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Tinka Uphoff - vom Geheimtipp zur Meisterin


Tinka Uphoff (Foto: Norbert Wilhelmi)

Manuel Ruhland (LG Eintracht Frankfurt) und Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) sind bei strömendem Regen in Schotten zur hessischen Meisterschaft im Halbmarathon gelaufen. Ruhland gewann in persönlicher Bestzeit von 1:09:00 Stunden und erklomm damit binnen einer Woche zum zweiten Mal das Podium. Am Wochenende zuvor war der Student in Marburg über 10 Kilometer nach 31:25 Minuten - gleichfalls persönlicher Rekord - auf den zweiten Platz gelaufen. Bei der Halbmarathon-HM gingen die Plätze zwei und drei an David Bernardo (1:11:53) und Jamal Sanhaji (beide BG Marbug/1:12:01). Veronika Ulrich (LG Neu-Isenburg/Heusenstamm, 1:19:20) und Anke Holljesiefken (Spiridon Frankfurt/1:22:45 Stunden) holten sich bei den Frauen die weiteren Podiumsränge.

Knapp drei Wochen vor den hessischen Marathonmeisterschaften kommt damit etwas Licht ins Dunkel. Denn Silke Optekamp (GW Kassel) wird am 27. Oktober nicht in Frankfurt dabei sein. Die hessische Meisterin 2012 ist am nächsten Sonntag in München bei den deutschen Titelkämpfen am Start. So rückt für Frankfurt eine Läuferin in den Fokus, die in der Szene schon länger als Geheimtipp gehandelt wird: Tinka Uphoff.

Auf die Teilnahme am Darmstädter Halbmarathon am 1. September musste sie wegen Schienbeinschmerzen verzichten, und auch drei Wochen später bei den deutschen Straßenlaufmeisterschaften in Bobingen lief es nicht rund. Die 30-jährige promovierte Rechtswissenschaftlerin stieg vorzeitig aus: Magen-Darm-Probleme. Doch seither geht es eindeutig aufwärts. „Die Geschwindigkeit kommt wieder. Ich bin gesund“, sagt Tinka Uphoff. Das Ergebnis von Schotten, nur 59 Sekunden über ihrer Bestzeit, bestätigt dies. Der Frankfurt-Marathon kann also kommen und das Ziel lautet: eine Zeit um 2:45 Stunden.

Tinka Uphoff erreichte vor drei Jahren in Frankfurt 3:03 Stunden - kurz zuvor hatte sich die Läuferin im Trikot von Spiridon Frankfurt der Leistungsgruppe um den ehemaligen Spitzenläufer Kurt Stenzel angeschlossen. „Der Muskelkater war schrecklich, ich konnte teilweise nur rückwärts die Treppen runter gehen“, hat sie bei dem Fachportal laufreport.de einmal erzählt. Intervalltraining, Lauf-ABC, Lauftechnik und Krafttraining gehörten jetzt zum Übungsprogramm. Die Eingewöhnungsphase in das „strukturierte Training“, wie sie es nennt, dauerte beinahe zwölf Monate.

Seither hat sie sich insbesondere auf den Unterdistanzen stark verbessert, bei den deutschen Meisterschaften über 5.000 Meter in diesem Jahr wurde sie Neunte in 17:02 Minuten. Die zweiwöchige Schienbeinverletzung im Spätsommer brachte die Angestellte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Frankfurt kurzzeitig „aus dem Rhythmus“, mittlerweile sei aber alles wieder gut und Trainingsumfänge von bis zu 140 Kilometern pro Woche möglich.“Ich arbeite am Feintuning“, sagt sie. Vor und nach dem Job, der Freiraum ist etwas kleiner geworden, aber es geht. „Ich hoffe, dass alles glatt läuft am 27. Oktober.“

Uwe Martin

 


08.10.2013