck, wo die hessischen Spitzenlangläufer einmal waren und wo sie jetzt stehen. 3.000 Meter in 8:00,8 Minuten (1965), 5.000 Meter in 13:44,0 Minuten (1965), 28:23,4 Minuten über 10.000 Meter (1970), den Marathon brachte er in 2:12:50 Stunden (1972) hinter sich. Philipp nahm an drei Olympischen Spielen teil (1964, 1968, 1972), er startete 21mal im Nationaltrikot, gewann insgesamt 24 deutsche Meistertitel, drei im Trikot von Phönix Lübeck, 21 für den ASC Darmstadt. Geboren in Königsberg, aufgewachsen in Lübeck, wo er auch studierte, kam er Mitte der sechziger Jahre nach Darmstadt. Er sei immer ein emotionaler Läufer gewesen, abhängig von Stimmungen, hat er einmal gesagt. Deshalb fehlte ihm nach dem Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in München die Motivation, er wurde nur 32. im Marathon; er sei lethargisch gelaufen, berichtet ein Chronist. „Da hat man mich fast zum Start hinprügeln müssen“, meinte Philipp. Der Vater von drei Söhnen war als Oberstudienrat (Mathematik und Sport) an der Justus-Liebig-Schule tätig, spielte in einer Freizeitgruppe Tischtennis und mit seinen Lehrerkollegen Volleyball.
Lutz Philipp, der drei deutsche Rekorde über 10.000 Meter lief, eine DLV-Bestzeit im Marathon erreichte und 1973 mit der Sportplakette des Landes Hessen ausgezeichnet wurde, ist nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.

 


02.02.2012