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Nur auf das Team kommt es an


Die Begeisterung für die Kinderleichtathletik ist groß (Foto: Benjamin Heller)

Alles neu macht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV). Die Verantwortlichen haben das Wettkampf-System für die Kinder komplett überarbeitet und geradezu revolutionär erneuert. Laut Vorgabe des Verbandes soll die neue Form der Kinder-Sportfeste bereits in diesem Jahr „verpflichtend“ umgesetzt werden. Betroffen vom neuen Wettkampf-System sind die Altersklasse U8, U10 und U12. Ziel des DLV ist es, die Kinder spielerisch an die Wettkämpfe und die einzelnen Disziplinen heranzuführen und sie dabei auf keinen Fall zu überfordern. Auf dem Spaß und der Freude an der Bewegung liegt das Hauptaugenmerk. Vorbei sind die Zeiten, in denen bereits bei Achtjährigen mit Maßband und Stoppuhr Leistungen gemessen wurden. Vorbei auch die Zeiten, in denen einer als Sieger ganz oben auf dem Treppchen stand und alle anderen neidisch und enttäuscht in die Röhre guckten.

Ab sofort - so der Wille des Dachverbandes - geht es nicht mehr um Zeiten, Weiten und Höhen, sondern schlicht und ergreifend um Punkte. Im Fokus stehen zudem nicht mehr einige wenige besonders begabte Kinder, sondern immer das Team als Ganzes. Leistungsorienterte fallen dabei möglicherweise durchs Raster, haben aber andererseits die Möglichkeit, ihre Mannschaft weit nach vorne zu bringen, damit viele von ihrer Leistung profitieren.

Training soll nicht mehr bedeuten, bereits die Kleinsten mit ausgefeilten Techniken zu konfrontieren, sondern sie mit Herausforderungen und Bewährungsproben zu beschäftigen und sie langsam und allmählich an die einzelnen Disziplinen heranzuführen. Hier können sie sich gemeinsam mit ihren Freunden und Gleichaltrigen messen und anschließend die entsprechende Anerkennung ihrer Eltern und Übungsleiter ernten. Der DLV hat in sein neues System ganz bewusst eine Art „Spezialisierungsbremse“ eingebaut. In den DLV-Regeln zur Kinderleichtathletik werden unter § 9 die Schutzbestimmungen formuliert. So heißt es: „Die Dauer einer Kinderleichtathletik-Veranstaltung soll drei Stunden nicht überschreiten (pro Altersklasse).“ Und: „Kinder sollen innerhalb von acht Tagen nur an einer Veranstaltung teilnehmen.“

Jedes Team, das an den Start geht, besteht aus sechs bis elf Kindern, gemischt aus Jungs und Mädchen. Die U8 trägt drei bis vier Disziplinen aus, die U10 vier bis fünf, die U12 vier bis sechs. Die einzelnen Disziplinen sind sogenannten „Disziplinblöcken“ zugeordnet. Davon gibt es insgesamt drei: Sprint, Sprung und Wurf. Diese drei Blöcke müssen grundsätzlich in jeden Wettkampf eingebaut werden. Außerdem haben die Veranstalter die Möglichkeit, weitere Disziplinen zu ergänzen. Bewertet wird exakt so, wie es die Kinder aus der Schule kennen. Der Beste einer Disziplin erhält eine 1, der Zweite eine 2 und so weiter. Diese Noten/Punkte werden für das Team addiert. Gewonnen hat schließlich, wer am Ende die wenigsten Punkte hat. Kinderleichtathletik-Veranstaltungen sollen zudem möglichst gesondert, das heißt, nicht eingebettet in einen anderen Erwachsenen-Wettkampf, durchgeführt werden.

Quelle: Frankfurter Neue Presse, Regionalausgabe Limburg/Marion Morello

 


18.02.2013