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Tinka Uphoff: Familiärer Kehraus nach dem Triple


Tinka Uphoff (Foto: Frank Neumann)

Der letzte Lauf des Jahres passt zu einer außergewöhnlichen Saison. Tinka Uphoff schnieft noch ein wenig und klagt sachte über den „ätzenden Husten“, der sie in den Tagen zuvor geplagt hat - doch beim Frankfurter Silvesterlauf an diesem Sonntag (12 Uhr) will sie dabei sein. Wie annähernd 2.000 andere Freizeit- und Hobbyläufer. Doch für die 30-Jährige ist der sportliche Ausstand 2013 in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen ist ihr Klub Spiridon Frankfurt auch Veranstalter des Silvesterlaufes, in diesem Jahr zum 35. Mal; zum anderen geht für die 30 Jahre alte promovierte Rechtswissenschaftlerin eine sportlich wie beruflich außergewöhnliche Saison zu Ende. Mit dem Gewinn von drei Hessenmeisterschaften - Marathon, Halbmarathon auf der Straße, 5.000 Meter im Stadion - war sie so erfolgreich wie noch nie. Neue Herausforderungen brachte ihr Arbeitsplatz bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin genannt. Tinka Uphoff weiß ihr letztes großes Rennen, den Frankfurt-Marathon Ende Oktober, richtig einzuschätzen. „Wenn Katharina Heinig am Start gewesen wäre, hätte ich nicht gewonnen“, sagt sie. Doch die große Favoritin mit einer persönlichen Bestzeit von 2:34:20 Stunden musste verletzungsbedingt passen.

Und weil Silke Optekamp (Grün-Weiß Kassel)den deutschen Titelkämpfen in München den Vorzug gab und in 2:41:50 Stunden auch gewann, war der Weg frei für Tinka Uphoff. 2:45 Stunden waren ihr Ziel, gestoppt in der Festhalle wurde sie nach 2:47:04 Stunden. Wind und zeitweise Regen hatten eine noch bessere Zeit verhindert. „Ich war am Limit und es war gut“, sagt sie. Was nicht bedeutet, dass die Frankfurterin nicht gerne etwas schneller gewesen wäre. Doch eine Verbesserung um sechzehn Minuten, das war schon etwas. Und brachte sie auf Platz 14 in der deutschen Jahresbestenliste.

Zum Kehraus beim Silvesterlauf mit Start und Ziel an der Wintersporthalle unweit der Commerzbank-Arena wird es noch familiärer als beim Frankfurt-Marathon. Tinka Uphoff hat sich wieder als Helferin einteilen lassen, ihr Trainer Kurt Stenzel führt als Tempomacher die 40-Minuten-Gruppe, zudem sind einige Trainingskolleginnen auf der zehn Kilometer langen Strecke unterwegs. Etwa Birgitt Bohn und Anke Holljesiefken. Die drei Damen sind 2013 die schnellste Marathon-Frauenmannschaft Deutschlands. „Jetzt kommt unserer Vereinslauf“, sagt Tinka Uphoff über die Veranstaltung am 29. Dezember. Persönliche Bestzeiten stehen zum Jahresausklang auch aufgrund der Topografie jedoch nicht auf dem Plan. Im Vordergrund stehen der Spaß und das Beisammensein - wie bei (fast) allen anderen Teilnehmern auch.

Im nächsten Jahr will Tinka Uphoff wieder angreifen. Trotz der beruflichen Belastung in ihrem Job, was sie von Profiläuferinnen extrem unterscheidet. Sie muss viel koordinieren und punktgenau planen. Freie Zeit bleibt da kaum. „Vor dem Frankfurt-Marathon hatte ich das Gefühl, dass mein Leben furchtbar durchgetaktet ist.“ Doch es ging nicht anders. Und wird auch 2014 nicht anders funktionieren, wenn sie erfolgreich sein möchte. Und das will Tinka Uphoff. „Ich habe nach wie vor Spaß am Laufen. Das ist die Basis. Ich denke, dass es weiterhin klappt.“ Die Ziele sind schon definiert: „Meine Bestzeiten sind meine Orientierungsmarken.“

Uwe Martin

 


28.12.2013