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Hallen-DM: Tesfaye und Günther ganz oben


Homiyu Tesfaye (Foto: Benjamin Heller)

Verglichen mit der Bilanz 2013 haben die hessischen Leichtathleten bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig oberflächlich betrachtet nicht unbedingt die ganz großen Schritte nach vorne gemacht. Doch drei Medaillen sind eben nicht einfach drei Medaillen, schließlich kommt es auf die Güteklasse an. Und da tun sich bei der Betrachtung Dortmund 2013 mit zwei zweiten Plätzen (Homiyu Tesfaye/1.500 Meter, Christiane Klopsch/ 400 Meter) sowie Rang drei für Nico Sonnenberg über 3.000 Meter doch Unterschiede auf. Denn in der Arena Leipzig bedeutete das gewonnene Edelmetall zugleich den Titel. Anders formuliert: Tesfaye gewann zunächst am Samstag das Meisterschaftsrennen über 3.000 Meter in persönlicher Bestzeit von 7:58,09 Minuten, am Sonntag war der WM-Fünfte über 1.500 Meter auch auf seiner Spezialstrecke in 3:47,28 Minuten eine Klasse für sich.

Am zweiten DM-Tag wurde zudem Martin Günther seiner Favoritenrolle im Hochsprung gerecht, übersprang in einem spannenden Wettkampf mit 2,28 Meter die zweitbeste Höhe seiner Karriere und wurde zum zweiten Mal nach 2010 deutscher Hallenmeister. Was noch erwähnt werden muss: Alle drei Titel gingen an die LG Eintracht Frankfurt.

Das Double von Tesfaye war außergewöhnlich und einer der Höhepunkte von Leipzig. Auch angesichts der Tatsache, dass der ohnehin seltene Doppelerfolg letztmals 1998 keinem Geringeren als Olympiasieger Dieter Baumann gelungen war. Nach der Kraftanstrengung über fünfzehn Hallenrunden tags zuvor war der gebürtige Äthiopier die halb so lange Distanz eher abwartend angegangen, absolvierte die letzten 500 Meter aber in herausragenden 67 Sekunden und lief letztlich deutlich vor Florian Orth (Regensburg/3:47,82) und Christoph Lohse (TV Wattenscheid/3:48,02) über die Ziellinie. Nächstes sportliches Ziel von Tesfaye ist die Hallen-WM in Sopot, die vom 7. bis 9. März in Sopot (Polen) stattfindet.


Christiane Klopsch (Foto: Benjamin Heller)

Der Erfolg von Günther stand lange Zeit auf der Kippe, denn Mateusz Przybylko (Bayer Leverkusen) lag nach im zweiten Versuch übersprungenen 2,24 Metern in Führung. Der Frankfurter hatte diese Höhe erst im dritten Anlauf bewältigt. Die Entscheidung fiel bei 2,28 Meter, als Przybylko die Latte drei Mal gerissen hatte, Günther diese Höhe aber im dritten und finalen Versuch meisterte. An 2,31 Meter, womit er seine persönliche Bestleistung um einen Zentimeter verbesserte hätte, scheiterte der 27-jährige Polizeikommissar dann drei Mal. „Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich heute überhaupt nicht zufrieden. Zu Beginn hatte ich sehr viele Probleme mit meinem Anlauf und viele Fehlversuche. Am Ende hat die Kraft gefehlt, um die 2,31 Meter zu überspringen. Aber ich habe gewonnen, das zählt“, sagte Günther dem Internet-Fachportal leichtathletik.de.

Die gute hessische Bilanz machten Christiane Klopsch (LG Friedberg-Fauerbach) mit Platz vier über 400 Meter in persönlicher Bestzeit von 53,69 Sekunden, die 1.500-Meter-Läufer/innen Abdi Uya Hundessa (LC Mengerskirchen/4. in 3:50,56 Minuten) und Gesa Krause (5. in 4:25,40 Minuten), Carolin Schäfer mit persönlicher Bestzeit über 200 Meter (24,11 Sekunden/5.) sowie Claudia Rath (alle LG Eintracht Frankfurt) als Fünftplatzierte im Weitsprung mit 6,38 Metern perfekt. Die Friedberger 60-Meter-Sprinter Felix Göltl und Michael Pohl waren mit jeweils 6,80 Sekunden im Zwischenlauf ausgeschieden. Und noch zwei letzte Ergebnisse: Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt) lief über 3.000 Meter auf Rang neun in 8:07,23 Minuten, Ronja Böhrer vom SSC Bad Sooden-Allendorf über die halb so lange Distanz nach 4:33,33 Minuten auf Platz elf.

Uwe Martin

 


25.02.2014