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Jonas: „Ich möchte nicht nur Passagier sein“


Benjamin Jonas (Foto: Iris Hensel)

"Klar freue ich mich über die Nominierung, aber es ist schon sehr schade für Niklas", sagt Benjamin Jonas. Er ist der Nachrücker für seinen Trainingskameraden Niklas Zender, der bei der Europameisterschaft in Helsinki die Bronzemedaille mit der 4x400 Meter-Staffel gewann und sich vor einer Woche einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zuzog. Die nachträgliche Nominierung kam für Jonas jedoch nicht vollkommen überraschend. "Ich war von Anfang an der sechste Mann auf der Liste und bin daher mit den anderen fünf ins Trainingslager gefahren. Als ich mitbekommen habe, was Niklas passiert war, konnte ich mir ausmalen, dass ich berufen werde", meint der Zehnte der DLV-Jahresbestenliste. Empfohlen hat sich der Athlet von Trainer Volker Beck bei den Deutschen Meisterschaften. "Sicherlich kann ich mit dem fünften Rang in Wattenscheid zufrieden sein. Aber nur, weil es eine Platzierung besser ist als im Vorjahr. Ich wäre dieses Jahr schon gerne in Richtung 46,30 Sekunden gelaufen. Ich bin mit der bisherigen Saison nicht zufrieden." Und warum läuft es nicht ganz so rund? Für den 21-Jährigen trägt der dicht gedrängte Terminkalender zumindest eine Teilschuld: "Diese Saison war eng gestrickt. Da kamen innerhalb weniger Wochen einige Höhepunkte, die keine Zeit zum Durchatmen ließen. Der Zeitdruck hat mich schon belastet", sagt der gebürtige Berliner.

Doch allmählich scheint Jonas Fahrt aufzunehmen. Am 30. Juni lief er im schweizerischen Nottwil mit 46,92 Sekunden nah an seine Bestleistung heran und freute sich über seine schnellste Zeit des Jahres. Die aufsteigende Form würde er gerne in der englischen Hauptstadt unter Beweis stellen. "Ich hoffe natürlich, dass ich in London laufen werde. Ich möchte nicht nur Passagier sein", sagt der Polizeikommissar-Anwärter. "Aber ich bin realistisch: Ich komme nur zum Einsatz, wenn es einem der anderen vier Läufer an diesem Tag nicht gut geht. Deutschland muss in den Vorläufen bereits in Bestbesetzung antreten und kann nicht experimentieren. Aber meine Form ist ansteigend und ich bin ein guter Staffelläufer. Ich fühle mich da besser als bei einem Einzelstart."

Seine Staffelbegabung stellte Jonas bereits im vergangenen Jahr unter Beweis: Bei der Team-Europameisterschaft lief er mit dem deutschen Quartett auf Rang drei, bei der U23-EM in Ostrava auf Platz fünf. Am vergangenen Freitag stand in Weinheim eine letzte Leistungsüberprüfung über 200 Meter an (22,09 Sekunden), mittlerweile weilt der Wahl-Frankfurter in Kienbaum zum Teambuilding mit der deutschen Mannschaft. Nach London fliegt er am 6. August.

Quelle: Pressemitteilung Eintracht Frankfurt/tin.

 


30.07.2012