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Sensationeller Titelgewinn für Simon Schütz


Simon Schütz und Costa Laurenz (Foto: Iris Hensel)

Jubeln ging nicht. Zu unglaublich war das, was da gerade passiert war. Deshalb: nach dem Zieleinlauf erst die Hände über den Kopf, dann vors Gesicht. Alles nur ein Traum? Nein. Simon Schütz ist Deutscher Meister. „Ich konnte es im Ziel kaum fassen“, sagt der Bad Schwalbacher, „erst langsam kriege ich mit, was mir gelungen ist.“ Zum Mitschreiben: Der 15 Jahre alte Leichtathlet vom SV Hohenstein ist der schnellste Nachwuchs-Sprinter Deutschlands über 200 Meter. Und das, obwohl er in seinem ersten U18-Jahr bei der Hallen-Jugend-DM in Sindelfingen auch gegen die U20-Konkurrenz antreten musste. „Es war meine erste DM-Teilnahme und dann direkt so ein Hammer“, sagt der Elftklässler der Wiesbadener Carl-von-Ossietzky-Schule. Der „Hammer“ beinhaltete auch eine neue persönliche Bestzeit. 21,64 Sekunden (vorher: 22,09) lief Schütz – kurios – sowohl im Vor- als auch im Endlauf. „Die Konkurrenten pushen natürlich“, erklärt Schütz, fügt hinzu, dass ihn auch die Aufregung angetrieben hätte.

Im zweigeteilten Finale hatte Jonas Lotz (LC Rehlingen) mit 21,99 Sekunden die Richtzeit gesetzt. Den zweiten Durchgang bestimmten Schütz und sein hessischer Konkurrent Costa Laurenz (LAZ Gießen). „Ich habe immer seinen Atem gespürt“, umschreibt der spätere Sieger, wie knapp es war: „In der zweiten Kurve waren wir gleichauf. Dann habe ich meine letzten Kräfte gebündelt.“ Es reichte zur Sensation. Durch den Meistertitel hat sich Simon Schütz für den Länderkampf am 3. März in Frankreich zwischen den Gastgebern, Italien und Deutschland qualifiziert. „Da werde ich versuchen, die Zeit zu toppen“, blickt er auf seinen ersten Nationalteam-Einsatz. Zahlreiche Glückwunsch-SMS trudelten auf seinem Handy ein, am Sonntagabend folgte eine Feier mit Familie und Freunden.

„Das war ein gigantisches Wochenende“, freute sich Georg Schmidt, Trainer des Wiesbadener LV und Sprint-Hessentrainer mit seinem Schützling. Und über die Auftritte seiner WLV-Talente: Helena Gräfe zu Baringdorf kam über 200 Meter auf Platz sechs. Ein Endpunkt von kuriosen Ereignissen: Nachdem sie anderthalb Wochen zuvor mit Krankheit zu kämpfen hatte, lief sie im Vorlauf bescheidene 25,24 Sekunden, wäre damit ausgeschieden. Sie fuhr schon nach Hause, Schmidt informierte sie aber am Sonntag, dass sie nachrücken soll. Also zurück nach Sindelfingen – und mit 25,01 ein gelungenes „Comeback“. Teamkollegin Insa Schütze lief als 16-Jährige mit 57,44 Sekunden persönliche Bestleistung über 400 m, verpasste den Endlauf um knappe drei Hundertstelsekunden. Wohlgemerkt gegen ältere Konkurrenz. In ihrer U18-Klasse, die aber nur im Freien eine eigenen Wettbewerb stellt, war niemand schneller.

Quelle: Wiesbadener Kurier/Peter Schneider

 


20.02.2012