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Mainzerin Hingst knackt bei "Hessischen" WM-Norm, Knobel mit Bestleistungen


Knobel mit Hürden-Bestzeit (Fotos:Heller)

Die herausragende Leistung bei den Hessischen Meisterschaften hat 2013 kein Hesse erzielt – sondern eine Mainzerin. Stabhochspringerin Carolin Hingst trat in Bad Homburg außer Wertung an und knackte mit 4,60 Metern die Norm für die Weltmeisterschaften im August in Moskau. Die Zuschauer in Bad Homburg zeigten sich begeistert von der Leistung, feuerten Hingst bei jedem Sprung an. „Es hat wirklich riesigen Spaß gemacht, hier auf der Anlage zu starten und die Norm zu springen“, freute sich die Athletin vom USC Mainz hinterher. Carolin Hingst war nicht die einzige deutsche Topathletin, die es nach Bad Homburg zog.
So reiste Bundestrainer Volker Beck mit seiner 400 Meter-Truppe an, weil wegen des Hochwassers ein Start in Jena ausfallen musste. Doch die international erfolgreichen Georg Fleischhauer, David Gollnow und Varg Königsmark mussten am Ende unverrichteter Dinge wieder abreisen – der Wind war für ein 400 Meter Hürden Rennen einfach zu extrem. „Die 400 Meter am Samstag waren schon grenzwertig, aber am Sonntag ging es gar nicht. Es war einfach viel zu windig“, so Beck.

Knobel mit zwei Bestleistungen


Carolin Hingst (USC Mainz) springt WM-Norm

Zehnkämpfer Jan Felix Knobel von der LG Eintracht Frankfurt testete in Bad Homburg seine Form vor dem alles entscheidenden Kampf um die WM-Tickets in Ratingen (15./16. Juni) – und konnte mit den Ergebnissen zufrieden sein. Am Samstag erzielte er mit 50,87 Metern eine neue Bestmarke im Diskuswurf. Dazu kamen gute 15,71 Meter im Kugelstoßen hinter Sieger Mario Labisch (17,30 m/LG Eintracht Frankfurt). Mehr als 65,23 Meter im Speerwurf waren für Jan Felix Knobel am Ende nicht drin – Schuld war der extreme Wind, die Speere wehten teilweise wild hin und her, „normales“ Werfen war nicht möglich. Am Sonntag setzte Knobel dann eine neue Bestzeit über 110 Meter Hürden drauf. 14,59 Sekunden bei ordentlich Gegenwind. Im Stabhochsprung erzielte der 24-Jährige 4,80 Meter beim Sieg vom höhengleichen Marcel Breitkopf (LAZ Gießen). „Natürlich bin ich mit der Höhe nicht hundertprozentig zufrieden“, so Knobel, „aber für die Bedingungen war das Ergebnis schon ok.“

Klopsch gewinnt 400 Meter

Dem extrem böigen Wind fielen zum Beispiel auch bessere Zeiten über 400 Meter zum Opfer. So kämpfte sich EM- und Olympiafahrerin Christiane Klopsch (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) über die Stadionrunde in 54,73 Sekunden ins Ziel. Bei den Männern siegte Philipp Kleemann in 48,11 Sekunden knapp vor seinem Johannesberger Teamkollegen Niklas Müller (48,16 sec.) und dem Frankfurter Benjamin Jonas (48,24 sec.). Alle vier hätten mit Sicherheit noch mehr drauf gehabt.

Spannung herrschte vor dem 100 Meter Finale der Männer. Michael Pohl (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) setzte sich am Ende mit 10,67 Sekunden gegen Benjamin Brömme (10,73 sec.; LG Eintracht Frankfurt) und Felix Göltl (10,78 sec. MTG Bad Homburg) durch. Mit 21,96 Sekunden über 200 Meter machte Pohl seinen Doppelsieg in Bad Homburg perfekt. Ein Wimpernschlagfinale gab es auch über 1500 Meter. Abdi Uya (LC Mengerskirchen) hatte in 3:55,60 Minuten knapp die Nase vor Friedrich Schenk von der LG Alheimer/Rotenburg-Bebra (3:56,89 min). Bei den Frauen wurde hier Lisa Hübner Hessenmeisterin (4:34,18 min). Die Athletin der LG Eintracht Frankfurt holte zudem den Titel über 800 Meter in 2:11,45 Minuten. Im Diskuswurf siegte erwartungsgemäß Sabine Rumpf mit 57,19 Metern vor Teamkollegin Julia Bremser mit 56,44 Metern (beide LSG Goldener Grund).

U18-Hessenrekord für Wiesbadener LV


Neuer Hessenrekord über 4x100m (Foto: Wiesbadener LV)

Richtig Grund zum Jubeln hatte der Wiesbadener LV. Über 4x100 Meter stellten Daniel Renninger, U18-WM-Fahrer Simon Schütz, Mario Vogel und 100 Meter-Sieger Lukas Rudershausen einen neuen Hessenrekord in der U18 auf. Ihre neue Bestzeit: 42,10 Sekunden. Die alte Marke hatte der TV Groß-Gerau vor sieben Jahren mit 42,56 Sekunden aufgestellt. Damit liegt das pfeilschnelle Quartett derzeit auf Rang eins der Deutschen Jahresbestenliste und hat beste Aussichten auf eine Topplatzierung bei den Jugendtitelkämpfen in Rostock.

Lisa Mayer läuft U18-WM-Norm bei zu viel Rückenwind

Dort haben auch andere Hessen sehr gute Chancen. Lisa Mayer zum Beispiel. Das Talent von der LG Langgöns-Oberkleen überzeugte in dieser Saison schon einige Male mit schnellen Zeiten. In Bad Homburg absolvierte sie die 200 Meter in starken 23,97 Sekunden und unterbot damit die Norm für die U18-Weltmeisterschaften in Donetsk/Ukraine – wäre nur der Rückenwind mit 3,2 m/s nicht zu stark gewesen. So muss Lisa Mayer weiter Jagd auf die WM-Norm von 24,20 Sekunden machen. Mit ihren regulären 24,39 Sekunden aus dem Vorlauf steht sie jedenfalls auf Rang zwei der Deutschen Jugendbestenliste.

Eine Jugendliche, die die Quali für die U18-WM schon geknackt hat, ist Franziska Heiß. Die Stabhochspringerin vom SSC Bad Sooden-Allendorf kann 2013 bereits 3,95 Meter vorweisen – damit steht sie in Deutschland ganz oben. Bei den Hessischen in Bad Homburg überquerte Heiß bei schwierigen Windverhältnissen 3,60 Meter und holte den Titel. Ebenfalls Chancen auf einen internationalen Einsatz hat Eileen Demes von der TG Obertshausen. Die Athletin siegte über 400 Meter Hürden in 61,48 Sekunden und will jetzt am kommenden Wochenende in Regensburg die U18-WM-Norm von 60,50 angreifen.

Marc Krause gewinnt doppelt

Nicht zu schlagen war am Wochenende Marc Krause. Das Wurftalent von der TGS Niederrodenbach sicherte sich zunächst den Sieg im Kugelstoßen. Mit 17,62 Metern kam er allerdings nicht an seine persönliche Bestleistung von 18,55 Metern heran. Mit dieser Weite ist Krause derzeit drittbester Deutscher in der U18. Auch im Diskuswurf führte kein Weg an ihm vorbei. 51,12 Meter – Titel Nummer zwei. Starke Leistungen erzielten bei den Hessischen in der U18 auch noch Lea Menzel von der LG Neu-Isenburg/Heusenstamm über 100 Meter Hürden (14,02 sec.), Sara Lisa Zorn (SSC Hanau-Rodenbach) im Speerwurf mit 46,41 Metern sowie Hanna Gambetta und Sharin Oziegbe. Hanna Gambetta (TSG Schlitz) sicherte sich den Sieg in einem spannenden Weitsprungduell mit 5,80 Metern knapp vor Sharin Oziegbe vom SSC Vellmar, die bei 5,77 Metern landete.
(jn)

 


06.06.2013