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Topathleten bleiben Eintracht Frankfurt treu


Claudia Rath (Foto: Heller)

Im November ist Wechselzeit bei den Leichtathleten - wer kommt, wer geht? - diese Fragen stehen neben dem Aufbautraining vier Wochen im Fokus. In Hessen gerät dabei nur ein Großverein in den Blickpunkt: Eintracht Frankfurt. Gerade wegen oder trotz der seit Jahren angespannten finanziellen Situation, die Leichtathletik-Abteilungsleiter Wolfram Tröger Ende August mit den Worten beschrieb: „Auf der Einnahmeseite kommen wir in kleinen Schritten voran.“ Und wie es scheint, werden alle Eintracht-Weltklasseathleten auch im nächsten Jahr für den Traditionsklub starten: Hammerwurf-Weltrekordhalterin Betty Heidler trotz ihres Umzugs nach Berlin, auch Marathon-Bundestrainer Wolfgang Heinig verkündet Vollzug für die Schnellsten seiner Übungsgruppe: Homiyu Tesfaye, Gesa Krause, Katharina Heinig und Nico Sonnenberg tragen im EM-Jahr 2014 den Adler auf der Brust. Wie auch Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch, der sein weiteres Engagement bei Facebook postete. „Vertragsverlängerung mit Eintracht Frankfurt. Ein super Verein, um Weltklasseleistung zu bringen.“ Einigkeit erzielt hat Tröger zudem mit Zehnkämpfer Jan Felix Knobel und den Siebenkämpferinnen Claudia Rath und Carolin Schäfer.

Heinig spricht von „guten Verträgen und wohlwollendem Umgang“ mit den Athletinnen und Athleten. Zuwachs bekommen haben der Leitende Bundestrainer und seine Frau Katrin Dörre-Heinig obendrein. Mit Nina Stöcker wechselt ein 21 Jahre altes Talent von der LG Ratio Münster zur LG Eintracht Frankfurt. Die Jura-Studentin hatte sich Ende September beim Berlin-Marathon auf 2:37:46 Stunden verbessert und nimmt Platz acht der deutschen Jahresbestenliste ein. Zwei Ränge hinter Katharina Heinig, die im April 2:34:20 Stunden gelaufen war, ihren Start beim Frankfurt-Marathon jedoch verletzungsbedingt absagen musste. Die Schleimbeutelentzündung im Fersenbereich ist mittlerweile abgeklungen, nach einer MRT-Untersuchung hat die 24-Jährige das Lauftraining wieder aufgenommen. „Sie war am Boden zerstört, weil sie in Frankfurt nicht dabei sein konnte“, sagt ihr Vater. „Katharina möchte jetzt im Frühjahr auf den EM-Zug aufspringen.“ Das heißt unter 2:34 Stunden bleiben.


Homiyu Tesfaye und Nico Sonnenberg (Foto: Heller)

Was deutlich wird angesichts der jüngeren Entwicklungen: Die Mittel- und Langstrecken sowie der Marathonlauf wurden gestärkt bei der Frankfurter Eintracht. Denn zu dem WM-Fünften Tesfaye (1.500 Meter), U23-Europameisterin Gesa Krause (3.000 Meter Hindernis), Sonnenberg (Platz vier bei der U23-EM über 5.000 Meter) sowie den Marathon-Hoffnungen Katharina Heinig und Nina Stöcker kommt Niklas Zender hinzu. Der 23 Jahre alte Medizinstudent galt vor einigen Jahren als größtes deutsches Talent über 400 Meter, nachdem er als Jugendlicher 46,18 Sekunden gerannt war (2008). Anschließend stagnierte Zender und pausierte im zurückliegenden Sommer studienbedingt. Im September wechselte er von Trainer Volker Beck zu Heinig und versucht sich nun über 800 Meter. „Es ist ein Neustart für ihn“, sagt Heinig und betont den „verhältnismäßig späten Umstieg“. Schließlich sei Zender schon als A-Jugendlicher in der Halle 1:49 Minuten gelaufen.

Weiterhin das Eintracht-Trikot überstreifen wird auch Ariane Friedrich. „Ich gehe davon aus, dass alles weiterläuft wie bisher“, sagt ihr Trainer und Manager Günter Eisinger. Im Januar wird die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin (2,06 Meter/2009) 30 Jahre alt - nach zwei (auch verletzungsbedingt) nicht sonderlich erfolgreichen Jahren bereitet sich Ariane Friedrich derzeit auf ihre womöglich letzten Versuche vor, nochmals die magische Grenze von zwei Metern zu überqueren. In Erfurt und in Frankfurt. Dass in der deutschen Börsenmetropole gerade eine Debatte geführt wird, ob und inwieweit Frankfurt das Label Sportstadt zu Recht in Anspruch nimmt, hat Eisinger aufmerksam verfolgt. „Unter einer Sportstadt stelle ich mir etwas anderes vor“, sagt er vorsichtig. Bei den aktuellen Missständen im Sportzentrum des Stadtteils Kalbach wird Eisinger aber deutlich. Unlängst sei die Heizung auf fast Null heruntergefahren oder kaputt gewesen und ein Teil der sanitären Einrichtungen nur mit erhöhtem Ekelfaktor nutzbar gewesen.

Uwe Martin

 


26.11.2013