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Ksenia Achkinadze: EM oder gar nichts


Ksenia Achkinadze in Hanau (Foto: Benjamin Heller)

Über den Trainerwechsel mag Ksenia Achkinadze nicht viele Worte verlieren. Nur so viel: „Es gab keine großen Probleme, es hat einfach nicht mehr gepasst. Aber wir verstehen uns noch gut.“ Mehr ist nicht herauszubekommen aus der 24-jährigen Weitspringerin vom SC Gelnhausen. Nachtreten ist nicht ihre Sache. Seit Anfang Oktober wird Ksenia Achkinadze nicht mehr von Erfolgscoach Jürgen Sammert betreut, der auch die WM-Vierte im Siebenkampf, Claudia Rath, und Weltklasse-Zehnkämpfer Jan Felix Knobel (beide LG Eintracht Frankfurt) seit einigen Jahren zu immer neuen Bestleistungen führt. Die Weitspringerin hingegen schlägt seit drei Monaten einen anderen Weg ein - ihr neuer Trainer ist ein Urgestein des USC Hainz: Harry Letzelter, in der 80er Jahren für die deutsche Top-Sprinterin Monika Hirsch und später für Marion Wagner verantwortlich. Nach dem Karriereende der dreimaligen Olympiateilnehmerin Marion Wagner (2012) wurde es ruhig um Letzelter. Bis Ksenia Achkinadze auf Vermittlung von Bundestrainer Uli Knapp bei dem Sprint-Fachmann durchklingelte. „Es macht richtig Spaß mit ihm“, sagt die Hessin. Das Ziel des frisch formierten Duos: Die EM-Teilnahme 2014 in Zürich.

Der Einstand jedenfalls ist geglückt. Bei den hessischen Hallenmeisterschaften in Hanau sprintete die Weitspringerin persönliche Bestzeit über 60 Meter (7,65 Sekunden), ihren Saisoneinstieg im Weitsprung gibt sie am nächsten Wochenende außer Konkurrenz bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Ludwigshafen.

Hinter Ksenia Achkinadze, der deutschen Hallenmeisterin 2012 mit 6,56 Metern, liegt ein Jahr, das sie zwar „als bislang bestes meiner Karriere“ bezeichnet; dennoch scheint die Zeit reif gewesen zu sein für eine Veränderung. 6,66 Meter, Bestleistung, war sie bereits Ende Mai in Wesel gesprungen; in Bad Langensalza mit unzulässigem Rückenwind sogar 6,69 Meter. „Ich war zu früh in Form. Und je länger die Saison dauerte, umso mehr Probleme hatte ich“, sagt sie. Wie bei der Universiade in Kazan (Russland), wo Ksenia Achkinadze nur 6,38 Meter erreichte. Zudem überflügelte die nationale Konkurrenz die angehende Polizeikommissarin. Etwa Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid/7,04 Meter), Lena Malkus (Preußen Münster/6,76) und Malaika Mihambo (LG Kurpfalz/6,70).


Der 60-Meter-Zieleinlauf in Hanau (Foto: Benjamin Heller)

6,70 Meter lautet auch der Normwert des deutschen Verbandes für Zürich. „Doch ich glaube nicht, dass man mit dieser Weite hinfährt.“ Soll heißen: Die drei besten Deutschen dürften aller Voraussicht nach im Vorfeld weiter springen. Worauf auch Ksenia Achkinadze hofft. Bis dahin soll sich der Trainerwechsel weiterhin positiv auswirken. Schließlich seien die zurückliegenden Wochen „ein bisschen chaotisch“ gewesen. Zwar logistisch einfacher mit täglichen Fahrten von Wiesbaden zur Mainzer Universitätssporthalle und nicht mehr ins Sportzentrum Frankfurt-Kalbach; aber eben auch stressig mit fünf schriftlichen Prüfungen, drei mündliche stehen in dieser Woche noch an. „Nach der Ausbildung wird es ruhiger“, sagt sie. Wenn sich im neuen Umfeld über die Landesgrenzen hinweg alles eingespielt hat.

„Harry ist ein Spezialist“, sagt Ksenia Achkinadze. Ein Sprint-Insider mit beinahe enzyklopädischem Spezialwissen, aber auch mit feinen Augen für den Weitsprung. Die Trainingspläne schreibt jedoch der Bundestrainer - in Absprache mit Letzelter. Und so hofft Ksenia Achkinadze insbesondere im Sommer auf den großen Sprung. Ihr Motto: „Europameisterschaft oder gar nichts.“ Eine andere internationale Meisterschaft außer den Titelkämpfen in Zürich steht 2014 nämlich nicht in den Terminkalendern.

Uwe Martin

 


13.01.2014