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Ultralang: 100-Kilometer-DM in Rodenbach


Michael Sommer (Foto: Wilfried Raatz)

Der SSC Hanau-Rodenbach ruft - und die Ultramarathonläufer kommen. Mit einer Verdopplung der Meldezahl im Vergleich zum Vorjahr verbucht der Ausrichter der 25. Deutschen Meisterschaft im 100-Kilometer-Straßenlauf bereits im Vorfeld ein gutes Ergebnis. Am Samstag treten insgesamt 140 Teilnehmer zur längsten DLV-Meisterschaftsdisziplin an, gestartet wird um 7 Uhr im Rodenbacher Waldstadion. Im Kampf um den Gesamtsieg stehen Michael Sommer (EK Schwaikheim), Jörg Hooß und Tanja Hooß (LTF Marpingen) im Mittelpunkt. Sommer trägt die Nummer eins der Startliste. Der achtmalige deutsche Meister und Titelverteidiger unterlag im Jahr 2009 Jörg Hooß, doch ansonsten ist der Nationalmannschaftsläufer stets der herausragende Athlet gewesen. Entsprechend schwierig wird es für Herausforderer Hooß (Bestzeit 6:59 Stunden), den mit 6:42 Stunden zu Buche stehenden Sommer zu bezwingen. In den Kampf um Platz drei können Rainer Wilfried Koch (Laufgemeinschaft Würzburg) als Sieger des Trans-Europa-Laufs und Hessenmeister Thomas Herget (LG Fulda/Bestzeit 7:47) eingreifen.

Der flache und komplett asphaltierte Zehn-Kilometer-Rundkurs durch den Rodenbacher Wald bietet bereits seit dem DM-Debüt 1987 optimale Bedingungen für die Ultramarathonläufer. Entsprechend hoch legt Bernd Juckel die Messlatte, denn der mit 7:57 Stunden als deutscher M60-Rekordhalter geführte Neukirchener möchte eine „statistische Merkwürdigkeit“ ausräumen. Da er seine Zeit im Vorjahr bei den nicht mit dem IAAF-Gütesiegel versehenen 100-Kilometer-Lauf von Jüteborg erreichte, steht der Weltrekord noch immer bei 8:02:38 Stunden. Und dies möchte der aktuell weltbeste M60-Läufer in Rodenbach ändern.

Eine makellose Bilanz weist Franz Feller auf. Der für die Ultramarathon-Hochburg LTF Marpingen startende 74Jährige ist der einzige Läufer, der bislang bei allen Deutschen Meisterschaften im 100-Kilometer-Straßenlauf angetreten ist. Als 60-Jähriger hielt er zwischenzeitlich den Altersklassen-Weltrekord mit 8:23 Stunden. Stammgast beim SSC Hanau-Rodenbach ist Uli Amborn. Der 55-jährige Offenbacher hat sich akribisch vorbereitet und zählt angesichts seiner früheren Bestzeit (6:48 Stunden) zur Laufprominenz.


Simone Stöppler (Foto: SSC Hanau-Rodenbach)

Bei den Frauen ist die sechsmalige Meisterin Tanja Hooß absolute Favoritin. Inzwischen in der W45 startend, sollte sie einen Kilometerschnitt von weniger als fünf Minuten im Griff haben und um acht Stunden das Ziel erreichen. Spannend machen könnte es Branka Hajek (LAZ Salamander Kornwestheim), deren Bestzeit bei 7:57 Stunden liegt und die bereits als Siegerin des Bieler Laufs in die Ultramarathon-Historie einging. Antje Krause (USC Marburg/8:17:52 Stunden), Nicole Benning (EK Schwaikheim), 24-Stunden-Spezialistin Melanie Straß (LTF Marpingen/228 km), Simone Durry (TG Neuss) und auch die als deutsche W55-Rekordhalterin (8:54:59 Stunden/Biel 2012) auf Senioren-Weltrekordjagd gehende Marion Braun (SV Germania Eicherscheid) sowie Senioren-Weltmeisterin Anke Meinberg (Laufclub BlueLiner Wolfenbüttel) zählen zum Medaillen- und Urkundenkreis.

In dieses Geschehen möchte auch Simone Stöppler vom SSC Hanau-Rodenbach eingreifen. Mit zwei beachtlichen 50-Kilometer-Wettkämpfen in Leipzig (4:11) und Winschoten (4:13) hat sich die 24-malige WM- und EM-Teilnehmerin sowie zweimalige deutsche Mannschaftsmeisterin auf die Heimtitelkämpfe vorbereitet. Anke Drescher und Frauke Tschiltschke komplettieren das aussichtsreiche SSC-Frauentrio.

Im offenen Lauf zählt der Japaner Hirofumi Oka mit der Bestzeit von 7:19 Stunden ebenso wie der niederländische Nationalteamläufer Jan-Albert Lantink (Hengelo/7:10) sowie der österreichische WM-Teilnehmer Walter Wakonig zu den bekanntesten Startern. „Wir wollen mit unserem Team erneut höchsten Wettkampf- und Betreuungsstandard für alle Leistungsklassen bieten“, sagt Harry Arndt, der 75-jährige Ehrenpräsident der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV).

Sascha Arndt

 


04.10.2012