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WM in Sopot: Tesfaye Siebter, Behrenbruch gibt auf


Homiyu Tesfaye im WM-Vorlauf (Foto: IRIS)

Nach dem fünften Platz von Claudia Rath im Fünfkampf standen am zweiten Tag der Leichtathletik-WM im polnischen Sopot unter anderen die Entscheidungen über 1.500 Meter der Männer und im Siebenkampf an. Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) hatte als Vorlaufsieger in 3:47,07 Minuten ein deutliches Signal gesetzt – nicht wenige Experten sahen in dem 20-jährigen gebürtigen Äthiopier deshalb bei entsprechendem Rennverlauf einen Titelkandidaten. Doch es kam anders. Als im Finale nach etwa 1.200 Metern das Tempo verschärft wurde, musste Tesfaye abreißen lassen und wurde letztlich als Siebter in 3:39,90 Minuten gewertet. Neuer Weltmeister wurde Ayanleh Souleiman (Djibouti/3:37,52 Minuten), die Plätze zwei und drei gingen an den Äthiopier Aman Wote (3:38,08) sowie Abdelaati Iguider (Marokko/3:38,21). „Ich habe bis zur letzten Runde gewartet. Aber die anderen sind besser geworden. Ich konnte nicht mehr mitgehen“, sagte Tesfaye nach dem Rennen. Die Hallen-WM, nach der WM in Moskau im vergangenen Sommer sein zweiter internationaler Start im Deutschland-Trikot, sei dennoch „ein gutes Erlebnis“ gewesen. Im April absolviert Tesfaye ein Höhentrainingslager in Flagstaff (USA), anschließend gilt seine Vorbereitung der Team-Europameisterschaft.

Für Behrenbruch lief der Siebenkampf von Beginn an nicht nach Wunsch. Oder, anders gesagt, im Rahmen seiner grippegeschwächten Möglichkeiten: 7,23 Sekunden über 60 Meter, 7,06 Meter im Weitsprung, bester Kugelstoßer des achtköpfigen Feldes mit 15,50 Meter, 1,94 Meter zum Abschluss des ersten Tages.


Pascal Behrenbruch(Foto: IRIS)

Dass der 29-jährige Zehnkampf-Europameister von der LG Eintracht Frankfurt mit diesen durchwachsenen Leistungen stets nur am Ende des achtköpfigen Feldes notiert wurde, war keine Überraschung. An der Spitze verpasste Ashton Eaton (USA) seinen Siebenkampf-Weltrekord als alter und neuer Hallen-Weltmeister mit 6.632 Punkten nur um 13 Zähler. Auf den Plätzen folgten der Weißrusse Andrei Krautschanka (6.303) und der Belgier Thomas van der Plaetsen (6.259). Behrenbruch absolvierte noch den 60-Meter-Hürdenlauf (8,19 Sekunden) und den Stabhochsprung (4,80 Meter), im abschließenden 1.000-Meter-Lauf gab er nach wenigen Sekunden auf und sagte: „Das Ergebnis war schlecht. Da konnte ich durch meine Krankfeit im Vorfeld nichts ändern. Ich wollte es trotzdem probieren. Und ich musste aufgeben, obwohl ich so eigentlich nicht bin.“ Der Frankfurter hatte die Gefahr gesehen, dass sein Immunsystem nach einem kompletten Lauf unter Höchstbelastung wieder geschwächt wird.

Uwe Martin

 


09.03.2014