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Felix Göltl wechselt Verein und Trainer


Felix Göltl - rechts - beschreitet neue Wege (Foto: Benjamin Heller)

Der schnellste hessische Sprinter hat neue Wege eingeschlagen. Felix Göltl, 22 Jahre alt und deutscher U23-Juniorenmeister über 100 Meter, hat den Klub TuS Kriftel verlassen und sich der HTG Bad Homburg angeschlossen. Mit dem Vereinswechsel einhergegangen ist ein Trainertausch: Jürgen Friedrich löste nach zehn Jahren Thomas Riehm ab. Göltl, dessen Bestzeiten bei 10,32 Sekunden (100 Meter/2010) und 20,80 Sekunden (200 Meter/2012) stehen, bleibt damit dem hessischen Verband treu, ausgeschlagen hat er auch ein Angebot des TV Wattenscheid. „Felix wollte keine Fernbetreuung, sondern eine individuelle Betreuung vor Ort“, sagt Friedrich. Eine tragende Rolle spielte dabei die Studiensituation (Kommunikationsdesign) von Göltl in Frankfurt. Der 51-jährige Immobilienkaufmann Friedrich war Ende der siebziger Jahre in der Jugendklasse über 400 Meter Hürden in nationalen Endläufen vertreten, seine Bestzeit (51,92 Sekunden) erzielte er 1985. Erfahrungen als Coach sammelte er unter anderem bei der Frankfurter Eintracht. Ende der 90er Jahre trainierte Friedrich auch den international erfolgreichen Seniorensprinter Riehm.

Und weil der Kontakt seitdem weiterhin Bestand hatte, kamen die beiden im Laufe des Sommers ins Gespräch, als es um die sportliche Weiterentwicklung von Göltl ging. „Wir haben uns zusammengesetzt und neue Trainingsansätze diskutiert“, sagt Friedrich. „Dabei ist die Gesundheit das A und O.“ Aufgrund einer verschleppten Achillessehnenreizung zweiten Grades, die Göltl seit einigen Monaten plagt, wurde die Hallensaison bereits gestrichen, der Neustart ist für das Frühjahr 2013 geplant. „Wir gehen kein Risiko ein, Felix muss zunächst einmal 100 Prozent gesund werden“, sagt Friedrich. Auch mit alternativen Heilmethoden und einem Physiotherapeuten. Aufgearbeitet werden zudem Defizite in der Körperstabilisation des Sprinters.

Göltl war im zurückliegenden Sommer speziell über 100 Meter (Saisonbestzeit 10,41 Sekunden) nicht wie erhofft in Schwung gekommen, und so nehmen sich die sportlichen Ziele des neuen Athleten/Trainergespanns zunächst vergleichsweise bescheiden aus: Der zwei Jahre alte 100-Meter-Rekord von Göltl soll im nächsten Sommer wieder erreicht und dann stabilisiert werden. Womöglich wird 2013 eine Art Übergangssaison für Göltl, internationale Ansprüche sollen im EM-Jahr 2014 realisiert werden. Friedrich: „Eventuell klappt es ja mit der Qualifikation für die Europameisterschaft in Zürich. Jedenfalls will Felix mit ganz klaren Leistungen auftrumpfen, so dass niemand an ihm vorbeikommt.“ Für die Leichtathleten der HTG Bad Homburg bedeutet die Verpflichtung von Göltl ein Comeback im Leistungsport, im Nachwuchsbereich ist der Klub schon seit zwei Jahren sehr aktiv. „Die HTG ist etwas enger zusammengerückt und auch die Stadt hilft“, sagt Friedrich.

Uwe Martin

 


08.11.2012