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Sechs WM-Teilnehmer, sechs Ziele


Betty Heidler (Foto: Christiane Mader)

Hammerwerferin Betty Heidler ist die große Konstante im sechsköpfigen Team des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) bei der WM in Moskau vom 10. bis 18. August. Die zweiterfolgreichste deutsche Leichtathletin der vergangenen zehn Jahre hat seit ihrer WM-Premiere 2003 in Paris (Platz 11/65,81 Meter) drei Medaillen gewonnen - 2007 in Osaka die goldene, 2009 (Berlin) und 2011 (Daegu) jeweils Silber. Seit 2003 gab es keine Weltmeisterschaft ohne Betty Heidler, und nur im Jahr 2005 (Helsinki) blieb sie völlig unter ihren Erwartungen, schied mit 61,91 Meter bereits in der Qualifikation aus. Alle sechs hessischen WM-Teilnehmer - Betty Heidler und Kathrin Klaas im Hammerwurf, Homiyu Tesfaye (1.500 Meter), Gesa Krause (3.000 Meter Hindernis), Claudia Rath (Siebenkampf) und Pascal Behrenbruch (Zehnkampf) - sind für die LG Eintracht Frankfurt startberechtigt.

Vor zwei Jahren in Daegu waren fünf Hessen dabei. 2009 standen acht hessische Teilnehmer im WM-Aufgebot, darunter wurde nur Weitspringerin Beatrice Marschek (LAZ Gießen) nicht vom einzigen hessischen Profiklub gefördert. Kräftig durchmischt in der jüngsten Vergangenheit war der hessische WM-Kader eigentlich nur 2007 in Osaka, als Ulrich Steidl (SSC Hanau-Rodenbach/Marathon), die mittlerweile zurückgetretenen Julia Hütter (LAZ Bruchköbel/Stabhochsprung) und Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach/Sprint) in der Summe 50 Prozent ausmachten.

Als Erster steigt Pascal Behrenbruch bei der WM ein. Und zwar bereits am Samstag, 10. August, um 7.35 Uhr. „Hier ist das Wetter top und die WM kann starten“, teilte der 28-Jährige kürzlich über Facebook mit. Die F.A.Z. schrieb über den gebürtigen Offenbacher: Hoffentlich macht dieses Lob Pascal Behrenbruch nicht zu übermütig. Bescheidenheit ist ja nicht gerade die Stärke des Zehnkämpfers von der LG Eintracht Frankfurt. Und nun hat ihn Olympiasieger Ashton Eaton doch tatsächlich als ernsthaften Konkurrenten um den Zehnkampf-Titel bezeichnet. Behrenbruch, ließ der 25-jährige Amerikaner und Weltrekordhalter wissen, sei „sehr talentiert. Wenn er im Wettkampf Spaß hat und sich nicht zu sehr unter Druck setzt, kann er bei dieser WM viel erreichen.“ Eine Medaille womöglich, dies glaubt auch HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke.


Claudia Rath (Foto: Benjamin Heller)

Und die anderen hessischen Starter? Noch einmal die F.A.Z.: Behrenbruchs Siebenkampf-Kollegin Claudia Rath hat mit 6.317 Punkten und Platz zwei bei der WM-Qualifikation in Ratingen das Tor zur Weltklasse aufgestoßen. Was in Moskau für die 27-Jährige sprechen könnte, ist auch die Abwesenheit der drei olympischen Medaillengewinnerinnen. Sie hat also eine kleine Außenseiterchance.“ Die Mehrkämpferin beginnt am Montag, 12. August, um 7.30 Uhr. Einen Tag später, am 13. August, möchte U23-Europameisterin Gesa Krause um 19.25 Uhr im Finale über 3.000 Meter Hindernis stehen. Ihren Vorlauf absolviert die 21-Jährige am Samstag, 10. August (15.20 Uhr).

Nach der verletzungsbedingt verpassten U23-EM wird Homiyu Tesfaye in Moskau erstmals im deutschen Nationaltrikot starten. Für den 20-Jährigen kann das Motto über 1.500 Meter nur lauten: Erfahrung sammeln und versuchen, den Vorlauf am Mittwoch, 14. August (8.35 Uhr) zu überstehen und ins Halbfinale (Freitag, 18. August, 17.05 Uhr) einzuziehen.

Bleiben noch die Frankfurter Hammerwerfinnen, die in der F.A.Z. so betextet werden: „Wenn man über hessische WM-Medaillen spricht, dann kommt man an einer nicht vorbei, auch wenn sie Berlinerin ist: Betty Heidler. Die 29-jährige ist die einzige noch aktive Weltrekordinhaberin aus Deutschland. 79,42 Meter weit flog ihr Hammer 2011 - das ist immer noch unübertroffen. Auch wenn es in dieser Saison bislang etwas bescheidener zugeht, mit ihrer Erfahrung gehört die Weltmeisterin von 2007 und Olympiadritte von 2012 zu den Favoritinnen. Den WM-Feinschliff hat sie sich - wie ihre Vereinskollegin Kathrin Klaas - im Trainingslager in Kienbaum geholt. Großen Druck verspürt sie nicht. Der lastet auf der Jahresbesten, der Russin Tatjana Lysenko. „So ging es mir 2009 bei der Heim-WM in Berlin“, sagt Betty Heidler. Damals hat ihr die Polin Anita Wlodarczyk den Titel weggeschnappt. Jetzt sieht Betty Heidler sich in der Rolle der Spielverderberin. Die Qualifikation steht am Mittwoch, 14. August (7.30 Uhr/9.10 Uhr) auf dem Programm. Das Finale am Freitag, 16. August, um (17 Uhr.

Uwe Martin

 


09.08.2013