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Musa Roba-Kinkal bestätigt Wechsel zur LG Braunschweig: "Etwas Neues ausprobieren"


Roba-Kinkal als Verfolger von Sören Kah (Foto: Zöller)

Musa Roba-Kinkal kehrt Hessen den Rücken und startet künftig für die LG Braunschweig. Dies bestätigte der 23-jährige Langstreckenläufer auf Anfrage von hlv.de. „Ich möchte etwas Neues mit einem neuen Trainer probieren“, sagt der gebürtige Äthiopier. Neu ist das Laufteam der LG Braunschweig, neuer Trainer in Eigenregie ist er selbst. Zu etwa 70 Prozent, wie Roba-Kinkal es formuliert. Ansonsten will er sich Ratschläge anderer Coaches einholen. Die Zusammenarbeit mit Alexander Mikitenko, Ehemann und Trainer der deutschen Marathon-Rekordhalterin Irina Mikitenko, gehört damit nach dreieinhalb Jahren der Vergangenheit an. Ebenso die Mitgliedschaft im Sportclub Gelnhausen um den Vorsitzenden Harald Schmid, für den Klub war Roba-Kinkal in den Jahren 2011 und 2012 gestartet. Für den deutschen Crossmeister auf der Langdistanz ist es der zweite Rückzug aus Hessen, nach vier Jahren beim TV Gelnhausen (2006 bis 2009) hatte es ihn 2010 für zwölf Monate zum TV Wattenscheid gezogen.

Mit Roba-Kinkal verliert Hessen seinen besten Langstreckenläufer, und dies womöglich aus finanziellen Gründen. „Ich habe mit Harald Schmid und auch mit Eintracht Frankfurt gesprochen. Doch es gab aus Hessen kein Angebot für eine Entscheidung.“ Was angesichts einer Etatkürzung bei der Eintracht-Leichtathletik nicht verwundert, und auch sportlich lief es im Jahr 2012 für Roba-Kinkal nicht einmal suboptimal. Mitte April bei den deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Griesheim (66:05 Minuten) war er nicht annähernd so schnell wie bei seinem Debüt zwölf Monate zuvor an gleicher Stelle (64:30), nach monatelanger Verletzungspause in den Sommermonaten feierte er erst Mitte September bei den deutschen Straßenlaufmeisterschaften über 10 Kilometer ein beachtliches Comeback. Mit Rang zwei (29:39 Minuten) wurde Roba-Kinkal Zweiter. Doch auch diese Zeit lag mehr als eine halbe Minute über dem persönlichen Rekord des Drittplazierten der U23-EM über 10.000 Meter (2011). „Ich habe einen Ticken härter trainiert als zuvor und hatte in diesem Jahr viel Pech. Ich suche weiterhin nach den Gründen für die langwierige Verletzung.“ Kein Arzt habe ihm eine genaue Diagnose stellen können. Zumeist war von einer Schambeinentzündung die Rede, Roba-Kinkal spricht auch von Leistenbeschwerden.

Öffentlich fast unbemerkt ist seine Frau Fate Tola in die erweiterte Weltspitze der Marathonläuferinnen vorgedrungen. Die 25 Jahre alte Äthiopierin verbesserte sich Ende September beim Berlin-Marathon als Fünftplatzierte auf 2:25:14 Stunden. Auch Fate Tola wird den SC Gelnhausen verlassen und sich der LG Braunschweig anschließen. Dass seine Frau im nächsten Jahr einen deutschen Pass erhalten soll, wie die Brauschweiger Zeitung berichtet, dementiert Roba-Kinkal. „Das wissen wir noch nicht. Wir sind seit dem Frühjahr 2011 verheiratet. Deutsche Staatsbürgerin dürfte sie wohl erst 2014 werden.“ Der Wahl-Hesse Roba-Kinkal hat seit 2008 einen deutschen Pass. Und weil herausragende internationale Erfolge bislang überwiegend ausgeblieben sind, keinen Manager. „Ich bleibe 2013 auf den Strecken 5.000 Meter bis Halbmarathon. Vielleicht kann ich mich ja für die Weltmeisterschaften in Moskau qualifizieren“, sagt er. Wenn ja, dann im Trikot der LG Braunschweig. Wohnen wird das Ehepaar weiterhin in Gelnhausen.

Uwe Martin

 


14.11.2012