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Julia Gerter bekommt WM-Startrecht entzogen


Julia Gerter (Foto: Iris Hensel)

Julia Gerter wird nicht bei der U20-Weltmeisterschaft in Barcelona an den Start gehen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte die Weitspringerin vom LAZ Gießen nach ihrer Leistung von 6,35 Meter bei der Junioren-Gala am 24. Juni in Mannheim für die Nachwuchstitelkämpfe nominiert, anschließend jedoch erstritt sich ihre Konkurrentin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) per Antrag auf einstweilige Anordnung das Startrecht. Mit dem Schriftsatz des Sportjuristen Michael Lehner (Heidelberg) befasste sich der stellvertretende DLV-Rechtsausschussvorsitzende Thomas Hutt aus Erfurt - und entzog Julia Gerter das Startrecht. Zu diesem Zeitpunkt, Sonntagnacht, weilte die junge Hessin bereits in Barcelona, die nachgerückte Malaika Mihambo flog am Montagmorgen nach Spanien. Ansatzpunkt von Lehner, der auch schon die Leichtathleten Dieter Baumann und Charles Friedek vertreten hat, waren die dehnbaren Nominierungsrichtlinien. Julia Gerter war im Mannheimer B-Wettkampf bei 1,4 Meter pro Sekunde Rückenwind 6,35 Meter weit gesprungen, Malaika Mihambo etwa 75 Minuten später im A-Wettkampf 6,32 (+1,9 RW).

Die DLV-Norm von 6,20 Meter hatten demnach beide erfüllt, ebenso wie die „gesetzte“ Lena Malkus (LG Ratio Münster/6,57). Letztlich entscheidend beim Zwist um den zweiten WM-Startplatz war das in den Nominierungsrichtlinien festgeschriebene Kriterium der „absoluten Jahresbestleistung“. Dieses bewertete Hutt, in diesem Punkt dem Antrag von Lehner folgend, dahingehend, dass auch die Hallenleistung von Malaika Mihambo (6,45 Meter als deutsche Jugendmeisterin) berücksichtigt werden müsse. Julia Gerter hatte aufgrund von Verletzungsproblemen im Winter keine Wettkämpfe bestritten. Die Weitsprung-Qualifikation am Donnerstag, 12. Juli, findet also ohne die Hessin statt, der es laut Trainer Philipp Schlesinger „oberflächlich betrachtet gut geht“. Am Tag der WM-Qualifikation reist sie aus Barcelona ab, am 13. Juli feierte Julia Gerter ihren 18. Geburtstag, den sie sich ganz gewiss ganz anders vorgestellt hatte. Für Michael Siegel, den Sportwart des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, war es „ein Schock, dass jetzt schon bei Nominierungen im Nachwuchsbereich gegen den DLV geklagt wird“.

Uwe Martin

 


11.07.2012