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Behrenbruch: „Das ist keine Riesen-Blamage“


Pascal Behrenbruch (Foto: IRIS)

Es hat nicht gereicht für Pascal Behrenbruch. Der 28-jährige Zehnkämpfer von der LG Eintracht Frankfurt hat am zweiten Tag der Leichtathletik-Weltmeisterschaft alle Chancen verspielt, sich in die Nähe der Medaillenränge zu schieben. Nach dem ersten Tag lag der Europameister mit 4.258 Punkten und Rang sieben recht nahe an den Spitzenplätzen und hoffte auf seinen bekanntlich starken zweiten Tag. Doch dann kam alles anders. Behrenbruch blieb über 110 Meter Hürden (14,46 Sekunden), im Diskuswerfen (45,66 Meter) und im Stabhochsprung (4,70 Meter) deutlich unter seinen Ansprüchen - spätestens nach acht Disziplinen war der Traum von einer Medaille vorbei. Edelmetall holten sich der amerikanische Weltrekordhalter und Olympiasieger Ashton Eaton (8.809 Punkte), der überglückliche Michael Schrader (Bayer Leverkusen) mit persönlicher Bestleistung (8.670 Punkte) und der Kanadier Damian Warner (8.512 Punkte). Behrenbruch sammelte 8.316 Punkte und wurde Elfter. 2012, beim Gewinn des EM-Titels, hatte der gebürtige Offenbacher mit 8.558 Punkten seine persönliche Bestleistung aufgestellt.

Nach fünf Disziplinen hatte Behrenbruch noch optimistisch in Richtung 8.500 Punkte geblickt - damit wäre er im Medaillenbereich gewesen. Vergleichen mit seinem besten Zehnkampf im Vorjahr in Helsinki hatte er bis dato beinahe identisch auf Kurs gelegen: über 100 Meter (10,93 Sekunden in Helsinki/10,95 in Moskau), im Weitsprung (7,15/7,19 Meter), im Hochsprung (1,97/1,99 Meter) und über 400 Meter (48,54/48,40 Sekunden). Im Weitsprung hatte der Hesse mentale Stärke bewiesen, denn seine Versuche eins und zwei waren ungültig gewesen, erst im dritten Durchgang hielt er sich aussichtsreich im Wettkampf. Doch bereits das Kugelstoßen war mit 15,86 Meter ein Rückschlag, bei der EM 2012 hatte er mehr als einen Meter weiter gestoßen (16,89 Meter).


Das Luschniki-Stadion in Moskau vor den Wettkämpfen (Foto: IRIS)

Für Behrenbruch dürfte die WM 2013 ein doppelter Rückschlag gewesen sein. Denn der zwei Jahre jüngere Schrader verbesserte seinen vier Jahre alten persönlichen Rekord (8.522 Punkte) deutlich und ließ Behrenbruch auch in diesem statistischen Detail deutlich hinter sich. In WM-Topform war auch der Olympiasechste Rico Freimuth (Hallesche LF), der als Siebter mit Hausrekord von 8.382 Punkten ebenfalls noch vor Behrenbruch lag.

“8.300 Punkte sind keine Riesen-Blamage. Aber ich hatte hier eine Möglichkeit, richtig gut zu sein, so viele davon bekommt man ja nicht. Das ist natürlich schon ein Dämpfer“, sagte der hessische Zehnkämpfer nach dem Wettkampf dem Internet-Fachportal leichtathletik.de. Und: „Ich habe heute einfach gemerkt, dass ich platt bin. Vorher habe ich gesagt, ein Deutscher macht eine Medaille. Jetzt hat‘s Micha geschafft. Im letzten Jahr war ich erfolgreich. Für mich selbst bin ich enttäuscht, aber für den deutschen Zehnkampf sehe ich es positiv. Der wird in Deutschland kaum wahrgenommen neben dem Fußball. Ich hoffe, dass der Zehnkampf jetzt in Deutschland Trend wird.“

Prägnanter und anders gesagt: Behrenbruch war als Medaillenkandidat angereist und verpasste seine Bestleistung bei besten äußeren Bedingungen um 242 Punkte. In WM-Form ist er nur bedingt gewesen.

Uwe Martin

 


11.08.2013