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Restle-Apel wegen Dopingverdachts suspendiert


Simret Restle-Apel (Foto: Helmut Schaake)

Simret Restle-Apel, wohnhaft in Wiesbaden und als Langstreckenläuferin für den Verein Grün-Weiß Kassel erfolgreich, ist wegen Dopingverdachts suspendiert worden. Dies teilte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit, nachdem die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) über eine positive Dopingkontrolle informiert hatte. Die 28 Jahre alte Simret Restle-Apel hatte sich im Mai über 5.000 (15:28,71 Minuten) und 10.000 Meter (32:41,50) für die Europameisterschaft in Helsinki qualifiziert, Mitte April war sie im südhessischen Griesheim deutsche Halbmarathonmeisterin geworden (1:12:57 Stunden). Auf ihrer Homepage kommentierte die gebürtige Eritreerin, die vor zehn Jahren nach Deutschland kam, die positive Dopingprobe mit den Worten: „Ich habe versucht herauszufinden, wie es hierzu kommen konnte. Es geschah nicht mit Absicht zur Leistungssteigerung, sondern versehentlich und einmalig. Trotzdem bedauere ich den Vorfall so sehr.“ Laut „spiegel online“ soll bei der Hessin das Hormon Erythropoetin - Kurzform Epo - nachgewiesen worden sein.

In ihrer Erklärung teilt Simret Restle-Apel mit, dass sie „aufgrund des laufenden Verfahrens keine weiteren Auskünfte geben werde“. Ihr Trainer Winfried Aufenanger reagierte „überrascht“ in einem ersten Kommentar. „Eine Athletin, die man aus der Ferne trainiert, hat man nicht so im Blick.“ Laut dem früheren Marathon-Bundestrainer glaubt Simret Restle-Apel an die Verwechslung mit einem Medikament ihrer kranken Schwiegermutter. Erklärungsversuche, die zunächst nirgendwo hinführen. Sollte sich der Dopingverdacht bestätigen, wovon auszugehen ist, wird Simret Restle-Apel zwei Jahre gesperrt. „Trotz der negativen Aussicht bedeutet dies nicht mein Karriereende, sondern dass ich weiterhin sehr hart trainiere und dass mein Sport an erster Stelle für mich steht“, sagt Simret Restle-Apel. „Das Dopingkontrollsystem scheint zu funktionieren, und das ist gut so“, meint Anja Wolf-Blanke, die Präsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes.

Simret Restle-Apel ist seit Oktober 2011 mit dem Orthopädie-Facharzt Rainer Apel verheiratet, der Mediziner war viele Jahre Mannschaftsarzt des Volleyball-Bundesligaklubs VC Wiesbaden. In erster Ehe wohnte sie mit ihrem Mann Tim Restle im Wiesbadener Stadtteil Kloppenheim. Die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt sie seit dem Jahr 2007, ein Jahr später versucht sie vergeblich, sich über 3.000 Meter Hindernis für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren. Der ultimative Sprung ins internationale Geschäft, auch über die Marathondistanz, sollte in diesem Jahr gelingen. Herausgekommen ist ein Doping-(Verdachts-)Fall, wie Hessen in den vergangenen zwei Jahrzehnten schon einige hatte. Vor vier Jahren wurde Dreispringer Nico Bayer (Wiesbaden) mit dem Aufputschmittel Amphetamin erwischt, 2005 wurde im Urin des jugendlichen Hammerwerfer Christian Schmitt (SV Neu-Isenburg) das Kälbermastmittel Clenbuterol entdeckt.

Wenige Tage nach der Jahrtausendwende hatte es Kugelstoßer Uwe Krah (TV Obersuhl) bei den hessischen Hallenmeisterschaften besonders dreist getrieben: Trotz einer Dopingsperre des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber stieg Krah in Stadtallendorf in den Ring - und wurde von einem Journalisten enttarnt und nachträglich disqualifiziert. Jeweils Anabolika sorgten bei dem drittklassigen Weit- und Hochspringer Sven Martin (LG Frankfurt/1991) sowie bei Langstrecken- und Marathonläuferin Iris Biba (1993) für das Karriereende bzw. einen Karriereknick.

Uwe Martin

 


06.06.2012