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Halle abgehakt - Gesa Krause schaut nach vorne


Gesa Krause bei der Hallen-DM in Karlsruhe (Foto: Iris Hensel)

All diese Ehrungen und Titel außerhalb der Laufbahn. Jugend-Leichtathletin des Jahres 2011, Eliteschülerin des Sports 2011, Frankfurter Nachwuchssportlerin 2011 - ohne Anspruch auf Vollständigkeit nennen wir einfach mal drei Auszeichnungen, die Gesa Krause nach ihrem neunten Platz bei der WM über 3.000 Meter Hindernis zuteil wurden. Zuletzt ist der 19-Jährigen eine Medaille für ihren europäischen Jugendrekord (9:32,74 Minuten) überreicht worden, den sie am 30. August 2011 im WM-Finale von Daegu aufgestellt hatte. In aller Ruhe hat sie am vergangenen Sonntagmorgen einen genauen Blick darauf geworden - aber damit muss es jetzt auch gut sein. „Bei Ehrungen wird man immer gefragt, was gewesen ist. Aber ich muss vom Kopf her schon weiterschauen“, sagt Gesa Krause. Sechs Monate nach ihrem WM-Auftritt ist auch die Hallensaison schon wieder vorüber. Den Budenzauber hat die Athletin von der LG Eintracht Frankfurt in der DLV-Bestenliste als Schnellste über 3.000 Meter (9:01,16) und Fünfte über 1.500 Meter (4:16,03) beendet. Zwei neue Bestzeiten, die Entwicklung geht also rasant weiter. Dass Gesa Krause bei der Hallen-DM in Karlsruhe den Titel über 1.500 Meter verpasste und hinter Maren Kock (4:14,72) und Corinna Harrer (beide Regensburg/4:15,24) Dritte wurde in 4:16,36 Minuten, sorgte da nur für Kurzzeitenttäuschung.

„Natürlich, die Meisterschaft war das Ziel. Aber ich habe große Fortschritte gemacht.“ 1.400 Meter hatte sie die Dreiergruppe an der Spitze angeführt, dann zogen eingangs der letzten Kurve die beiden Konkurrentinnen vorbei. Der Plan von Trainer Wolfgang Heinig („Gesa muss die Flucht nach vorne ergreifen, im Spurt kann sie nicht mithalten“) wäre beinahe aufgegangen. Bevor die Reise ins schweißtreibende dreiwöchige Höhentrainingslager nach Iten (Kenia) führt - Coach Heinig hat für diesen Aufenthalt gemäß seines Jahresplans bereits Spitzenbelastungen angekündigt, dabei sind übrigens auch Sabrina Mockenhaupt, Katharina Heinig, Nico Sonnenberg und die Hahner-Zwillinge Anna und Lisa -, kommt Gesa Krause in den nächsten Tagen in den Genuss einer aktiven Erholungswoche. Was das konkret bedeutet? Zumindest schon einmal drei freie Tage, in der Summe höchstens 50 Kilometer. Aber auch: eine Blutuntersuchung und ein Laufbandtest über 10 Kilometer, um bestimmte Laktatgrenzwerte ermitteln zu können. Kenia wird das zweite Trainingslager im ersten Quartal des olympischen Jahres sein, in Chiclana (Spanien) ist die Laufgruppe um Heinig bereits gewesen. „Es hat noch nie soviel Spaß gemacht“, sagt Gesa Krause. Ganz anders als im zurückliegenden Oktober, „ein großes Loch“ habe sie seinerzeit gespürt.

Beinahe beiläufig erwähnt sie das, und bevor man rückblickend nachfragen kann, geht der Blick schon wieder nach vorne. „Ich muss gesund bleiben, das ist das vorrangige Ziel für die nächsten Woche und Monate. Und weiterhin Spaß am Training haben.“ Worum es sportlich geht, ist natürlich keine Frage: die Olympischen Spiele in London. „Die Qualifikation möchte ich so schnell wie möglich abhaken“, sagt Gesa Krause. 9:39 Minuten hat der Deutsche Leichtathletik-Verband als Norm über 3.000 Meter Hindernis angesetzt, der nationale Anspruch an die Olympiastarter ist gewohnt hoch. Vielleicht klappt es ja schon am 2. Juni beim Diamond-League-Meeting in Eugene/Oregon. Gesa Krause liebt die Vereinigten Staaten, und es wird ihr erster Wettkampfstart in diesem Land sein. Während sie davon erzählt, leuchten ihre Augen.

Uwe Martin

 


29.02.2012