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Was machen eigentlich: Betty Heidler, Kathrin Klaas und Sabine Rumpf?


Sabine Rumpf Foto: Iris Hensel)

Es ist recht ruhig gewesen im Winter um jene drei Werferinnen, die den HLV bei den Olympischen Spielen in London vertreten könnten bzw. dort mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den Ring steigen werden. Mit fünf Wettkämpfen war Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) am aktivsten, die 29-Jährige schleuderte den Diskus zuletzt beim Hallen-Meeting in Växjö (Schweden) auf 57,78 Meter. Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) absolvierte nur einen Wettkampf. Im Rahmen des Wintertrainingslagers in Südafrika kam sie beim „Yellow Pages Meeting“ in Germiston in der Nähe von Johannisburg auf 72,29 Meter. Die Teilnahme absagen musste ihre Vereinskollegin Kathrin Klaas, die sich eine Rückenblockade zugezogen hatte. Schlagzeilen machte Klaas jedoch mit einem Offenen Brief, in dem sie bei den Meeting-Organisatoren um mehr Unterstützung für die Disziplin Hammerwurf warb und die Aufnahme in die lukrative Diamond League forderte.

Dabei geht es natürlich um Gleichberechtigung mit anderen Disziplinen, dabei geht es aber auch um die sogenannte Hammerwurf-Challenge, die vom Weltverband IAAF organisiert wird und finanziell weitaus weniger lukrativ ist. Zudem bietet der Challenge-Terminkalender im Sommer 2012 keine Wettkämpfe in den Monaten Juli und August an. Klaas beklagt die Ausgrenzung aus der Diamond League - und wird mittlerweile von namhaften Top-Athleten und -Athleten unterstützt. Insgesamt sind es weltweit mehr als 40, darunter Heidler und Mareike Nannen (beide LG Eintracht Frankfurt), Sergej Litwinow junior und senior (Weißrussland), Hammerwurf-Bundestrainer Michael Deyhle, Jürgen Schult, Weltmeisterin Tatjana Lysenko (Russland), Peking-Olympiasieger Primoz Kozmus (Slowenien) und Weltrekordhalter Jurij Sedych (Ukraine). Die perspektivischen Forderungen lauten:

- Die sofortige Gleichstellung aller Athleten und deren Disziplinen in sozialer, sportlicher und finanzieller Hinsicht, sofern sie zum Olympischen Programm der Leichtathletik gehören.

- Die Berücksichtigung der Disziplin Hammerwurf bei den Neuverhandlungen zur Diamond League am Ende des Jahres 2012 und deren Aufnahme in das Programm der Diamond League ab 2013

Rumpf ist außerhalb des Diskusrings eher regional unterwegs. In Niederselters (Taunus) wird nämlich gerade ein Wurfhaus gebaut, die Arbeiten machen gute Fortschritte. An den Mauerarbeiten hat sich die ehemalige deutsche Meisterin selbst beteiligt, Unterstützung gab und gibt es vom Bauhof der Gemeinde, der Firma Weton und natürlich vielen freiwilligen Helfern. Die ersten Wettkämpfe sind auch schon geplant, los geht’s bereits am nächsten Samstag, 31. März, beim Werfertag in Niederselters, der erste Normwettkampf steht am 12. Mai beim Wiesbadener Werfercup an. Weitere wichtige Stationen sind die Halleschen Werfertage (19. Mai) und das Meeting in Fränkisch-Crumbach (27. Mai).

Die deutschen Leichtathleten werden in London einen Großteil des deutschen Olympia-Aufgebots ausmachen. DLV-Leistungsportdirektor Thomas Kurschilgen geht auf Basis der in 2010 und 2011 realisierten Ergebnisse von einem Team von 70 Athletinnen und Athleten (inklusive Kurz- und Langsprint-Staffeln) aus. Um dabei zu sein, muss Rumpf einmal die geforderte DLV-Normweite von 62 Metern übertreffen, von Heidler und Klaas werden 71,50 Meter gefordert. Und zwar in der Zeit vom 1. April bis 2. Juli.

Uwe Martin

 


29.03.2012