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Hammerwurf-Finale ohne Heidler und Klaas


Große Enttäuschung bei Betty Heidler (Foto: IRIS)

Der Kampf um Gold, Silber und Bronze im Hammerwurf wird bei der WM in Moskau ohne Betty Heidler und Kathrin Klaas über die Bühne gehen. Beide Frankfurterinnen scheiterten völlig überraschend in der Qualifikation. 68,83 Meter für Heidler, 68,34 Meter für Klaas – das war zu wenig für’s Finale. Die Quali-Weite lag bei 73,00 Metern.

Wie konnte das nur passieren, fragten sich vermutlich alle Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen. Im ersten Versuch streifte der Hammer von Betty Heidler das Netz – kein Grund zur Panik für die Olympia-Dritte von London. Doch dann folgten magere 66,41 Meter im zweiten Durchgang. „Die Technik war nicht das, was man braucht für ein WM-Finale. Ich habe es, so ähnlich wie bei der EM im letzten Jahr, nicht zusammen gebracht“, analysierte Betty Heidler im TV-Interview. Der letzte Versuch landete im Käfig – das Aus für die 29-Jährige. „Ich bin enttäuscht. Das war nicht mein Ziel. Kleine Fehler machen viele Meter und es waren heute große Fehler. Man kann es oder man kann es nicht. Das ist es, was so herausfordernd ist, was es interessant macht, woran ich eigentlich meinen Spaß habe. Man kann an Kleinigkeiten viel rausholen, aber man kann eben auch, wenn man viele Fehler macht, direkt hängen bleiben. Das kann man positiv und negativ sehen. Für mich war es heute Morgen negativ, aber das ist das Hammerwerfen.“

Auch für Kathrin Klaas wurde die WM-Quali von Moskau zur bitteren Enttäuschung. Auf der Olympia-Fünften ruhten nach dem Aus von Betty Heidler die Hoffnungen, Klaas musste in der zweiten Gruppe ran. Doch auch bei ihr lief an diesem Tag nichts zusammen. „Die Saison war nicht so glatt. Ich habe viel ausprobiert und umgestellt“, so Klaas.

„Ich hätte eigentlich gedacht, ich hätte die Technik soweit stabilisiert in den letzten Wochen, dass es zwar nicht hundertprozentig in jedem Wurf da ist, aber doch immer mal wieder so ist, dass ich es rausholen kann. Der erste Einwerfer im Stadion war gar nicht schlecht, der hätte vermutlich auch gereicht. Aber Einwerfen ist nicht olympisch.“ Und deshalb war der Kampf um die Medaillen auch für Kathrin Klaas schon vorbei, bevor er überhaupt richtig begonnen hat.

Tesfaye überzeugt bei WM-Debüt

Für den einzigen Lichtblick an Tag fünf der WM sorgte Homiyu Tesfaye. Bei seinem Debüt im deutschen Nationaltrikot lief der 20-Jährige direkt ins Halbfinale über 1.500 Meter. Dort wird mit Carsten Schlangen ein weiterer Deutscher vertreten sein.

In seinem Vorlauf kämpfte sich Tesfaye auf Rang sechs, lief 3:38,66 Minuten. „Es war mein erster großer Wettkampf und ich war sehr nervös. Letzte Nacht habe ich nicht so gut geschlafen“, wird der Frankfurter auf leichtathletik.de zitiert. „Ich wollte im deutschen Trikot ein gutes Rennen machen. Mein Trainer Wolfgang Heinig hat mir gesagt, dass ich nicht von vorne laufen soll so wie bei den Deutschen Meisterschaften. Da hätte ich Ärger bekommen. Der Plan war, auf den letzten 400 Metern anzuziehen, das hat geklappt.“ Das Halbfinale findet am Freitag um 17.05 Uhr deutscher Zeit statt.

Julia Nestle

 


14.08.2013